Der erste Porsche

Ferdinand Porsche gründete 1931 in Stuttgart das Stammwerk der heutigen Porsche-Gesellschaft, das bis heute als Fertigungszentrum dient. Ferdinand war ein Genie auf dem Gebiet des  Autodesigns. Dreißig Jahre bevor er sein eigenes Unternehmen gründete, entwarf er für den Wiener Reisebushersteller Lohner-Werke das erste Elektro-Benzin-Hybridfahrzeug.

Ferdinand Porsche als Beifahrer im von ihm Entwickelten Lohner-Porsche mit Radnabenelektromotor Ferdinand Porsche als Beifahrer im von ihm Entwickelten Lohner-Porsche mit Radnabenelektromotor

Als Porsche seine eigene Firma gründete, war er nicht in erster Linie daran interessiert, Autos herzustellen. Es war vor allem der Aspekt des Designs eines Fahrzeugs, das ihn faszinierte. Das erste große Projekt seines Unternehmens war die Beratung bei der Konstruktion eines Fahrzeugs für den deutschen Alltag. Aus jenem Fahrzeug entwickelte sich später der VW Käfer.

Der Erfolg des Volkswagens inspirierte Porsche. Im Jahr 1939 verwendete er viele der gleichen Aspekte, die er im Volkswagen verwendet hatte, um einen Rennwagen zu entwerfen, den er den Porsche 64 nannte. Sein futuristisches Design war anders als alles, was die Welt zuvor gesehen hatte. Er beabsichtigte den Wagen im Straßenrennen von Berlin nach Rom von 1939 einzuführen. Das Rennen fand jedoch nie statt. Zwei der drei bis dato gebauten Exemplare des Porsche 64 wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das einzige verbliebene Modell kam vermutlich in den Besitz von Otto Mathé, einem österreichischen Motorradrennfahrer, der 1995 starb. Der Verbleib des Wagens ist heute unbekannt.

Mit dem Porsche 356 beginnt 1948 die Legende | Foto: porsche.com Mit dem Porsche 356 beginnt 1948 die Legende | Foto: porsche.com

Ein Vermächtnis des Rennsports

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die heutige Porsche-Gesellschaft. Eine wenig bekannte Geschichte ist, dass europäische Rennfahrer nach dem Krieg nach Schrottaluminium und Ersatzmotoren suchten und Rennwagen mit der Hand zusammenschraubten. In dieser Umgebung hat Ferdinands Sohn Ferry Porsche ein eigenes Auto entworfen und gebaut, nachdem er festgestellt hatte, dass er nirgendwo ein Auto finden konnte, das seinem Geschmack entsprach. Dieses Auto wurde als der Porsche 356 bekannt - der erste Wagen von Porsche überhaupt, der in der Fabrik produziert wurde. 1947 wurde er für den Straßenverkehr freigegeben.

Seine Wurzeln im Autorennsports stand für die Marke Porsche im Laufe ihrer Unternehmensentwicklung immer an erster Stelle. Die Rennstrecken waren die Ursprünge des Porsche Modell-Nummerierungssystems, zu dem der 360, der 718, der berühmte 550 Spyder Convertible, der 2,0 Liter Typ 904 und schließlich die Ikone unter den Porsche-Modellen gehörten - der Porsche 911.

Dem Vermächtnis der Marke Porsche im Rennsportbereich konnte auch Hollywood etwas abgewinnen. Einer dieser Filme, die vor diesem Hintergrund entstanden, war Le Mans von 1971 mit Steve McQueen. In diesem Film fuhr McQueen einen Porsche 917K. Die Wirkung dieses Films auf die Popkultur war so stark, dass das Auto, das McQueen in Le Mans fuhr, 2017 für den höchsten Preis, der für  einen Porsche jemals gezahlt worden war, versteigert wurde - 14 Millionen Dollar.

Doch es war ein anderer Hollywood-Star, der berühmt war für seine Begeisterung für die schnellen Fahrzeuge aus dem Hause Porsche - vor allem, nachdem er in einem davon einen viel zu frühen Tod fand. Die Rede ist natürlich von James Dean.

Im September 1955 erwarb James Dean einen Porsche 550 Spyder, mit dem er an einem Autorennen teilnehmen wollte. Für den Wagen gab er den Porsche 356 Super Speedster, den er bis dahin gefahren hatte, in Zahlung. Am 30. September machte sich James Dean mit einem Freund, dem Rennfahrer und Porsche-Mechaniker Rolf Wütherich auf den Weg zur besagten Rennstrecke. Doch die beiden sollten dort nie ankommen. Auf einem Highway kam es zu einem schweren Unfall mit einem Ford, den der Hollywood-Star nicht über lebte. Er wurde nur 24 Jahre alt. Rolf Wütherich überlebte schwer verletzt, erholte sich psychisch jedoch Zeit seines Lebens nicht mehr.

James Dean mit seinem Porsche 550 Spyder, den er "Little Bastard" taufte | Foto via dailymail.co.uk James Dean mit seinem Porsche 550 Spyder, den er "Little Bastard" taufte | Foto via dailymail.co.uk

Die Marke Porsche

In den 1960er Jahren übernahm Ferrys Sohn Ferdinand Alexander Porsche in der dritten Generation das Familienunternehmen. Neben seiner Fähigkeit, Autos zu entwerfen (von ihm stammten u. a. der Porsche 901, der 904 Carrera GTS sowie der Formel 1-Porsche 804), demonstrierte Ferdinand Alexander auch immer wieder sein Talent für Marketing und Industriedesign.

Im Jahr 1972 eröffnete Ferdinand Alexander die Porsche Design GmbH, ein Studio, das sich auf die Entwicklung von Konsumgütern der Marke Porsche konzentrierte. Es stellte unter anderem Porsche-Sonnenbrillen, Porsche-Schreibgeräte und Porsche-Uhren her. Seine Vision erweiterte die Faszination der Marke Porsche über die Autoliebhaber hinaus und machte den Namen zu einem globalen Markenzeichen für einen Lifestyle, der sich dem Luxus und dem Design verschrieben hat.

Der Porsche 911 ging 1964 in Serie | Foto: porsche.com Der Porsche 911 ging 1964 in Serie | Foto: porsche.com

Für Sammler dürfte es aber wohl immer die ikonischen Modelle der Vergangenheit sein, die am meisten Anziehungskraft besitzen - Modelle wie der 356 (das erste Porsche-Serienauto), der Vintage 550 Spyder oder die frühen Modelle des 911 und 912. Geboren auf den internationalen Rennstrecken, projizieren sie ein Gefühl von Glamour und Aufregung und erinnern an längst vergangene Zeiten. Ein solches Stück Geschichte hat natürlich seinen Preis, aber genauso seinen Wert, weshalb die Marke Porsche niemals seines Anziehungskraft verlieren wird.

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