Portrait des Danziger Kaufmanns Georg Gizse von HANS HOLBEIN D. J. von 1532. Auf dem Tisch steht eine Dosenuhr Portrait des Danziger Kaufmanns Georg Gizse von HANS HOLBEIN D. J. von 1532. Auf dem Tisch steht eine Dosenuhr

Die Geschichte der Taschenuhr beginnt im 15. Jahrhundert, nachdem in dessen ersten Jahren der Federantrieb erfunden worden war. Dieser ermöglichte es, die Größe von Uhren erheblich zu reduzieren. Maßgeblich zur Verkleinerung der Uhren beigetragen hat der Nürnberger Schlossermqiseter Peter Henlein (um 1479–1542).

Die frühen Formen waren rund oder zylindrisch (Biasamapfeluhren und Dosenuhren). Diese Uhren wurden in Beuteln verstaut, der am Gürtel befestigt wurden. Auch an einer langen Halskette wurden sie getragen.

Aufgrund von Gangungenauigkeiten waren die frühesten Taschenuhren nur mit einem Stundenzeiger ausgestattet. Erst mit der Erfindung der Spindelhemmung im 17. Jahrhundert kam der Minutenzeiger hinzu. Viele weitere "Gadgets" sollten folgen.

Die Uhren wurden nun auch zunehmend flacher. In einer Westentasche o.ä. wurden sie jedoch noch immer nicht getragen. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurde die Taschenuhr als Statussymbol von Damen und Herren gleichermaßen gut sichtbar über der Kleidung getragen.

Befestigt wurden sie mit einer meist prunkvollen Uhrkette, der soggenanten "Chatelaine", die an der Taille befestigt war.

Ulrike Sophie, Herzogin zu Mecklenburg (1923-1813) trug ihre Taschenuhr sichtbar auf Hüfthöhe Ulrike Sophie, Herzogin zu Mecklenburg (1923-1813) trug ihre Taschenuhr sichtbar auf Hüfthöhe

Als sichtbares Statussymbol mussten diese Uhren möglichst nicht nur über eine entsprechende Mechanik, sondern auch über eine aufwändige Gestaltung verfügen. Und so kamen Taschenuhren mit feinster Emaillebemalung in Mode, die die unterschiedlichen Themen zum Inhalt haben konnte: Portraits, religiöse Szenen oder auch pikante Darstellungen aus den erotischen Sektor.

Für den Herrn entwickelte sich die Chatelaine zu der Uhrkette weiter, die etwa von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis ins frühe 20. Jahrhundert in Mode blieb. Die flache Herrentaschenuhr wurde in eine der Westentaschengesteckt. Die dazugehörende meist schlichte Kette wurde über der Weste getragen.

Nach dem Gemahl der englischen Königin Victoria (1819-1901) ist eine Sonderform dieser klassischen Uhrenkette benannt. Bei dieser verfügt die Kette über einen zusätzlichen schmückenden Anhänger, den es in einfacher oder doppelter Ausführung ("Double Albert") gab.

Damen trugen ihre Taschenuhr oft an einer Halskette.

Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861) mit Gattin Queen Victoria und sichtbar über der Weste getragener Uhrkette - allerdings ohne den nach ihm benannten Anhänger Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861) mit Gattin Queen Victoria und sichtbar über der Weste getragener Uhrkette - allerdings ohne den nach ihm benannten Anhänger

Mit dem vermehrten Aufkommen der Armbanduhr nach dem Ersten Weltkrieg, erfuhr die Taschenuhr ihren Niedergang als beliebtestes Uhrenmodell.

Hier und da schoben die Regeln der Mode dem jedoch einen Riegel vor. Beim Tragen eines Fracks ist es nämlich verpönt, eine Armbanduhr zu tragen. Da auch die übliche Tragweise über der Westen nicht in Frage kommt, wird eine kurze Uhrkette am Revers befestigt und die Uhr in dem kleinen Täschchen darunter verwahrt.

Heute sind Taschenuhren hauptsächlich Sammlerobjekte, die mit vielen Funktionen (Komplikationen) als Meisterwerke der Uhrmacherkunst faszinieren.

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