Impressionismus und Moderne stehen sowohl bei Sotheby's als auch bei Christie's Ende dieses Monats auf der Agenda. Jeweils um 19 Uhr Ortszeit laden die beiden renommierten Auktionshäuser (Christie's am 27. Februar, Sotheby's am 28. Februar) zur Auktion in London ein.

Star beider Auktionen ist der spanische Jahrhundertkünstler Pablo Picasso (1881-1973), vom dem in beiden Versteigerungen bedeutende Werke zum Aufruf kommen.

Highlight der Auktion bei Christie's ist das Gemälde Mousquetaire et nu assis von 1967, bei dem es sich um ein Selbstportrait Picassos handelt, der sich so mit seiner letzten Frau Jacqueline Roque dargestellt hat. Picasso und Jacqueline hatten 1961 geheiratet. Das Paar lebte in dem Herrenhaus Mas Notre-Dame de Vie in Mougins nördlich von Cannes. Mougins war der letzte Wohnort Picassos.

Mit dem vorliegenden Selbstportrait nebst Gemahlin läutete Picasso 1967 eine weitere letzte Phase seines Lebens ein, die Phase, in der er sich mit einem heroischen Musketier identifizierte und darstellte. Es ist sozusagen nach dem Harlekin, dem Minotauros und dem Torero das letzte "Kostüm", das Picasso in seinem Leben überstreifte.

Dieses heroische Kostüm sicherte ihm auch die Bewunderung der Frauen, die in seinem Leben eine nicht unwichtige Rolle gespielt hat. Seine letzte, um 46 Jahre  jüngere Frau sitzt nackt neben ihm, der Blick, mit dem sie ihn betrachtet ist voller Bewunderung und aufrichtiger Gefühle, ihre weit geöffnete linke Hand streckt sie ihm entgegen.

Passend zu diesem Doppelbildnis bei Christie's kann einen Abend später bei Sotheby's ein Portait Jacquelines erworben werden, das Picasso 1963 von ihr anfertigte und das wie die Quintessenz aus den Darstellungen seiner vergangen Liebesgeschichten wirkt.

Das Highlight der Auktion von Sotheby's ist Femme au béret et à la robe quadrillée von 1937, bei dem es sich um ein Portait von Marie-Thérèse Walther handelt, mit der Picasso zu jenem Zeitpunkt beinahe 10 Jahre liiert war.

Picasso und Marie-Thérèse hatten sich 1927 kennengelernt. Marie-Thérèse wurde erst sein Modell, später seine heimliche Geliebte. Heimlich, da Picasso damals noch mit seiner ersten Ehefrau, der russischen Ballerina Olga Chochlowa, Mutter seines ältesten Sohnes Paulo, verheiratet war. Erst als Marie-Thérèse 1935 die gemeinsame Tochter Maya zur Welt brachte, trennte sich Picasso von Olga.

Vor zehn Jahren  wurde ein bedeutendes Portrait, das Picasso von seiner Tochter Maya gemalt hatte, aus der Wohnung seiner Enkelin in Paris gestohlen. Mehr dazu hier. 

Doch bereits kurz nachdem Picasso das vorliegende Portrait von Marie-Thérèse gemalt hatte, ließ er sich wiederum für die exotische Schönheit Dora Maar sitzen, die er 1936 kennengelernt hatte. Die Eifersucht, die die beiden Frauen füreinander während Picassos einjähriger Zweigleisigkeit hegten, schmeichelte dem Künstler sehr.

Doch selbst die Beziehung mit seiner großen Muse Dora Maar war nicht für die Ewigkeit bestimmt. 1943 musste sie der 14 Jahre jüngeren Künstlerin Françoise Gilot weichen, die zwei weitere Kinder Picassos auf die Welt brachte: Claude und Paloma. Und sie versetzte dem Womanizer einen gehörigen Schlag, als sie es war, die die Beziehung 1953 beendete.

Jacqueline Roque wurde schließlich die letzte Lebensgefährtin Pablo Picassos. Doch noch mit jemand anderem führte der große Künstler am Ende seines Lebens eine dauerhafte und innige Beziehung. Wer das war, erfahren Sie hier. 

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