Es handelt sich insgesamt um 5361 Vasen, Juwelen, Fresken und Bronzestatuen, die von illegalen Grabungen in Italien stammen. Für diesen Fall haben die Polizei in der Schweiz und in Italien über einen längeren Zeitraum eng zusammengearbeitet, was zur Aufdeckung einer großangelegten Schmugglerliga führte. Laut Kulturminister Dario Franceschini handelt es sich um den größten beschlagnahmten Fund in der Geschichte Italiens.

Langer Atem der Polizei lohnte sich
Schon 1994 vermutete die italienische Polizei, dass Becchina antike Gegenstände schmuggelte, nachdem man Fotos von Kratern (Schalenartigen Gefäßen, in denen Wein und Wasser gemischt wurden, häufig mit schönen, figurativen Dekorationen versehen) in einem verunglückten Auto gefunden hatte, dass dem verurteilten Schmuggler Pasquale Camera gehörte. The Getty Museum hatte kurz vor dem Unfall diese sogenannte Schale von Becchina gekauft, was die Polizei dazu verleitete zu vermuten, dass auch er in diese Angelegenheiten verstrickt war. Der Händler wurde 2011 verhaftet nachdem man tausende Dokumente, Fotografieren und Quittungen gefunden hatte. Allerdings musste er auf Grund von Verjährung wieder freigelassen werden. Gleichzeitig setzte die Polizei aber ihre Untersuchungen fort.

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An die weltgrößten Museen verkauft
Die Entdeckung wurde während einer laufenden Ermittlung gegen den sizilianischen Kunst- und Antiquitätenhändler Gianfranco Becchina gemacht, der eine Galerie in der Schweiz zusammen mit seiner Frau führt, die Schweizerin ist.
Angaben zufolge soll der italienische Kunst- und Antiquitätenhändel Gegenstände an eine große Anzahl von Sammlern, Museen und Institutionen verkauft haben, wie zum Beispiel an das Louvre, The Boston Museum of Fine Arts und The Metropolitan Museum, um nur ein paar der betroffenen zu nennen. Beide wurden von der Polizei gefasst und warten nun auf gerichtliche Verfahren in den für Sie jeweils zuständigen Ländern.

Mehrere volle Lager
Bei der letzten Beschlagnahmung nahm man sich gleich mehrere Lagerräume in Basel an, was neben den 5361 Gegenständen zu weiteren hinreichenden Beweisen führte, um Becchina hinter Gitter zu bringen. Die Pläne waren gewesen die Gegenstände mit Hilfe verfälschter Zertifikate über die Schweiz weiter nach Deutschland, Großbritannien, USA, Japan und Australien zu bringen.
Der Kulturminister Italiens gab bekannt, dass die Gegenstände nun an ihren ursprünglichen Platz zurückgeführt werden sollen. Ungeklärt bleibt, wie viele Gegenstände exakt während der letzten Jahre verkauft wurden und seit dem in bedeutenden Sammlungen weltweit gelandet sind und dort bleiben werden.

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