Die großen Künstler des frühen 20. Jahrhunderts, wie Henri Matisse, Pablo Picasso, Paul Cézanne, Paul Gauguin, Ernst Ludwig Kirchner und Paul Klee, ließen sich von afrikanischer Kunst inspirieren und verwandelten sie in kubistische oder expressionistische Formen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist es an der Zeit, wieder verstärkt den Blick auf afrikanische Kunst zu richten und mehr über sie zu erfahren. Zahllose Messen, Ausstellungen, Galerien und Auktionshäuser haben dies bereits getan und die Liste der Objekte aus fernen Ländern wächst mit jedem Tag. Man hört die Trommeln der Stammesahnen und die Wände sind bedeckt mit Sinnenfreuden und Farben.

blog-4.php Zeremonialmaske des Volkes der Songye, Demokratische Republik Kongo

In der afrikanischen Kunst gab es viele bedeutende Epochen, wie etwa die Kulturen Äquatorialguineas, die Bronzen des alten Königreiches von Benin oder das gesamte Erbe Äthiopiens, einer der kulturellen Wiegen des Kontinents. Wenn auch nach wie vor das Erbe Ägyptens am bekanntesten ist, halten nach und nach immer mehr zeremonielle und religiöse Figuren (die dem Ahnen- und Götterkult, dem Schutz und der Fruchtbarkeit dienen) aus Mali, Burkina Faso, Nigeria, Ghana, Togo oder dem Senegal Einzug in die Auktionshäuser.

blog-5.php Fotografien des Stammes der Azande, Nigeria

Weshalb sollte man in afrikanische Kunst investieren?

Experten sagen, dass es zwei gute Gründe gibt, in Kunst aus Afrika zu investieren: Zunächst einmal sind die Objekte in allen Preisklassen erhältlich. Somit sind sie ideal für Interessenten, die erst am Anfang einer eigenen Sammlung stehen, aber auch für erfahrene Sammler.

blog.php Bildtafeln der Dogón, Mali

Zum anderen sind die Objekte in den Auktionshäusern von hervorragender Qualität, was dadurch bestätigt wird, das viele von ihnen einen Platz in einem Museum finden. Der Markt für Stammeskunst ist in seiner Entwicklung einer der interessantesten, denen man seine Aufmerksamkeit schenken sollte. Er wächst jedes Jahr, genau wie der chinesische Kunstmarkt. Es ist ein guter Weg, den Verlust der Stammeskulturen sowie den Verlust der enormen ethnischen und kulturellen Vielfalt eines Kontinents wie Afrika einzudämmen.

blog-7.php STEVE MCCURRY - Fotografie einer jungen Frau des Siri-Stammes

2007 wurde im Auktionshaus Philipps ein Werk von David Hammons für 1.360.000 EUR versteigert. Der Objekt bestand aus 12 afrikanischen Masken, die der Künstler zu einer Komposition zusammengefügt hatte. Ein Paar Bronzefiguren des südafrikanischen Künstlers Dylan Lewis kam bei Christie’s für 274.000 EUR unter den Hammer.

blog-8.php Große Bronzefigur eines reitenden Königs, Benin/Nigeria

Zeitgenössische Kunst aus Afrika ist präsent - Die „Recycl’art“

Künstler wie Hamed Ouattara (*1971 Ouagadougou, Burkina Faso), Xavier Sayago (*1981 Ouagadougou, Burkina Faso) oder Sahab Koanda (* 1971 Bissinghin, Burkina Faso) vermitteln mit Witz, Mystik und recycelten Materialien ein neues Bewusstsein. Es ist eine neue Generation afrikanischer Künstler, die sich durch ihre Werke nicht nur selbst ausdrücken, sondern durch die Verwendung von Recyclingmaterial auch dem Planeten helfen möchten.

blog-9.php IBRAHIM-DADA DISU - Leadership, followership. Die Gesichter wurden von Masken der Dogen inspiriert.

Paris, Brüssel, Straßburg, Turin oder Barcelona - die neue Kunst wird in den bedeutendsten Galerien ausgestellt. Die als „Recycl’art“ bezeichnete neue Kunst aus Afrika ist längst zu einer Art Philosophie geworden.

blog-10.php RAMUNA RODRIGEZA - Africa

In den vergangenen Jahren haben sich entsprechende Messen vergrößert und finden jährlich statt. Darunter Tribal Art London, Parcours des Mondes in Paris oder der Tribal Art Fair in Amsterdam, der uns wieder mit einer breiten Auswahl an Schmuck, Skulpturen, Textilien, Masken, Musikinstrumenten, Waffen und Möbeln begeistern wird. Die Stücke stammen dabei nicht nur aus Afrika, sondern auch aus Ozeanien, Indonesien, Südamerika, Tibet und von den Philippinen.

Kommentar