Die "Feierlichkeiten" beginnen am 30. November mit Kunst des 19. Jahrhunderts um 15 Uhr sowie Moderner und Zeitgenössischer Photographie um 18 Uhr. Am 1. Dezember folgt dann ein Highlight dem anderen, wenn ausgewählte Objekte und Werke um 11 bzw. 18 Uhr versteigert werden. Der dritte Auktionstag umfasst Moderne Kunst (11 Uhr), Graphik und Editionen (14 Uhr) sowie Zeitgenössische Kunst (18 Uhr). Der 3. Dezember schließt die Jubiläumsauktion ab. An diesem Tag wird die Third Floor-Auktion abgehalten, die abwechslungsreiche Kunst bis zu einem Schätzpreis von 3.000 EUR bietet.

Sämtliche Werke der Jubiläumsauktion werden vom 25. bis 29. November im Berliner Auktionshaus zur Begutachtung ausgestellt. Da es jedoch über 1.000 herausragende Werke sind, sollte man die nötige Zeit mitbringen. Zur Einstimmung haben wir nun einige Highlights aus der "illustren Gästeliste der Jubiläumsfeier" für Sie herausgesucht. Nähere Informationen zu den Objekten erhalten Sie durch das Anklicken der Bilder.

FERNANDO BOTERO (*Medellín 1932) - „Feliz cumpleaños“, Öl/Lwd., 156x 191 cm, bezeichnet, betitelt, signiert und datiert, 1971 Schätzpreis: 300.000-400.000 EUR FERNANDO BOTERO (*Medellín 1932) - „Feliz cumpleaños“, Öl/Lwd., 156x 191 cm, bezeichnet, betitelt, signiert und datiert, 1971
Schätzpreis: 300.000-400.000 EUR

Der erste Gratulant stammt aus dem fernen Kolumbien und bittet an einer reich gedeckten Geburtstagstafel zu Tisch. „Feliz cumpleaños“ wünscht Fernando Botero mit diesem Stillleben und rät damit gleichzeitig, das Leben zu genießen und die glücklichen Jahre zu nutzen.

LYONEL FEININGER (1871-New York-1956) - „Gelbe Gasse“ (auch „Gasse I“, „Yellow Lane“), Öl/Lwd., 100x80 cm, betitelt, signiert und datiert, 1932 Schätzpreis: 1.000.000-1.500.000 EUR LYONEL FEININGER (1871-New York-1956) - „Gelbe Gasse“ (auch „Gasse I“, „Yellow Lane“), Öl/Lwd., 100x80 cm, betitelt, signiert und datiert, 1932
Schätzpreis: 1.000.000-1.500.000 EUR

Die Vorlage für "Gelbe Gasse" erhielt Lyonel Feininger auf einer Reise durch die norddeutschen Städte der Backsteingotik, wie z.B. Lübeck. So findet sich im Zentrum des Bildes ein hohes Haus mit Treppengiebel. Feininger hat diese traditionelle Stadtansicht im Stil des Kubismus gemalt. Hierin kommt seine Bedeutung für die Kunst der Moderne zum Ausdruck, was durch seine Berufung als erster Bauhaus-Meister in Weimar durch Walter Gropius noch unterstrichen wird.

EMIL NOLDE (Nolde 1867 – 1956 Seebüll) - „Bewegte See II (Zwei Segler aneinander)“, Öl/Lwd., 73x88,5 cm, betitelt und signiert, 1914 Schätzpreis: 1.000.000-1.500.000 EUR EMIL NOLDE (Nolde 1867 – 1956 Seebüll) - „Bewegte See II (Zwei Segler aneinander)“, Öl/Lwd., 73x88,5 cm, betitelt und signiert, 1914
Schätzpreis: 1.000.000-1.500.000 EUR

Emil Noldes expressionistischen Werken diente in erster Linie die norddeutsche Landschaft als Motiv. 1913-14 bereiste er jedoch die Südsee und malte dort u.a. 19 Ölbilder. Diese gingen auf der Rückreise jedoch verloren bzw. wurden sie von einem englischen Schiff als Kriegsbeute beschlagnahmt, denn mittlerweile war der 1. Weltkrieg ausgebrochen. Sieben Jahre später konnten die Bilder jedoch in England ausfindig gemacht und Emil Nolde zurückgegeben werden. „Bewegte See II (Zwei Segler aneinander)“ ist eines davon.

MAX BECKMANN (Leipzig 1884 – 1950 New York) - „Stilleben mit brennender Kerze“, Öl/Lwd., 50x35,6 cm, bezeichnet, signiert und datiert, 1921 Schätzpreis: 700.000-1.000.000 EUR MAX BECKMANN (Leipzig 1884 – 1950 New York) - „Stilleben mit brennender Kerze“, Öl/Lwd., 50x35,6 cm, bezeichnet, signiert und datiert, 1921
Schätzpreis: 700.000-1.000.000 EUR

"Stillleben mit brennender Kerze" zeigt nicht nur die Meisterschaft Max Beckmanns als Maler, sondern bedeutet auch einen Wendepunkt bzw. eine Rückbesinnung des Malers auf frühere Werke. Durch Beckmanns Erlebnisse im 1. Weltkrieg waren seine Arbeiten zunehmend von finsteren Farben geprägt. Nun kehrt er zu seiner alten Produktivität in leuchtenden Farben zurück.

