Sigrid Hjertén (1885-1948) Schweden

Sigrid Hjertén war von Haus aus ausgebildete Textilkünstlerin, widmete sich nach dem Studium bei Henri Matisse in dessen offenen Akademie in Paris von 1910-1911 jedoch ausschließlich der Malerei. Farbe und Form waren wichtige Elemente für Hjertén, die im expressionistischen Stil mit warmen und kalten Farben in einem kontrastierenden Wechselspiel experimentierte. Auf spielerische Weise verwendete sie die dramatischen und emotionalen Eigenschaften der Farben, wodurch ihre Kompositionen extrem ausdrucksstark waren. Wie auch ihr Mann Isaac Grünewald war Hjertén eine wichtige Vertreterin des schwedischen Modernismus. Die Gemälde der beiden Künstler weisen in Bezug auf Farben und Motive viele Ähnlichkeiten auf, auch wenn Hjerténs Farben oft etwas milder und ihre Konturen weniger markant sind als die Grünewalds. Cézanne und Matisse waren beide wichtige Inspirationsquellen, und nach dem Umzug nach Paris in den 1920er Jahren kamen französische Stadtszenen und Landschaften immer häufiger als Motive vor. In den 30er Jahren dominierte die für Hjertén typische gelbe Farbe ihr Werk immer stärker. Im Stil näherten sich ihre Gemälde zunehmend den Werken van Goghs an.

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