Die teuerste Keramik aus China

Diese wertvolle Ru Guanyao-Pinselschale wurde bei Sotheby's Hongkong versteigert | Foto: Sotheby's Diese wertvolle Ru Guanyao-Pinselschale wurde bei Sotheby's Hongkong versteigert | Foto: Sotheby's

Im Oktober 2017 wurde ein neuer Rekord für chinesische Keramik aufgestellt, als Sotheby's Hongkong ein bedeutendes Exemplar für ca. 31,3 Millionen Euro versteigerte. Bei dem Stück handelte es sich um eine extrem seltene Ru Guanyao Pinselschale der Nördlichen Song-Dynastie aus der Le Cong Tang Collection. Das blau-grüne Schälchen, das vor 900 Jahren dazu diente, Pinsel auszuwaschen, war als Leihgabe in der Sammlung der Chang Foundation des Hongxi Museum in Taipei ausgestellt. Das Rekordergebnis dafür wurde nach einem 20-minütigen Bietergefecht durch einen anonymen Bieter erzielt.

Die bei Sotheby's versteigerte Keramikschale ist ein hervorragendes Beispiel für die Erzeugnisse des Ru Guanyao ("Ru Brennofen"), der um 1100 in Betrieb war und einer der fünf staatlichen Brennöfen der späten Nördlichen Song-Dynastie war.

Ein kleines Huhn gerät in die Schlagzeilen

Zwischen 2014 und 2017 war diese "Chicken Cup" der Rekordhalter für chinesische Keramik Zwischen 2014 und 2017 war diese "Chicken Cup" der Rekordhalter für chinesische Keramik

Bevor die Ru-Schale versteigert wurde, war die Meiyintang Chenghua "Chicken Cup" der Rekordhalter für chinesische Keramik in einer Auktion. Ebenfalls durch Sotheby's wurde das Porzellangefäß im April 2014 für ca. 23,9 Millionen Euro in Hongkong versteigert. Bei den sogenannten "Chicken Cups" handelt es sich um kleine Weinschälchen aus Porzellan, die mit Darstellungen von Hähnen, Hühnern und Küken bemalt sind. Für Liebhaber chinesischer Kunst haben sich die zarten Gefäße zu einem begehrten Sammelobjekt entwickelt.

Hergestellt wurden die "Chicken Cups" während der Chenghua-Herrschaft (1465-87). Das 2014 bei Sotheby's versteigerte Exemplar stammte aus der Meiyintang Collection, einer der besten privaten Sammlungen für chinesische Keramik.

Wang Meng, der Meister der Yuan-Dynastie

Im 14. Jahrhundert malte Meister Wang Meng diese Reisegruppe in gebirgiger Landschaft | Foto: Beijing Poly Auction Company Im 14. Jahrhundert malte Meister Wang Meng diese Reisegruppe in gebirgiger Landschaft | Foto: Beijing Poly Auction Company

Im Jahr 2011 wurde das Meisterwerk "Zhichuan Resettlement" des Malers Wang Meng bei der Beijing Poly Auction Company für umgerechnet etwa 50,3 Millionen Euro versteigert. Das Rollbild erzielte damit einen neuen Weltrekord und wurde zum teuersten Stück chinesischer Kunst, das jemals bei einer Auktion verkauft worden ist.

Wang Meng (um 1308-1385) wird von Historikern zu den Vier Meistern der Yuan-Dynastie gezählt. Er war mütterlicherseits ein Enkel des Gelehrten Zhao Mengfu, was ihn wiederum zu einem Nachfahren der Song-Dynastie machte.

Heute sind die Werke Wang Mengs Teil bedeutender Sammlungen auf der ganzen Welt. Ausgestellt werden sie u.a. im Palast-Museum in Peking, im National Palace Museum in Taiwan oder im Metropolitan Museum of Art.

Der teuerste lebende Künstler aus China

丹枫白雪 von 2006 machte Cui Ruzhuo zum teuersten lebenden Künstler aus China | Foto: Beijing Poly Auction Company 丹枫白雪 von 2006 machte Cui Ruzhuo zum teuersten lebenden Künstler aus China | Foto: Beijing Poly Auction Company

2014, als 丹枫白雪 ("Landschaft im Schnee") von 2006 bei der Beijing Poly Auction Company für ca. 19,2 Millionen Euro versteigert wurde, überbot es den bisherigen Höchstpreis, der von Zeng Fanzhi aufgestellt worden war und Cui Ruzhuo zum teuersten lebenden Künstler Chinas.

Cui Ruzhuo wurde 1944 in Peking geboren, wo er später beim Maler und Kalligrafen Li Kuchan an der Academy of Art and Design studierte. 1981 ging er nach Amerika.

2015 war der Name Cui Ruzhuo auf der jährlichen Bestenliste der 100 teuersten chinesischen Künstler zu finden. Die von Hurun Report und Artron veröffentlichte Liste basiert auf den Verkäufen bei öffentlichen Auktion im jeweiligen Vorjahr.

Das Werk, das die 100 Millionen Dollar-Marke knackte

Mit diesen 12 Landschaften von Qi Baishi (1925) knackte die chinesische Kunst erstmals die 100 Million USD-Marke bei einer Auktion | Foto: thevalue.com Mit diesen 12 Landschaften von Qi Baishi (1925) knackte die chinesische Kunst erstmals die 100 Million USD-Marke bei einer Auktion | Foto: thevalue.com

Im Dezember letzten Jahres stellten 12 kleine Gemälde des Künstlers Qi Baishi einen neuen Rekord für chinesische Kunst auf, als sie für 140,8 Millionen USD (ca. 114 Millionen Euro) versteigert wurden. Damit wurde Qi Baishi zum ersten chinesischen Künstler, der die 100 Millionen USD-Marke knacken konnte.

Qi Baishi (1864-1957), der aus armen Verhältnissen stammte, war einer der bedeutendsten chinesischen Maler der Moderne. Das Werk, das ihn zum teuersten chinesischen Künstler machte, wurde bei der Beijing Poly International Auction versteigert.

Welche Preise in der Vergangenheit noch für Kunst aus Asien gezahlt wurde, können Sie unserer Datenbank entnehmen.

 

Kommentar