Die unglückselige Marie Antoinette hatte ein riesiges Faible für Schmuck. Nur zweimal in ihrem Leben lehnte sie es ab, ein Schmuckstück geschenkt zu bekommen. Das erste Mal als sie noch Kronprinzessin war und die Maitresse des damaligen französischen Königs Louis XV. ihr anbot, ein Paar Diamant-Ohrringe zu besorgen, in die sich Marie Antoinette verguckt hatte. Die stolze Prinzessin lehnte ab, da sie die Maitresse, Madame du Barry, hasste.

Links: ELISABETH LOUISE VIGÉE-LEBRUN - Marie Antoinette à la rose, 1783 Rechts: Blüten-Brosche aus GG und WG mit Rubinen und Diamanten Links: ELISABETH LOUISE VIGÉE-LEBRUN - Marie Antoinette à la rose, 1783
Rechts: Blüten-Brosche aus GG und WG mit Rubinen und Diamanten

Die andere Gelegenheit war, als ihr ihr Gemahl Louis XVI. 1781 anlässlich der Geburt des langersehntes Thronfolgers ein Diamant-Collier im Wert von 1,6 Millionen Livre schenken wollte. Das Schmuckstück war ursprünglich für jene Madame du Barry in Auftrag gegeben worden. Der Tod Louis' XV. vereitelte jedoch den Kauf. Der verzweifelte Juwelier Böhmer versuchte nun in ganz Europa das prachtvolle Geschmeide zu verkaufen, bei dem hohen Preis schreckte jedoch selbst die russische Zarin Katharina II. zurück.

Es kam wie es kommen musste. Nachdem auch Marie Antoinette abgelehnt hatte, fiel Böhmer auf eine Intrige herein, in die eine Bande von Betrügern, ein Schriftfälscher, eine Prostituierte, die der Königin Marie Antoinette zum Verwechseln ähnlich sah, und ein allzu gutgläubiger Kardinal verstrickt waren.

Das Falsche Spiel ging als die Halsbandaffaire in die Geschichte ein und flog 1785 auf. Marie Antoinette, die beim Volk wegen ihrer Verschwendungssucht sowieso schon unbeliebt war, verlor den Rest ihres guten Rufes. Zwei Jahre davor posierte die nichts ahnende Marie Antoinette für ihre Lieblingsmalerin Elisabeth Louise Vigée-Lebrun für ein Portrait, das sie mit einer Rose in der Hand zeigt und das die bekannteste Darstellung der Königin ist.

Links: FRANZ XAVER WINTERHALTER - Kaiserin Elisabeth von Österreich, 1865 Rechts: Stern-Brosche aus WG mit Altschliffdiamanten und -brillanten Links: FRANZ XAVER WINTERHALTER - Kaiserin Elisabeth von Österreich, 1865
Rechts: Stern-Brosche aus WG mit Altschliffdiamanten und -brillanten

Das bekannteste Portrait der österreichischen Kaiserin und ungarischen Königin Elisabeth ist jenes von Franz Xaver Winterhalter, das sie in einer weißen Ballrobe zeigt. Im Fokus des Bildes stehen jedoch die Diamantsterne im legendären langen Haar der schönen Monarchin. Elisabeth besaß insgesamt 27 dieser Sterne, die sie einzeln als Broschen, Anhänger und Haarschmuck tragen konnte oder zusammengefügt als Collier oder Diadem.

Ihren Ursprung haben die Sterne, als Kaiser Franz Joseph und Elisabeth eine Aufführung von Mozarts Zauberflöte besuchten und die Kaiserin ganz begeistert war vom Schmuck der "Königin der Nacht". Obwohl Franz Joseph sonst eher von sparsamer Natur war, konnte er nicht widerstehen und gab die Diamantsterne in Auftrag.

Die meisten der Diamantsterne wurden vom k.u.k. Hof- und Kammerjuwelier Alexander Emanuel Köchert angefertigt. Das Juweliergeschäft Köchert wurde 1814 in Wien gegründet. 1831 wurde A. E. Köchert zum Hofjuwelier ernannt. Das Unternehmen behielt diesem Titel bis zum Ende des Kaiserhauses im Jahre 1918.

Links: LUKE FILDES - Königin Alexandra, 1905 (Detail) Rechts: Collier de Chien aus Platin und WG mit Diamanten und Süßwasserkulturperlen Links: LUKE FILDES - Königin Alexandra, 1905 (Detail)
Rechts: Collier de Chien aus Platin und WG mit Diamanten und Süßwasserkulturperlen

Alexandra von Dänemark war als Gemahlin Edwards VII. von 1901 bis 1910 Königin von Großbritannien und Irland sowie Kaiserin von Indien. Außerdem war sie auch die Königin des Chokers. Diese auch Collier de Chien ("Hundehalsband") genannten eng am Hals anliegenden Ketten, waren um 1900 hochmodern. Keine andere Monarchin zelebrierte das Tragen dieser Schmuckstücke jedoch so sehr wie Alexandra.

Der Grund dafür soll eine Narbe am Hals der als Schönheit gerühmten Alexandra gewesen sein, die durch eine Verletzung während ihrer Kindheit entstanden sein soll. Welche Gründe auch immer dahinter stecken mochten, Königin Alexandra wurde jedenfalls mit ihrem Stil zur Trendsetterin und viele Frauen kopierten die Choker, die gerne üppig mit langen Ketten kombiniert wurden.

Zugegeben, Jacqueline Kennedy, geborene Bouvier, war natürlich keine Königin oder Kaiserin. Bis heute werden die Kennedys jedoch gewissermaßen als königliche Familie von Amerika angesehen. Die Brüder John Fitzgerald und Robert Francis Kennedy, Präsident und Justizminister, bezeichneten die kurze Regierungszeit Kennedys als "Camelot", identifizierten sich also mit König Artus.

Links: 2-reihiges Kulturperlen-Collier mit Schließe aus WG mit Opal und Diamanten Rechts: Jackie Kennedy auf ihrer Indien-Reise 1962 Links: 2-reihiges Kulturperlen-Collier mit Schließe aus WG mit Opal und Diamanten
Rechts: Jackie Kennedy auf ihrer Indien-Reise 1962

Als John Fitzgerald Kennedy 1953 Jacqueline Bouvier heiratete, brachte diese jede Menge Glamour und Stil mit in die Familie. Denkt man an Jackie Kennedy, im Unterschied zur späteren Jackie Onassis, fallen einem sofort Chanel-Kostüme, Pillbox-Hüte und Perlenketten ein.

Und so verwundert es nicht, dass Jackie einmal selber sagte: "Pearls are always appropriate" ("Perlen sind immer angebracht").

Alle vorgestellten Schmuckstücke werden am 15. Dezember ab 16 Uhr im Wiener Dorotheum versteigert. Eine weitere Schmuckauktion findet dort am Vortag um 14 Uhr statt. Sehen Sie unten eine Auswahl der schönen Ringe, die in beiden Auktionen zum Aufruf kommen werden.

Die Lose der beiden Auktionen können noch bis zum 13. bzw. 14. Dezember im Dorotheum im Augenschein genommen werden. Werfen sie hier einen Blick auf das gesamte aktuelle Angebot des Wiener Auktionshauses.

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