Isaac Grünewald (1889-1946) Schweden

Isaac Grünewald war seit seinem Debüt bei der Sammelausstellung der Gruppe De unga eine führende Figur der schwedischen Modernistenbewegung und beteiligte sich bis zu seinem Tod im Jahr 1946 rege an der schwedischen Kunstdebatte. Grünewald war nicht nur Künstler und Keramiker, sondern von 1932-1942 auch Professor an der Kunstakademie in Stockholm. Er war Schüler an der Schule des Konstnärsförbundet und studierte anschließend bei Henri Matisse in Paris. Die Schnellzüge, Autos und Flugzeuge des neuen Jahrhunderts gaben den Menschen die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit bei hoher Geschwindigkeit viele Eindrücke zu sammeln, was Grünewald dazu inspirierte, die Innenausstattungen und die Aussichten des pulsierenden Stadtlebens so darzustellen, wie sie von den anwesenden Akteuren wahrgenommen wurden. Er wählte deshalb oft ungewöhnliche Winkel und untersuchte mit seiner farbenfrohen Vielfalt das Wechselspiel zwischen Licht und Dunkelheit, zu dem die neue Stadtbeleuchtung beitrug. Wie die Stimmungsmaler, die dem Konstnärsförbundet angehörten, malte Grünewald oft aus dem Gedächtnis. In den 1920er Jahren (im Zusammenhang mit seinem Umzug zurück nach Paris) veränderte sich jedoch sein Stil, der sich von nun an nicht mehr an Matisse anlehnte. Stattdessen malte er Landschaftsmotive, Stillleben und Nacktmodelle mit dem Motiv vor sich, wodurch er sich der stärker realistischen Malerei annäherte. Grünewald war von 1911-1937 mit der Künstlerin Sigrid Hjertén verheiratet und brachte oft seine große Bewunderung für ihr künstlerisches Schaffen zum Ausdruck.

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