Die April-Auktionen im Palais Kinsky beginnen am 24. des Monats mit der Versteigerung Alter Meister um 15 Uhr. Das Torlos dieser Auktion ist ein Werk des deutschen Renaissancemalers Lucas Cranach d. Ä., das Maria mit dem Christusknaben und dem Johannesknaben zeigt.

Das unsignierte Werk war lange Teil einer Privatsammlung und wurde in dieser Zeit eingehend überprüft und restauriert. Die Analyse ergab einen Entstehungszeitpunkt um 1512, als Cranach bereits seit sieben Jahren Hofmaler des sächsischen Kurfürsten Friedrich III. in Wittenberg war. Auch die Verarbeitung der verwendeten Holztafel unterstützt die Jahresangabe, da sie sich von den vor dem Umzug nach Wittenberg benutzten Tafeln deutlich unterscheidet.

Ebenfalls in der Auktion vertreten sind Jan van Kessel d. Ä., Jacopo Vignali, Lavinia Fontana, Jan Brueghel d. J., Abraham Govaerts, Adriaen van Stalbemt und viele weitere Meister und Vertreter europäischer Schulen.

Vom flämischem Maler David Teniers d. J., einem Meister der bäuerlichen Genreszene, kommt Die neugierige Alte zum Aufruf. Das Werk zeigt einen ältlichen Bauern mit seiner Pfeife rauchenden Magd in einem Kücheninterieur. Misstrauisch durchs offene Fenster beäugt werden sie von der Bauersfrau. Teniers legte bei seinen Arbeiten nicht nur Wert auf Humor, sondern gleichermaßen auf eine detailreich wiedergegebene Ausstattung der jeweiligen Szenerie.

Zwei Neuentdeckungen bezaubern in der Auktion mit Gemälden des 19. Jahrhunderts, die am selben Tag um 17 Uhr beginnt. Das großformatige Werk des österreichischen Malers Anton Romako zeigt zwei Jungen bei der Jagd nach Schmetterlingen. Es entstand um 1873 in Italien, wo sich Romako in den 1850er Jahren niedergelassen hatte. Bei der lebendigen Darstellung der spielenden Kinder handelt es sich vermutlich um eine Auftragsarbeit. Als gesuchter Portraitmaler schuf Romako sehr viele davon, wobei er sich eines ihm eigenen Stils bediente.

Theodor von Hörmanns Sujet war die Landschaftsmalerei. Ein Aufenthalt in Paris in den 1880er Jahren brachte ihm die Malerei der Schule von Barbizon näher. Hörmann konzentrierte sich in seinen Gemälden mit einer differenzierten Darstellung von Lichtverhältnissen, dargestellte Personen nahmen eher Statistenrollen ein. Seine Malweise stand im Gegensatz der im damaligen Wien vorherrschenden Begeisterung eines heroischen Historismus und ist dem österreichischen Stimmungsimpressionismus im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zuzuordnen.

Der zweite Auktionstag (25. April) startet um 14 Uhr mit der Versteigerung einer bedeutenden historischen Glassammlung, die weltweit ihres gleichen sucht. In der rund 200 Lose umfassenden Auktion kommen hochinteressante Stücke von der Gotik bis zum Biedermeier zum Aufruf.

Zu der Sammlung gehören seltene Stücke aus venezianischer Herkunft, Emaillegläser aus Böhmen und Deutschland, barocke Hausmaler-Gläser, Zwischengold-Gläser sowie gravierte Gläser. Auch der bekannte Wiener Glaskünstler Anton Kothgasser darf mit seinen Biedermeier-Gläsern natürlich nicht fehlen.

Zu den Hausmaler-Gläsern zählt unter anderem ein Trichterpokal mit Reiterdarstellungen des aus Böhmen stammenden Ignaz Preißler. Das herausragende Stück fertigte Preißler für den Grafen Johann Leopold von Paar (1693-1741) an, dessen Wappen ebenfalls mit feinem Pinselstrich auf das Glas aufgebracht wurde.

Auch in der sich anschließenden Antiquitäten-Auktion (Beginn 16:30 Uhr) ist ein Fokus auf feine Arbeiten aus Glas gerichtet. Es handelt sich um die Sammlung Erich Schuster, die sich auf Gläser der Biedermeier-Epoche konzentriert.

Die Versteigerung umfasst des weiteren Möbel, Skulpturen, Silber und Porzellan. Zu Letztgenanntem gehört eine Elementenvase aus der Manufaktur Meissen. Die maritime Malerei und das plastische Dekor lassen bei dem farbig staffierten und teilvergoldeten Stück keinen Zweifel aufkommen, dass es sich um eine das Element Wasser versinnbildlichende Prunkvase handelt.

Ganz ohne Farbe kommt die aus weißem Marmor modellierte Büste eines jungen Mädchens aus. Die feine Arbeit wurde um 1835 vom italienischen Bildhauer Lorenzo Bartolini geschaffen. Bartolini stand dem damals vorherrschenden Stil des Klassizismus kritisch gegenüber und folgte eher dem Vorbild der italienischen Frührenaissance. Seine Arbeiten waren von einem Realismus geprägt, der später Verismus genant wurde.

Entdecken Sie jetzt alle aktuellen Lose des Auktionshauses im Kinsky hier bei Barnebys.

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