Alexander Calder wurde 1898 als erstes Kind des Künstlerehepaares Alexander Stirling Calder und Nanette Lederer Calder in Pennsylvania geboren. Sein Großvater arbeitete als Bildhauer und das künstlerische Umfeld, in dem sich seine Familie bewegte, beeindruckte den jungen Calder sehr.

Alexander Calder (1898-1976) 1930 in seinem Atelier. An der Wand hängen einige seiner Schmuckkreationen | Foto: COURTESY THE NEW YORK PUBLIC LIBRARY, MIRIAM AND IRA D. WALLACH DIVISION OF ART, PRINTS AND PHOTOGRAPHS. © 2013 CALDER FOUNDATION, NEW YORK / ARTIST RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK Alexander Calder (1898-1976) 1930 in seinem Atelier. An der Wand hängen einige seiner Schmuckkreationen | Foto: COURTESY THE NEW YORK PUBLIC LIBRARY, MIRIAM AND IRA D. WALLACH DIVISION OF ART, PRINTS AND PHOTOGRAPHS. © 2013 CALDER FOUNDATION, NEW YORK / ARTIST RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK

Trotz dieser allgegenwärtigen Kreativität, ermutigten Calders Eltern ihren Sohn, eine Ausbildung zu machen, die ihn später finanziell absichern würde. Aus eigener Erfahrung waren sie sich der Schwierigkeiten, die das Leben als Künstler mit sich bringen konnte, nur allzu bewusst. Alexander begann ein Ingenieurstudium.

Doch das Studium konnte ihn nicht lange fesseln und er meldete sich an der Art Students League-Kunstschule in New York an. 1926 ging er schließlich nach Paris, wo er mit Metalldraht experimentierte.

Diese Experimente sollten sich nicht nur als perfekte Grundlage für seine Skulpturen und Mobiles, die ihm internationale Anerkennung einbringen würden, erweisen, sondern auch als hervorragende Ausgangsbasis für seine Schmuckkreationen.

Louisa Calder auf einem Foto von Man Ray im Jahre 1931 | Foto: © 2018 MAN RAY TRUST / ARTIST RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK / ADAGP, PARIS Louisa Calder auf einem Foto von Man Ray im Jahre 1931 | Foto: © 2018 MAN RAY TRUST / ARTIST RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK / ADAGP, PARIS

1930 schuf Alexander Calder für seine zukünftige Frau Louisa James einen schlichten spiralförmigen Ring, dem sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte so viele Broschen, Halsketten und Ringe hinzugesellen sollten. Louisa war eine seiner größten Inspirationsquellen.

Als Inspirationsquelle diente Calder u.a. der Spiralschmuck der Bronzezeit. Dieses Collier und die Brosche wurden 2015 bei Christie's für 305.000 USD und 47.500 USD verkauft | Fotos: Christie's Als Inspirationsquelle diente Calder u.a. der Spiralschmuck der Bronzezeit. Dieses Collier und die Brosche wurden 2015 bei Christie's für 305.000 USD und 47.500 USD verkauft | Fotos: Christie's

Calders Interesse an der Herstellung von Schmuck reichte allerdings noch weiter zurück, als nur bis zu seinen frühen Jahren in Paris. Bereits als Kind fertigte er Miniaturschmuckstücke aus Perlen und Kupferdraht für die Puppen seiner jüngeren Schwester an. Nachdem er dieses Interesse im Erwachsenenalter wiederentdeckte, schuf er in dreißig Jahren mehr als 1800 Schmuckstücke.

