519 Lose versteigert das Auktionshaus an der Ruhr am 27. April in seiner Frühjahrsauktion. Zum Aufruf kommt eine gelungene Mischung mit alter und neuer Kunst, Schmuck und Uhren, Silber und Porzellan sowie antiquarischen Büchern und Skulpturen.

Los geht es mit der Kategorie Schmuck, in der neben Colliers, Ohrringen, Armbändern und Sets vor allem die Auswahl schöner und außergewöhnlicher Ringe sofort ins Auge springt. Ein interessantes Schmuckstück ist der Gelbgoldring mit grünem Turmalin des Brasilianers Roberto Burle Marx. Burle Marx war Landschaftsarchitekt, der nebenbei malte und Schmuck entwarf.

Im Anschluss kommen Armband- und Taschenuhren sowie Pendülen zum Aufruf. Vertreten sind hier auch zwei Uhren der 1994 gegründeten Firma Doctors, die ihre präzisen Zeitanzeiger nach den bedeutendsten und bekanntesten Ärzten der Medizingeschichte benennt. Im Auktionshaus an der Ruhr sind es der Grieche Hippokrates (ca. 460-370 v. Chr.) und der Ägypter Imhotep (um 2700 v. Chr.).

Passend dazu kommt nach Silber und Porzellan auch medizinische Fachliteratur bei den antiquarischen Büchern zum Aufruf, darunter die Straßburger Ausgabe von Chirurgische Bücher und Schrifften des Paracelsi (wohl 1622). Paracelsus vertrat im 16. Jahrhundert die Theorie von einander ergänzenden empirischen und ganzheitlichen Behandlungsmethoden.

Weitere gedruckte Werken kommen mit Grafiken aus mehreren Jahrhunderten zum Aufruf. Zu den älteren Arbeiten gehört der um 1504 entstandene Holzschnitt Joachim vom Hohenpriester zurückgewiesen von Albrecht Dürer. Joachim gilt als der Vater der Jungfrau Maria, der als wohlhabender Mann in Jerusalem lebte und regelmäßig an den Tempel spendete. Die Szene Dürers zeigen jenen Moment, in dem Joachims Spenden zurückgewiesen werden, da seine Frau Anna keine Kinder bekommen kann, was die Hohepriester als göttliche Missgunst deuten. Später bekommt das Paar durch "göttliche Eingabe" bekannter Maßen eine Tochter namens Maria.

Ein moderner Holzschnitt mit zwei Katzen stammt vom Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks. Marcks lehrte ab 1919 im Bereich Töpferei am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Dort freundete er sich mit Lyonel Feininger an, der ihn ermutigte, sich mit Holzschnitten zu beschäftigen. Die vorliegende Arbeit stammt aus dem Jahr 1923.

Weiter geht es mit Aquarellen, Gouachen und Gemälden. Mit leuchtenden Farben stellte hier der italienische Impressionist Filiberto Minozzi die roten Felsen am südfranzösischen Cap Martin dar. Minozzi war ein Meister des spät-impressionistischen Divisionismus, einer dem Pointilismus verwanden Stilrichtung, bei der die Separation der Farben im Mittelpunkt stand.

Vom Expressionisten Karl (Carl) Hofer stammt ein Stillleben mit einer Kaffee- und einer Teekanne. Signiert hat Hofer sein Werk mit dem für ihn typischen Monogramm der ineinander übergehenden Buchstaben "CH".

Mit mehreren Arbeiten vertreten ist Künstler und Mitgründer der Gruppe Axiom Udo Scheel. Scheel, der in Hamburg und Düsseldorf studierte, ist neben seiner eigenen kreativen Tätigkeit auch international als Gastredner gefragt und widmet sich der Lehr- und Förderungsarbeit. Von 1972 bis 2005 war Scheel Professor an der Kunstakademie Münster, ab 2003 auch ihr Direktor.

Als Top-Los kommt ein titelloses Ölgemälde von A. R. Penck zum Aufruf, der den Beinamen des Künstlers - "Höhlenmaler" - einmal mehr verdeutlicht.

Doch auch ein Schüler Pencks, der eigentlich Ralf Winkler hieß, ist in der Auktion vertreten: Der in Nigeria geborene Chidi Kwubiri studierte von 1994 bis 2002 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und wurde Meisterschüler von Penck, der von 1988 bis 2003 an der Akademie lehrte.

Im Anschluss erfolgt die Versteigerung von Bronzen, darunter die leichtfüßige, bzw. "leichthufige" Arbeit" Skoppa des niederländischen Bildhauers Jos Dirix. Wenn er nicht seiner künstlerischen Tätigkeit nachgeht, ist Dirix ein begeisterter Reiter, dessen Islandpferde immer wieder als Motiv dienen.

Den Abschluss der Auktion bilden schließlich Asiatika, Antiquitäten und Teppiche.

Die Saalauktion findet am 27. April um 15 Uhr im Auktionshaus an der Ruhr in der Friedrichstraße 67/67A in Mülheim statt. Die Möglichkeit einer Vorbesichtigung besteht dort vom 20.-25. April jeweils von 12-18 Uhr.

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