Den plastischen Teil der Kategorie Kunst sollen an dieser Stelle zwei Gipsarbeiten von Markus Lüpertz und Arno Breker repräsentieren, die beide jeweils auch als Bronzeausführung existieren.

Von der Vollsplastik Mercurius von Markus Lüpertz gibt es acht Ausführungen. Eine davon ziert den Post Tower in Bonn. In seiner Funktion als Götterbote des griechischen Olymp ist Merkur (griechischer Name Hermes) für einen solchen Aufstellungsort geradezu prädestiniert. Die Gipsausführung ist hingegen ein Unikat, das vom Künstler von Hand bemalt worden ist.

Der Gipsabguss der Halbbüste Salvador Dalís hat zwei Pendants aus Bronze. Der Bildhauer schuf das Abbild des spanischen Surrealisten in den 1970er Jahren, als die beiden auf eine etwa 50-jährige Bekanntschaft zurückblicken konnten. Dalí war von Brekers Plastiken begeistert, die Anfertigung eines eigenen Portraits durch Breker erfolgte auf seinen eigenen Wunsch.

Im Bereich des Surrealismus bleiben wir zunächst auch bei den Gemälden der Auktion, wechseln jedoch von Spanien nach Griechenland bzw. Hamburg. Dorthin wanderte nämlich der im nordostgriechischen Katerini geborene Georgios Derpapas 1957 aus. Dort studierte er zunächst Betriebswirtschaft, wandte sich aber schließlich der Malerei zu. Nach einigen erfolgreichen Einzelausstellungen, zog es ihn zehn Jahre später in seine Heimat zurück.

Unter den älteren Gemälden, die bei Jeschke Van Vliet versteigert werden, liegt auch diese Ansicht eines griechischen Tempels im süditalienischen Paestum vor. Geschaffen wurde das stimmungsvolle Werk vom englischen Landschaftsmaler George Edwards Hering, der Italien und den östlichen Mittelmeerraum bereiste, um dort Motive für die Arbeit in seinem Londoner Atelier zu sammeln.

Mit (künstlichen) antiken Ruinen ließ der französische Prinz Louis-Philippe de Chartres in den 1770er Jahren seinen Lustgarten bei Paris bestücken, von dem heute nur noch Reste als Parc Monceau existieren. Neben römischen Ruinen zierten den Garten auch kleine Versionen von ägyptischen Pyramiden und anderen exotischen Bauwerken, weshalb er bald nur noch als Folie des Chartres bekannt war.

Den Auftrag für die Gestaltung des Gartens erhielt der Landschaftsgärtner Louis Carrogis de Carmontelle, dessen Werk in einem seltenen Band mit Kupferstichen in der Auktion zum Aufruf kommt.

Knapp 100 Jahre später richtete man das Augenmerk auf ganz andere Großprojekte, bei denen Eisen und Stahl zum Einsatz kamen. Ein solches Projekt war der Bau einer Eisenbahnbrücke bei Bordeaux, deren Mitkonstrukteur Gustave Eiffel gewesen war. Festgehalten wurde der Bau in mehreren Zeichnungen, die in einem Band mit den entsprechenden Lithografien 1862/63 veröffentlicht wurden.

Eine schöne Ausgabe in vier Bänden über Fossilien führt uns noch einmal zurück ins 18. Jahrhundert. Wir begeben uns nach Nürnberg, wo Georg Wolfgang Knorr sich nicht nur als Kupferstecher, sondern auch als Fossiliensammler betätige. Zwei Arbeitsgebiete, die sich wunderbar miteinander verbinden ließen. Als Beweis wurden zwischen 1768 und 1778 posthum die Fossiliengrafiken Knorrs in vier Bänden veröffentlicht.

Alle vorgestellten und weiter 940 Lose kommen am 8. Dezember im Berliner Auktionshaus Jeschke Van Vliet zum Aufruf. Beginn der Versteigerungen ist um 15 Uhr. Vorbesichtigungen können noch bis zum 7. Dezember (täglich von 11-19 Uhr) vorgenommen werden.

Einen Überblick über alle angebotenen Lose von Jeschke Van Vliet können Sie gleich hier bei Barnebys entdecken.

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