Jean-Michel Basquiat (1960-1988) USA

Jean-Michel Basquiat wurde am 22. Dezember 1960 in Brooklyn, New York, geboren. Basquiat hatte haitianische Wurzeln und war einer der ersten Künstler mit diesem Hintergrund, der von der amerikanischen Kunstwelt akzeptiert und anerkannt wurde. Er machte vor allem neoexpressionistische und Graffiti-Kunst. Als Teenager floh er aus seinem Elternhaus und lebte in New York auf der Straße. Inspiriert von der afroamerikanischen Kultur lebte er vom Verkauf der von ihm selbst bemalten T-Shirts und Postkarten. Anfang der 80er Jahre begann sich das Verständnis von Kunst zu ändern. Kunst war zuvor ein Mittel für die weiße Oberschicht gewesen, ihren Reichtum zu zeigen. Nun wurde sie zu einem Trend in der breiten Bevölkerung; alle wollten plötzlich zu Ausstellungen gehen, sich ständig über die Kunstwelt auf dem Laufenden halten und natürlich selbst Kunst kaufen. Die Menschen standen Schlange, um Werke von Künstlern zu kaufen, was die Künstler wiederum unter Druck setzte, viel Kunst zu produzieren, um die Nachfrage zu bedienen. Basquiat stellte sich gegen diese Entwicklung. Er war der Meinung, dass Kunst nun ein Ansprüche stellender Trend war, und nicht mehr eine Art und Weise für Künstler, sich auszudrücken. Unter dem Pseudonym SAMO begann er gemeinsam mit Al Diaz, Graffitis im Freien zu malen. Nun wurde er als schwarzer Gettokünstler abgestempelt und nie als seinen weißen Kollegen ebenbürtig angesehen. Die Rassendiskriminierung wurde zu einem wiederkehrenden Thema seiner Kunst. Durch Paige Powell, die künstlerische Leiterin der Zeitschrift Interview, kam er mit Andy Warhol in Kontakt. Basquiat und Warhol hatten lange in denselben Kreisen verkehrt aber nie zusammen gearbeitet. Warhol wurde zu einer Vaterfigur für Basquiat, und die beiden fertigten gemeinsam eine Reihe von Gemälden an. Ihre Kunst wurde von den Kritikern jedoch nicht besonders wohlwollend aufgenommen. Man sagte, Basquiat habe sein Gespür verloren und Warhol reite auf Basquiats Erfolgswelle. Diese Kritik führte dazu, dass Basquiat und Warhol getrennte Wege gingen. Kurz darauf verstarb Andy Warhol. Dies traf Basquiat hart, und er versank zunehmend im Drogensumpf. Im darauffolgenden Jahr, 1988, starb Jean-Michel Basquiat an einer Übedosis.

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