Leonardo Da Vinci (1452-1519) Italien

Leonardo da Vinci wurde 1452 in der kleinen Stadt Vinci am Rande der Toskana geboren. Bereits als Kind war seine Begabung in mehreren Bereichen, etwa in der Musik und Poesie, offensichtlich. Die Familie zog später nach Florenz um, einer zu dieser Zeit bedeutenden Kunstmetropole. Leonardos kulturelle Interessen führten dazu, dass er als 14-Jähriger bei Andrea del Verrocchio, einem führenden Bildhauer, Maler und Goldschmied, in die Lehre ging. Er lernte sieben Jahre lang unter Verrocchio und war in dieser Zeit an der Entstehung des Gemäldes Taufe Christi beteiligt. Dieses Gemälde beeindruckte seinen Lehrer so stark, dass er schwor, selbst nie wieder zu malen. Drei Jahre später, im Alter von 20 Jahren, wurde Leonardo Meister und Mitglied der Sankt Lukas-Gilde. Während dieser Zeit setzte die Renaissance ein, und mit ihr eine neue Denkweise. In dieser Epoche galt es als erstrebenswert, möglichst viele Fähigkeiten zu besitzen und am besten in allem gut zu sein. Leonardo da Vinci war eine der wichtigsten Gestalten der Renaissance und wird manchmal auch als der „Mann mit der Begabung für zehn Männer“ bezeichnet. Diesem Spitznamen wurde er mehr als gerecht. Neben der Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten als Maler studierte er auch Astronomie, Technologie, Mechanik, Anatomie, Biologie, Zoologie, Ornithologie, Paläontologie, Botanik, Mathematik, Geometrie und Physik. Außerdem war er Bildhauer, Wasserbauingenieur, Instrumentenbauer sowie Maschinen-, Militär- und Bauingenieur. Er war in vielerlei Hinsicht seiner Zeit voraus und zeichnete und entwickelte Erfindungen wie einen Taucheranzug, einen pyramidenförmigen Fallschirm und eine Art Hubschrauber mit rotierenden Segeln. Innerhalb der Malerei war Leonardo sehr innovativ und entwickelte neue Techniken, durch die Farben und Nuancen verschmolzen. Durch den weichen Übergang zwischen Licht und Schatten kann das Auge einzelne Linien und Farbflächen nicht unterscheiden. Da Vinci entwickelte außerdem eine neue Art von Farbe, mit der er Das Abendmahl malte. Er experimentierte hierbei mit einer neuartigen Öltempera, die auf trockenen Putz aufgetragen wurde anstatt auf nassen Putz, wie dies bei Fresken üblich ist. Diese Technik stellte sich leider als nicht besonders geeignet heraus; das Gemälde begann bereits zu Leonardos Lebzeiten zu bröckeln. Die bekanntesten Werke Leonardos sind wohl die Mona Lisa und Das Abendmahl. 1482 ging Leonardo nach Mailand, wo er für den Herzog von Mailand, Ludovico Sforza, zu arbeiten begann. Bis zum Fall der Familie Sforza im Jahr 1499 war er als Hofmaler, Bildhauer, Architekt und Armeeingenieur tätig. In dieser Zeit erhielt er den Auftrag, die Felsgrottenmadonna und Das Abendmahl für das Kloster Santa Maria delle Grazie zu malen. Das Abendmahl ist ein Wandgemälde, das zwischen 1495-1498 entstand und das letzte Abendmahl Jesu zeigt. Das Gemälde gilt als eines der Idealgemälde der Hochrenaissance. Die Mona Lisa ist ein Gemälde, über das viel geforscht wurde. Einige glauben, dass die Mona Lisa Leonardo als Frau zeigt. Andere hängen der Theorie an, die Mona Lisa sei das Ergebnis einer Studie zahlreicher Frauen, das die „Durchschnittsfrau“ zeige. Man geht also davon aus, dass Leonardo den Mund aller Frauen vermaß und anschließend die Durchschnittsgröße eines Mundes malte. Die Arbeit an der Mona Lisa dauerte von 1503-1506, aber am Mund arbeitete Leonardo noch einige Jahre lang weiter. Leonardo wurde in seinem Heimatland Italien nicht immer geschätzt. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er deshalb in Frankreich, wo er tief bewundert wurde. Leonardo da Vinci starb 1519 im französischen Amboise.  

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