Der 1946 im niederländischen Aardenburg geborene Henri Lannoye erhielt seine Ausbildung zum Bildhauer an der Kunstakademie in Tilburg. Anschließend vertiefte er seine Studien als Lehrling des italienischen Bildhauers Marino Marini (1901-1980) in Rom.

Henri Lannoye (1946-2006) Foto: gallerybell-arte.com Henri Lannoye (1946-2006)
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Lannoye kehrte Italien 1967 den Rücken, ließ sich jedoch nicht wieder in seiner Heimat nieder, sondern wohnte und arbeitete fortan in Belgien, zunächst in Brügge, ab 1969 in Bornem in der Provinz Antwerpen.

Zu Beginn deiner Karriere führe Lannoye seine Arbeiten in Stein aus. Ab 1970 wandte er sich jedoch der Bronze zu. Die Möglichkeiten, die dieses Material bot, faszinierten ihn und er wurde ein wahrer Meister darin, jedes noch so kleine Detail, klar herauszuarbeiten. Ab den 1990er Jahren wurde eine fein polierte Oberfläche ein weiteres Merkmal seiner Werke.

Doch es war nicht nur das Material Bronze, die Henri Lannoye faszinierte. Ebenso war es die Symbiose von Mensch und Technik, die er in seinen Arbeiten zum Ausdruck brachte. Er kombinierte anthropomorphe Formen mit solchen von Maschinen. Das Ergebnis waren meist monumentale Skulpturen, die die Möglichkeiten aber auch die Furcht über die rasante Entwicklung des technologischen Zeitalters veranschaulichen.

Der Hang zum Monumentalen ließen Lannoye 1998 den Verein "Monumental" gründen. Außerdem entstand in seinem Wohnort Bornem ein Studio mit Skulpturengarten und Galerie. Im selben Jahr wurde in Bornem Lannoyes Skulptur Don Pedro enthüllt. Der Spanier Don Pedro Coloma war im 17. Jahrhundert der erste Bürgermeister von Bornem, das damals Teil der von den Hamburgern regierten Spanischen Niederlande war.

Im Jahre 2000 begann Lannoye mit der Arbeit an einer monumentalen Falken-Skulptur, die über eine Flügelspannweite von 11 Metern verfügen sollte. Auftraggeber war die Stadt Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten, eine Region, in der die Falknerei eine große Tradition hat. Der Falke sollte als Repräsentationsfigur der Stadt dienen. Lannoye konnte mit seinem Entwurf überzeugen. Sein unerwarteter Tod im Jahre 2006 verhinderte jedoch die Fertigstellung.

Ein maßstabsgetreues Modell des Falken ist eines der 14 Lose mit Werken von Henri Lannoye, auf die vom 15. bis 25. September bei Moyersoen Auctions mitgeboten werden darf. Alle weiteren Informationen zur Auktionen und das gesamte Angebot finden Sie hier auf der Website von Moyersoen Auctions.

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