Bartolomé Esteban Murillo (1618 Sevilla 1682) gilt neben Diego Velásquez als bedeutendster Barockmaler Spaniens. Sein Oeuvre besteht aus Genreszenen und religiösen Bildern. Erste Erfolge stellten sich mit Aufträgen für die Kathedrale von Sevilla in den 1640er Jahren ein, was ihm erlaubte, eine eigene Werkstatt zu gründen, in der er viele Mitarbeiter beschäftigen und Schüler ausbilden konnte.

Großen Einfluss auf seinen weiteren Stil hatte ein Aufenthalt in Madrid um 1650, bei dem er nicht nur auf Velásquez traf, sondern auch die Werke von Rubens, Tizian und van Dyck in den königlichen Sammlungen studierte.

Bei Catawiki wird ab dem 16. März ein Ecce Homo-Gemälde angeboten, dass dem Oeuvre Murillos zugeschrieben wird. Gemalt wurde es entweder vollständig vom Meister selbst, seinen Schülern oder in einer Gemeinschaftsleistung in seiner Werkstatt.

Dass das unsignierte Gemälde tatsächlich der Urheberschaft Murillos zugeordnet werden kann, liegt nicht zuletzt daran, dass es nicht das einzige Exemplar ist. Insgesamt sind acht Versionen des Ecce Homo bekannt, die von Murillo und/oder seinem Umfeld stammen. Sie befinden sich in Museen in den USA, Kanada, Großbritannien und Kuba.

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Drei der insgesamt 8 Versionen von Murillos "Ecce Homo" aus Madrid, Bristol und York Drei der insgesamt 8 Versionen von Murillos "Ecce Homo" aus Madrid, Bristol und York

Das vorliegende Gemälde entstand seinem Stil nach zu urteilen, nach Murillos Aufenthalt in Madrid, wie die zarte Pinselführung über der lebendig wiedergegebenen Muskulatur und die subtilen Kontraste zwischen Licht und Schatten nahelegen. Murillo befand sich zu dieser Zeit auf der Höhe seines Könnens, das er seinen Gehilfen und Schülern vermittelte, um diese zu den ausführenden Händen seiner Kompositionen heranziehen zu können.

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Für die Komposition dieses Werkes, verwendete Murillo die üblichen Attribute einer Ecce Homo-Darstellung (Dornenkrone und gefesselte Hände), die auf jener Szene des Johannesevangeliums beruht, in der Pontius Pilatus Jesus dem Bevölkerung von Jerusalem vorführt. Mit dem seitlich nach unten gesenkten Blick dieser Darstellung ist es Murillo vortrefflich gelungen, die Resignation im Gesicht Christi wiederzugeben, der sein unausweichliches Schicksal annimmt.

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Doch ist nicht nur das Gemälde an sich höchst interessant, sondern auch die Geschichte seiner Provenienz. Ursprünglich befand es sich im Besitz des Herzogtums Sevilla. Im Verlauf des Spanischen Bürgerkrieges wurde es für die Sammlung des Museo del Prado konfisziert, 1940 jedoch bereits an den Herzog von Sevilla, einem Cousin des ehemaligen spanischen Königs Alfonso XIII., zurückgegeben. Bis heute befindet es sich in einer Privatsammlung in Madrid.

Unter die Lupe genommen: Murillos "Ecce Homo" wird von Fachleuten genauestens überprüft Unter die Lupe genommen: Murillos "Ecce Homo" wird von Fachleuten genauestens überprüft

Murillos Ecce Homo wurde eingehend von professionellen Institutionen durchleuchtet. Verwendet wurden die Roentgentechnik sowie UV- und Infrarotfotografie. Die Untersuchungen bestätigen den guten Erhaltungszustand des Bildes sowie eine eindeutige Datierung in die Epoche Murillos.

Das bedeutende Werk wird bei Catawikis Frühjahrsauktion mit Klassischer Kunst mit einem Schätzpreis von 200.000-300.000 Euro angeboten. Gebote dafür können vom 16.-25. März online bei Catawiki abgegeben werden. Wie einfach das funktioniert, erfahren Sie hier.

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