Marcel Broodthaers (1924-1976) Belgien

Marcel Broodthaers wurde am 28. Januar 1924 in Brüssel geboren. Er begann seine berufliche Karriere als Dichter, Filmemacher und Journalist. Seinen Durchbruch als Künstler hatte er im Jahr 1964, als er 50 Exemplare seines Buches Pense-Bête in Gips gießen ließ, da sich das Buch schlecht verkaufte. Dieser symbolische Akt sollte sein erstes Kunstobjekt und der Beginn seines künstlerischen Schaffens werden. Broodthaers gilt als einer der Vorreiter der Installationskunst und der institutionellen Kritik. 1968 gründete er ein eigenes Museum, um auf diese Weise das Museum als Institution kritisieren zu können und um im Rahmen seines künstlerischen Schaffens die Strategien des Kunstmarktes untersuchen zu können. Broodthaers bewunderte René Magritte und seine Art, Wörter und Bilder in seinen Werken zu verwenden. Er begann deshalb selbst, Kunst durch Assemblage, Collage und Fundobjekte zu schaffen, die er mit geschriebenen Texten kombinierte. Broodthaers wollte die visuelle Kultur, welche die 60er Jahre prägte, durchdringen, um in seiner Kunst die zugrunde liegenden Strukturen offenlegen zu können. Die Ausbreitung und zunehmende Dominanz der Kultur wurde deshalb zu einem zentralen Thema seines künstlerischen Schaffens. Als Dichter war Broodthaers nie besonders erfolgreich. Er empfand dies als Scheitern und ließ seine Gedanken hierzu in seine Werke einfließen. Indem er Werke mit einfachen, billigen Gegenständen wie Eierschalen schuf, erhob er diese Gegenstände allein durch seine Signatur zu Kunst. Im Rahmen seines Werkes reflektiert er und stellt dem Betrachter die Frage: „Warum willst du, der meine Texte nicht lesen wollte, meine Kunst sehen?“. Marcel Broodthaers starb am 28. Januar 1976 in Köln.

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