Angelika Kauffmann (1741-1807) Schweiz

Angelika Kauffmann wurde 1741 in Chur geboren. Früh bemerkte man ihr großes Zeichentalent. Ihr Vater Joseph Johann Kauffmann, der selbst Maler war, unterrichtete sie. Im Alter von etwa 12 Jahren schuf sie ihr erstes Selbstportrait. Ihre Kindheit war geprägt von mehreren Aufenthalten der Familie in Norditalien, wo sie in den besten Kreisen verkehrten. 1757 starb Angelika Kauffmanns Mutter. Ihr Vater und Lehrer blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1782 stets an der Seite seiner begabten Tochter. In den frühen 1760er Jahren ging es wieder nach Italien, wo Angelika Kauffmann die Kunst der Antike und der Renaissance studierte. Sie malte die Portraits berühmter Italienreisender. Berühmt wurde sie mit dem Portrait des Archäologen Johann Joachim Winckelmann, der zu der Zeit das antike Pompeji ausgrub. Das Portrait des englischen Schauspielers David Garrick schickte Kauffmanns Vater zu einer Ausstellung nach London. 1766 folgten Vater und Tochter. Angelika Kauffmann lernte den Maler Joshua Reynolds kennen und angeblich auch lieben. Sie portraitierten sich gegenseitig. Ihre erste Ehe ging Kauffmann jedoch mit einem anderen ein, der sich als Heiratsschwindler entpuppte und sich mit ihrem Geld aus dem Staub machte. Die Ehe konnte annuliert werden. 1768 gehörte Kauffmann, die bereits Mitglied in mehreren Akademien in Italien war, zu den 34 Gründungsmitgliedern der Royal Academy, neben Mary Moser als einzige Frau. Auf Anraten des Vaters heiratete Angelika Kauffmann 1781 den venezianischen Maler Antonio Zucchi. Nach dem Tod des Vates ließ sich das Paar in Rom nieder. Das Haus, das sie führten wurde zum Treffpunkt von Adel und Kunstwelt. Unter den Besuchern war auch Johann Wolfgang von Goethe, den sie portraitierte und für dessen Werk Iphigenie sie Illustrationen anfertigte. Goethe schätzte Angelika Kauffmann sehr. Nach dem Tod ihres Mannes zog sich Angelika Kauffmann immer häufiger zurück und widmete sich in ihren Bildern meist religiösen Themen. Ihr Tod im Jahre 1807 wurde von vielen bedauert, ihr Begräbnis in Rom, welches vom Bildhauer Antonio Canova gestaltet wurde, war dem entsprechend groß. Angelika Kauffmann schuf außer Portraits auch Historienbilder. Stilistisch zunächst noch dem Spätbarock und seiner Empfindsamkeit verbunden, wandte sie sich in ihren späteren Werken, dem Zeigeist entsprechend, dem Klassizismus zu.

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