Schauspielen Anjelica Houston 1976 mit einer auffälligen Schmuckkreation Calders | © 2018 CALDER FOUNDATION, NEW YORK / ARTISTS RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK Schauspielen Anjelica Houston 1976 mit einer auffälligen Schmuckkreation Calders | © 2018 CALDER FOUNDATION, NEW YORK / ARTISTS RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK

Der erste Ring, den Alexander Calder für seine Louisa anfertigte, war relativ bescheiden. Seine späteren Kreationen sollten jedoch alles andere als das sein. Als Material wählte Calder meist Messing, das auch während des Zweiten Weltkriegs leicht zu bekommen war, und verzierte es mit Porzellanbruchstücken, Glas und Holz. Mit Einfallsreichtum und Verspieltheit - zwei Eigenschaften, denen er sich auch für seine Mobiles bediente - schuf Calder Colliers, Broschen und Ringe, die man heute getrost als "Statement-Schmuck" bezeichnen könnte.

Georgia O'Keeffe mit ihrer ikonischen Initialenbrosche auf einer Fotografie von Bruce Weber im Jahr 1984 | Foto: © BRUCE WEBER/BRUCE WEBER AND NAN BUSH COLLECTION, NEW YORK. ARTWORK © 2018 CALDER FOUNDATION, NEW YORK / ARTISTS RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK Georgia O'Keeffe mit ihrer ikonischen Initialenbrosche auf einer Fotografie von Bruce Weber im Jahr 1984 | Foto: © BRUCE WEBER/BRUCE WEBER AND NAN BUSH COLLECTION, NEW YORK. ARTWORK © 2018 CALDER FOUNDATION, NEW YORK / ARTISTS RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK

Es dauerte nicht lange und die extravaganten Schmuckstücke erregten die Aufmerksamkeit von so mancher berühmten Persönlichkeit. Künstlerin Georgia O'Keeffe wurde wiederholt mit ihrer ikonischen Calder-Brosche gesichtet. Die Begeisterung für den Schmuck hält seit Jahrzehnten an. Auch Peggy Guggenheim, Simone de Beauvoir, Anjelica Houston, Brooke Shields und Joan Miró zählen zu seinen Fans.

Oftmals stellte Calder persönlichen Schmuck für eine bestimmte Person her, den er gelegentlich mit dem jeweiligen Namen oder den Initialen versah. Sowohl die Halsketten als auch die Broschen waren übergroß und dementsprechend schwierig zu tragen. Die New Yorker Society-Lady Peggy Guggenheim sagte beispielsweise, dass das Collier, welches sie von Calder erhielt, von ihr zusätzlichen "Ellenbogenraum" erfordere.

Kunstmäzenin Peggy Guggenheim mit Ohrringen von Alexander Calder im Jahr 1942 | Foto: © Solomon R. Guggenheim Foundation. Photo © Archivo Cameraphotoepoche. Credit Calder Foundation, New York – Art Resource, New York Kunstmäzenin Peggy Guggenheim mit Ohrringen von Alexander Calder im Jahr 1942 | Foto: © Solomon R. Guggenheim Foundation. Photo © Archivo Cameraphotoepoche. Credit Calder Foundation, New York – Art Resource, New York

Obwohl Alexander Calder den Schmuck herstellte, um mit ihm Geld zu verdienen, waren die Stücke nicht besonders teuer. In den 1930er Jahren kostete eine von ihm in Handarbeit hergestellte Brosche etwa 25 Dollar. Im Laufe der Jahre erhielt er mehrere Angebote, seine Stücke in Massenproduktion herstellen zu lassen, was er jedoch jedes Mal ablehnte.

Schauspielerin Laura Dern bei der Met Gala 2018 | PHOTO BY KARWAI TANG/KARWAI TANG. ARTWORK © 2018 CALDER FOUNDATION, NEW YORK / ARTISTS RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK Schauspielerin Laura Dern bei der Met Gala 2018 | PHOTO BY KARWAI TANG/KARWAI TANG. ARTWORK © 2018 CALDER FOUNDATION, NEW YORK / ARTISTS RIGHTS SOCIETY (ARS), NEW YORK

Die Begeisterung für die zeitlosen Kreationen Alexander Calders ist auch heute noch ungebrochen, was sich entsprechend auf die Preise dafür auswirkt. Bei der Themenauktion, die Sotheby's 2018 veranstaltete, wurden die Schmuckstücke für mehrere Hunderttausend Dollar verkauft.

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