Vor etwa 140 Jahren trat der Jugendstil, ausgehend von der Art and Crafts-Bewegung in England, seinen Siegeszug durch Europa und Nordamerika an. In Frankreich hieß der Reformstil, der den überladenden Historismus des 19. Jahrhunderts ablöste, Art nouveau, in Deutschland Jugendstil, in Österreich Secessionsstil und in Russland Modern.

Trotz der vielen verschiedenen Bezeichnungen hatte der Jugendstil überall die gleiche Funktion: Die Erneuerung der Kunst und vor allem des Kunstgewerbes. Als Vorlage diente die Natur, vor allem Blumen wurden in schlichte Ornamente drapiert.

In Frankreich ließen sich René Lalique und Émile Gallé von der Natur inspirieren. Lalique für seine Schmuckstücke aus Glas, Gallé für seine Vasen aus dem selben Material. 1901 gründeten sie mit den Brüdern Daum und Gabriel Argy-Rousseau die École de Nancy, die sich der Glaskunst widmete.

Doch nicht nur Blumen und Pflanzen inspirierten die Künstler jener Epoche, die Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte. Auch unterhalb des Meeresspiegels wurden sie fündig. Eine Nautilusmuschel mit ihrem betörenden perlmuttartigen Schimmer, fand sogar gerne als Ganzes Verwendung.

Ob es jedoch die Nautilusmuscheln waren, die Louis Comfort Tiffany zu seinen Kreationen aus irisierendem Glas inspirierten, ist fraglich. Angeblich dienten ihm Gläser aus den Gräbern ägyptischer Pharaonen als Vorbild für seine Lampen und Vasen aus Favrileglas. Das Verfahren zur Herstellung dieses Glases ließ er sich 1894 patentieren.

Ebenso wie Tiffany & Co. existiert auch WMF, die Württembergische Metallwarenfabrik, noch heute. Das süddeutsche Unternehmen war bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet worden. Mit dem Aufkommen des Jugendstils, erweiterte auch WMF sein Sortiment und schuf viele bezaubernde Stücke für die Speise- und Kaffeetafel.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Jugendstil allmählich vom Art déco abgelöst. Dieser plakative Stil verzichtete bewusst auf überflüssige Ornamentik und konzentrierte sich auf den rein dekorativen Aspekt, der durch Farben, Materialien und der Thematik an sich übermittelt werden sollte.

Viele Elemente des Art déco fanden sich bereits im Jugendstil. Weitere Einflüsse bilden das Egyptian Revival mit seinem dramatisch-orientalischen Touch und die schlichten, geometrischen Entwürfe von Bauhaus oder De Stijl. Die Epoche des Art déco bildete den endgültigen Aufbruch in die Moderne.

Alle vorgestellten Objekte werden am 23. Februar in der Eppli-Auktionshalle in Leinfelden-Echterdingen versteigert. Zum Aufruf kommen. Versteigert werden ab 11 Uhr mehr als 600 Lose aus den Bereichen Kunst, Antiquitäten, Schmuck, Uhren und Spielzeug.

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