Carl Fredrik Hill (1849-1911) Schweden

Carl Fredrik Hill gilt als einer der führenden Landschaftsmaler Schwedens. Sein schweres Schicksal ist eines der merkwürdigsten und interessantesten der schwedischen Kunstgeschichte. Er wurde in einem Akademikerhaushalt in Lund geboren und sein Wunsch, eine Künstlerlaufbahn einzuschlagen, stieß beim Vater auf erbitterten Widerstand. Es gelang ihm trotzdem, an der Kunstakademie aufgenommen zu werden, wo er eine klassische Ausbildung erhielt, bevor er anschließend in das Zentrum der Kunstwelt nach Paris zog. Dort kämpfte er darum, dass eines seiner Werke im Salon de Paris angenommen wurde, erhielt jedoch immer nur Ablehnungen. Ende der 1870er Jahre erkrankte er an einer Geisteskrankheit. Er wurde anschließend in einer Nervenheilanstalt in Schweden und im Elternhaus gepflegt, war jedoch nach wie vor äußerst produktiv. Die französische Freilichtmalerei hatte großen Einfluss auf die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und zeichnete sich durch ihr Streben nach einer naturgetreuen Abbildung der Wirklichkeit aus. Hill wurde stark durch den Freilichtmaler Camille Corot beeinflusst, was vor allem in seinen frühen Werken zu sehen ist, die in mehreren Punkten an die etablierten Konventionen der Landschaftsmalerei anknüpfen. Die französische Flusslandschaft und blühende Obstbäume werden von einer hoch gelegenen Perspektive aus dargestellt. Es gibt höchstens einige einzelne Bewegungsmomente, was der Bildkomposition einen statischen aber auch harmonischen Charakter verleiht. Im selben Zeitraum fertigte Hill auch zahlreiche Werke an, die eher Skizzen ähneln und sich in ihrer Ausführung deutlich unterscheiden. Die skizzenähnlichen Gemälde nahmen in Hills Produktion gegen Ende der 70er Jahre immer stärker oberhand. Nachdem er in die Nervenheilanstalt eingeliefert worden war, fertigte er hauptsächlich Zeichnungen an, die viele fantasiereiche Figuren und Szenen enthalten. Hill wurde manchmal als Radikaler und als Vorläufer des Expressionismus und des Surrealismus bezeichnet. Er erlangte zu seinen Lebenszeiten niemals Berühmtheit; heute sind seine Werke jedoch vor allem im Malmö Museum, im Nationalmuseum und in Sven Harrys Kunstmuseum zu sehen.

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