Bevor sich Granell der Kunst zuwandte, trat er in seinem Heimatland Spanien vor allem als politischer Aktivist in Erscheinung. In der Zeit der Zweiten Spanischen Republik (1931-39) engagierte er sich für die Partido Obrero de Unificación Marxista, eine kommunistische Partei, für die er Zeitungen veröffentlichte.

Nach dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Putsch durch den rechtsgerichteten General Franco verließ Granell seine Heimat. Sein erstes Ziel war Frankreich, wo er seine Freundschaften mit anderen Künstlern wie Wifredo Lam und Benjamin Péret pflegte. Im Jahr darauf zog er weiter in die Dominikanische Republik, wo bereits viele andere, aus dem faschistischen Spanien  geflohene Künstler lebten.

Eugenio Granell in seinem Studio in Madrid, Spanien Eugenio Granell in seinem Studio in Madrid, Spanien

Auch in dem karibischen Land blieb er politisch aktiv. Außerdem beschäftigte er sich mit einer weiteren seiner Leidenschaften: Dem Geigenspiel. Aber auch mit der Malerei begann er sich nun auseinanderzusetzen. Dass seine "Wahl" dabei auf den Surrealismus fiel, erscheint nicht überraschend, bedenkt man, in welch einer ungewöhnlichen Situation er sich als Exilant befand. Zwischen 1942 und 1946 wurden seine Werke in mehreren Ausstellungen gezeigt. Insgesamt malte er in fünf Jahren mehr als 200 Werke.

Nachdem eine Werke auch in Guatemala und Puerto Rico ausgestellt worden waren, zog Granell mit seiner Frau 1946 nach Ciudad de Guatemala und arbeitete dort als Kunstprofessor. Anschließend ging es weiter nach Puerto Rico, wo er erneut eine Professur für Kunst an der Landesuniversität erhielt.

Die vorletzte Station seines Lebens führte ihn nach Madrid, wo seine Werke neben anderen surrealistischen Arbeiten von René Magritte, Marcel Duchamp und Max Ernst ausgestellt wurden. Er begann Soziologie zu studieren und machte seinen Doktor mit einer Abhandlung über Picassos Guernica. Außerdem wurde er Professor Emeritus an der City University of New York - in Spanischer Literatur!

1985 konnte Eugenio Granell schließlich nach Spanien zurückkehren, das König Juan Carlos I. wenige Jahre zuvor in die Demokratie zurückgeführt hatte. Der über siebzigjährige Künstler wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt, seine Werke in vielen Ausstellungen gezeigt. Granell starb 2001 auch einem bewegten Leben in Madrid.

In jedem Land, in dem Eugenio Fernandez Granell während seiner langen Zeit im Exil gelebt hatte, hinterließ er ein künstlerisches Vermächtnis, und das auf vielen Gebieten: Malerei, Literatur, Musik. Seine Bedeutung wird, außer in seinen Werken, auch durch seine Freundschaften zu anderen Künstlern, wie André Breton und Marcel Duchamp, deutlich, die oft ein Leben lang andauerten.

André Breton und Eugenio Granell 1941 André Breton und Eugenio Granell 1941

Die drei vorgestellten Werke von Eugenio Fernández Granell werden am 20. Juli bei Durán Arte y Subastas in Madrid versteigert. Während dieser Tag der Kunst gewidmet ist, kommen am Vortag alte Bücher unter den Hammer.

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