Carl Spitzweg (1808-1885) Deutschland

Carl Spitzweg wurde als zweiter von drei Söhnen in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie hineingeboren und wuchs in München auf. Obwohl er schon früh ein großes Zeichentalent entwickelte, musste er sich den Wünschen seines strengen Vaters beugen und eine Ausbildung zum Apotheker absolvieren. Obwohl der Vater während seines letzten Lehrjahres verstarb (die Mutter war bereits 1819 gestorben), beendete Spitzweg seine Lehre und absolvierte anschließend auch ein Studium der Pharmazie, Botanik und Chemie mit Auszeichnung. Zunächst war er auch als Apotheker tätig. Als er 1833 seinen Erbteil erhielt, beschloss er jedoch, sich voll und ganz seiner wahren Leidenschaft zu widmen - der Malerei. Diese brachte er sich vollkommen selber bei. Spitzweg besaß eine hervorragende Beobachtungsgabe, die er für seine Szenen aus dem bürgerlichen Alltag einsetzte. Er liebte es, die kleinen Marotten seiner Mitmenschen darzustellen, jedoch niemals auf hämische Art und Weise (z.B. Der arme Poet, Der Kaktusfreund, Der Bücherwurm). Auch romantische Szenen gehörten zu seinem Oeuvre (z.B. Der abgefangene Liebesbrief). Als Kulisse für seine Figuren dienten ihm die Kleinstädte Bayerns mit ihrem noch mittelalterlich anmutendem Stadtbild. Auf seinen Reisen, die ihn u. a. nach Italien, London und Dalmatien führten, entdeckte Carl Spitzweg für sich die Landschaftsmalerei. Seine "kleinen Landschaften", mit denen er sich ab 1859 beschäftigte, malte er häufig auf die Deckel von Zigarrenkästen. Carl Spitzweg starb 1885 in seiner Münchener Wohnung. Seine Werke sind dem Biedermeier und der Spätromantik zuzuordnen. Durch seinen Malstil und die Motivwahl unterschied er sich von den übrigen Malern seiner Zeit. 

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