AUGUST MACKE (Meschede 1887 – 1914 Perthes-les-Hurlus) - „Nacktes Mädchen mit roter Blume (Gelber Akt)“, Öl/Lwd./Pappe, 89,4x69,8 cm, vom Sohn des Künstlers beschriftet, 1911 Schätzpreis: 700.000-900.000 EUR AUGUST MACKE (Meschede 1887 – 1914 Perthes-les-Hurlus) - „Nacktes Mädchen mit roter Blume (Gelber Akt)“, Öl/Lwd./Pappe, 89,4x69,8 cm, vom Sohn des Künstlers beschriftet, 1911
Schätzpreis: 700.000-900.000 EUR

Die Basis für dieses Gemälde August Mackes besteht aus drei Teilen: Seine Frau Elisabeth, die weiblichen Skulpturen Arstide Maillols sowie die Farblehre Paul Sérusiers. Macke gehört zu jenen Künstlern, die Inspiration jeder Art aufsaugen und meisterhaft in ihren Werken umsetzen können.

PAUL KLEE (Münchenbuchsee 1879 – 1940 Muralto/Locarno) - „Burg auf dem Riff“, Aquarell, Deckweiß, Tuschfeder/Bütten/Karton, ca. 45,5x60 cm, bezeichnet, betitelt, signiert und datiert, 1927 Schätzpreis: 500.000-700.000 EUR PAUL KLEE (Münchenbuchsee 1879 – 1940 Muralto/Locarno) - „Burg auf dem Riff“, Aquarell, Deckweiß, Tuschfeder/Bütten/Karton, ca. 45,5x60 cm, bezeichnet, betitelt, signiert und datiert, 1927
Schätzpreis: 500.000-700.000 EUR

Mit Paul Klee haben wir neben Lyonel Feininger einen weiteren Künstler des Bauhaus in der Auktion. Das vorliegende Aquarell, welches auf einer Reise nach Südfrankreich und Korsika entstanden war, zeigt jedoch, dass Klee nach wie vor den Formen und Farben der Natur verbunden geblieben war.

MAX LIEBERMANN (1847 – Berlin – 1935) - „Studie zum ,Restaurationsgarten in Leiden‘“, Öl/Lwd., 50,5x75,5 cm, signiert, 1900 Schätzpreis: 500.000-700.000 EUR MAX LIEBERMANN (1847 – Berlin – 1935) - „Studie zum ,Restaurationsgarten in Leiden‘“, Öl/Lwd., 50,5x75,5 cm, signiert, 1900
Schätzpreis: 500.000-700.000 EUR

Die vorliegende Arbeit Max Liebermanns ist eine Studie zu dem Gemälde "Restaurationsgarten in Leiden", welches in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt wird. Zu jenem Gemälde existieren mehrere Vorarbeiten. Die Studie in der Auktion kommt dem Endergebnis jedoch am Nächsten. Seit 1878 hatte Liebermann wiederholt Biergartenszenen aus verschiedenen Städten gemalt.

ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 – 1987 New York) - „Joseph Beuys“, Synthetische Polymere, Serigrafie und Diamantstaub auf Leinwand, 102x102 cm, signiert und datiert, 1980 Schätzpreis: 400.000-600.000 EUR ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 – 1987 New York) - „Joseph Beuys“, Synthetische Polymere, Serigrafie und Diamantstaub auf Leinwand, 102x102 cm, signiert und datiert, 1980
Schätzpreis: 400.000-600.000 EUR

Andy Warhol begann mit der Arbeit an dem Joseph Beuys-Siebdruck nachdem sie einander im Jahr 1979 zum ersten Mal begegnet waren. Trotz aller Unterschiede zwischen den Künstlern, hatten sie doch Respekt voreinander. Die Serigrafie mit dem Portrait des deutschen Künstlers gehört zu Warhols stärksten Arbeiten dieser Art.

GÜNTHER UECKER (*Wendorf/Mecklenburg 1930) - „Gespaltenes Feld“, Nägel, schwarzer Schultafellack auf Leinwand über Holz (zweiteilig), Installationsmaß ca. 180 × 189 × 19 cm, betitelt, signiert und datiert, 1987 Schätzpreis: 400.000-600.000 EUR GÜNTHER UECKER (*Wendorf/Mecklenburg 1930) - „Gespaltenes Feld“, Nägel, schwarzer Schultafellack auf Leinwand über Holz (zweiteilig), Installationsmaß ca. 180 × 189 × 19 cm, betitelt, signiert und datiert, 1987
Schätzpreis: 400.000-600.000 EUR

Günther Uecker schafft es in dieser Installation mit Hilfe von Farbe sowie der Anordnung der Nägel einen dynamischen Effekt zu erzielen. Es scheint, als blicke man zwischen den Teilen in eine klaffende Wunde im Körper eines noch atmenden Wesens.

KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 – 1976 Berlin) - „Der Leuchtturm“ (Jershöft, Pommern), Öl/Lwd., 112,5x98,5 cm, bezeichnet, betitelt und signiert, 1931 Schätzpreis: 400.000-600.000 EUR KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 – 1976 Berlin) - „Der Leuchtturm“ (Jershöft, Pommern), Öl/Lwd., 112,5x98,5 cm, bezeichnet, betitelt und signiert, 1931
Schätzpreis: 400.000-600.000 EUR

Türme finden sich wiederholt im Oeuvre des bedeutenden Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff. Da wären zu nennen der Wobicksturm in Dangast, der Petriturm in Hamburg oder der Patroklusturm in Soest. Und eben auch der Leuchtturm von Jershöft in Pommern, wo er sich zwischen 1920 und 1931 zur Sommerfrische aufhielt. Die Darstellung auf dem vorliegenden Gemälde entstand bei Schmidt-Rottluffs letztem Besuch in dem kleinen Fischerdorf.

RENÉ MAGRITTE (Lessines 1898 – 1967 Brüssel) - „La pensée visible“, Aquarell, Bleistift und Collage auf Papier, 36,5x44,4 cm, betitelt, signiert und datiert, 1961 Schätzpreis: 300.000-400.000 EUR RENÉ MAGRITTE (Lessines 1898 – 1967 Brüssel) - „La pensée visible“, Aquarell, Bleistift und Collage auf Papier, 36,5x44,4 cm, betitelt, signiert und datiert, 1961
Schätzpreis: 300.000-400.000 EUR

Die Anordnung der Gegenstände in Magrittes Werk wirken auf den Betrachter wie eine Theaterinszenierung. Gleichzeitig glaubt man zu wissen, was man vor sich hat, um sofort durch die verhüllenden Notenblätter in die Irre geführt zu werden. Magritte nutzte solche Mittel, um "das Denken sichtbar zu machen".

GOTTLIEB WILHELM HAMANN (wohl Berlin 1754 – 1826 Berlin) - Schreibtisch mit Postamenten, Mahagoni auf Nadelholz, Ahorn (evtl. Linde), Wacholder, vergoldete Bronzen, Wedgwoodplaketten (ergänzt), Leder, 118x140x72 cm, kurz nach 1800 Schätzpreis: 80.000-100.000 EUR

GOTTLIEB WILHELM HAMANN (wohl Berlin 1754 – 1826 Berlin) - Der Schreibtisch mit den Postamenten, Mahagoni auf Nadelholz, Ahorn (evtl. Linde), Wacholder, vergoldete Bronzen, Wedgwoodplaketten (ergänzt), Leder, 118x140x72 cm, kurz nach 1800
Schätzpreis: 80.000-100.000 EUR

Aus der Orangerie-Auktion mit ausgewählten Objekten haben wir zum Schluss noch ein wahrhaft königliches Prunkstück für Sie. Dieser klassizistische Schreibtisch wurde kurz nach 1800 in Berlin nach den Plänen des königlichen Hofbauinspektors Christian Friedrich Gottlieb Schadow geschaffen, die nach Vorgaben der preußischen Königin Luise ausgearbeitet worden waren. Der originale Schreibtisch der Königin fiel im 2. Weltkrieg den Flammen zum Opfer. Das vorliegende Exemplar ist von identischer Ausführung und war vermutlich vom preußischen Hof als Geschenk in Auftrag gegeben worden. Wer der Beschenkte war, ist nicht überliefert. Ein späterer Besitzer war der italienische Designer Gianni Versace, der den Schreibtisch in New York für seine dortige Wohnung ersteigerte.

Wie gesagt, dies war nur ein kleiner Einblick auf die Dinge, die da harren. Weitere Künstler der Auktion sind u.a. Anton Räderscheidt, Karl Hofer, Gabriele Münter, Lovis Corinth, Adolph Menzel, Paula Modersohn-Becker, Auguste Renoir, Gerhard Richter oder Carl Spitzweg. Bestimmt wollen Sie nun auch mitbieten. Dies können Sie persönlich im Auktionssaal, am Telefon oder live im Internet tun. Letzteres kann auch genutzt werden, um Vorgebote abzugeben. Vorgebote in schriftlicher Form nimmt das Auktionshaus ebenfalls entgegen.

Entdecken Sie bei Barnebys das ganze großartige Angebot der Jubiläumsauktion von Grisebach.

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