Die Göttin Artemis Orthia wurde vor allem im griechischen Stadtstaat Sparta als Herrin der Tiere verehrt. Auf der vorliegenden Steintafel ist sie auf besondere Weise dargestellt: In ihrer ursprünglichen, orientalischen Ikonographie als geflügeltes Wesen. Orthia war eine präolympische Göttin, deren Kult sich Ende des 8. Jhs. v. Chr. in Griechenland verbreitete.

Der Blätterkranz, mit dem der Kopf dieser Büste gekrönt ist, erinnert an ein dionysisches Wesen. Unklar ist, ob es sich um einen Satyr, Dionysos selbst oder gar der Halbgott und Heros Herakles in der Kleidung des Dionysos ist. Büsten in der Form von Hermen waren in hellenistischer Zeit und während der Römischen Kaiserzeit stark verbreitet, vor allem im privaten Bereich. Sie dienten als Zierde eines Hauses oder seiner Gartenanlagen, meist in Verbindung mit weiteren Hermen.

Die Oberfläche dieser marmornen Urne ist mit einem Relief verziert, auf welchem Vögel, Delfine, Fische, Greife und Sphingen eine Inschriftentafel umgeben. Auf dieser ist der Name des Verstorbenen angegeben, dessen Asche in der Urne aufbewahrt wurde: Marcus Antonius Gemellus. Die Widmung stammte von dessen Vater, Marcus Antonius Proculus, was ebenfalls vermerkt ist.

Das Puteal, ein Brunnen, ist mit einer außergewöhnlich schönen Dekoration verziert: Ein kompliziertes Netz aus Pflanzen- und Tiermotiven, welche in stilisierter Form wiedergegeben wurden, darunter Pfauen, Delfine und Greife.

Dieses Weihwasserbecken wurde aus einem Säulenkapitell geschaffen. Als Relief sind auf der Außenseite die zwölf Apostel zusehen, die im Gestus des Gebetes auftreten oder die Heilige Schrift in Händen halten.

Bei der Auktion dürften die Stücke aus der Sammlung Erlenmeyer von besonderem Interesse sein. Dazu gehört auch diese seltene bemalte Statue einer mykenischen Göttin mit Vogelkopf und erhobenen Armen bzw. Flügeln.

Im späten 6. Jahrhundert v. Chr. waren die attischen schwarzfigurigen Vasen meist mit Darstellungen aus den Werken Homers oder dionysischen Szenen verziert. Auf dieser außergewöhnlichen attischen Amphora sind zwei Szenen zu sehen: Zum einen der Kampf dreier Krieger, der eine Episode der Ilias darstellen könnte, nämlich Achilles, Memnon und Antilochos. Die andere Szene zeigt einen bärtigen Dionysos, der einen Kantharos an eine weibliche Figur, vermutlich Arianna, übergibt. Hinter dem Gott ist zudem ein Satyr zu sehen.

Kostbare Gefäße aus Kristall gehörten zur gehobenen Tafel, wenn man ein Triclinum so nennen kann, eines Festes im antiken Rom. Als Kaiser Augustus einmal bei seinem Günstling Vedius Pollio zu Gast war, zerbrach einer von Vedius’ Sklaven ein solches Gefäß und sollte daraufhin getötet werden. Augustus rettete ihn jedoch, indem er alle anderen Kristallgefäße des Hauses auch zerbrechen ließ.

Der Katalog enthält auch antiken Schmuck. Darunter ein Paar Ohrringe aus Gelbgold, die mit Granat und Glaspaste verziert wurden. Ihr Schöpfer stammte aus dem Reich der Parther, welches heute in etwa dem Iran entspricht.

Die Auktion mit 82 archäologischen Schätzen, darunter auch die Goldidole aus Kolumbien, die wir Ihnen vor Kurzem präsentiert hatten, findet am 24. März um 16 Uhr bei Bertolami in London statt. Dort können die Objekte vom 20. bis 23. März in der Pall Mall Gallery besichtigt werden. Vorgebote werden bis zum Auktionstag um 12 Uhr entgegengenommen.

Sehen Sie alle Objekte aus den aktuellen Auktionen von Bertolami Fine Arts hier bei Barnebys.

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