Åke Göransson (1902-1942) Schweden

Åke Göransson war ein schwedischer Künstler, der zu den führenden Vertretern der Göteborger Koloristen gezählt wird. Göransson wuchs mit vier Geschwistern in einfachen Verhältnissen bei seiner Mutter auf. Er begann deshalb früh zu arbeiten, um die Familie finanziell zu unterstützen. Nachdem er kurze Zeit in einem Herrenfriseurladen als Seifenjunge gearbeitet hatte, wurde er Friseurgehilfe. Göransson arbeitete sich schnell hoch und wurde nach drei Jahren ausgelernter Friseur. Nebenbei studierte er Kunstgeschichte und legte seinen Schwerpunkt vor allem auf Farbenlehre und Kunsttheorie. Außerdem besuchte er Kurse im Freihandzeichnen und in Ölmalerei bei Gotthard Sandberg. Göransson setzte sein Studium in Teilzeit an der Kunsthochschule Valand unter Tor Bjurström fort. Etwa um das Jahr 1927 herum zeigte er zunehmend Anzeichen von Schizophrenie, was ihn dazu zwang, sein Studium 1928 komplett abzubrechen. Er war menschenscheu, zerstreut und litt unter Schlaflosigkeit. Ab 1930 zog er sich vollständig in seine Wohnung zurück, eine einfache Einzimmerwohnung, die er mit seiner Mutter und dem jüngeren Bruder teilte. Hier konzentrierte er sich voll und ganz auf seine Malerei. Die Gemälde, die in dieser Zeit entstanden, erwiesen sich später als Höhepunkte seines Schaffens. Zu den Motiven zählten vor allem Innenansichten, Stillleben, Fensteraussichten und Selbstporträts. Göranssons psychische Erkrankung nahm jedoch überhand, sodass er 1937 in eine psychiatrische Klinik in Göteborg eingeliefert wurde, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1942 lebte. Vor seinem Tod wurden mehrere seiner Werke ausgestellt, die großen Anklang und Bewunderung bei Publikum wie Kritikern fanden. Göransson besuchte eine der Ausstellungen selbst, war jedoch in derart schlechter Verfassung, dass ihm nicht bewusst war, dass er selbst der Künstler war. Heute gilt Göransson als einer der führenden Vertreter der Göteborger Koloristen, der über die besondere Fähigkeit verfügte, durch Farben eine emotionale Innerlichkeit zu vermitteln. Seine tragische Lebensgeschichte und sein kurzes Leben haben gemeinsam mit seiner charakteristischen Malerei einen Mythos geschaffen, der noch heute fasziniert und Interesse weckt.

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