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Kunstmarkt schlägt alle bisherigen Rekorde
In den letzten Monaten wurden mehrere Reporte veröffentlicht, die vom Markt für Kunst, Design und Antiquitäten handeln. Eine der umfassenderen Zusammenfassungen ist der Jahresbericht der TEFAF: The TEFAF Art Market Report 2015. Der Bericht ist von Dr. Clair McAndrew zusammengestellt und wurde pünktlich zur Eröffnung der alljährlichen Kunst- und Antiquitätenmesse im holländischen Maastricht veröffentlicht. Der Bericht listet imponierende Zahlen, die dem Kunstmarkt Selbstvertrauen einflößen. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz an Fine Art um 7% von 47,7 Milliarden auf 51,2 Milliarden Euro.

Drei Großmärkte
Der Kunstmarkt wird von drei Märkten – USA (39%), China (22%) und Großbritannien (22%)- dominiert, so dass 83% des Gesamtmarktes von drei Ländern allein verantwortet werden. Länder mit kleinen Anteilen, z.B. Schweden, verloren in diesem Jahr. In diesem Fall von 1% auf 0,6%. Die stärksten Entwicklungen fanden im amerikanischen Markt statt, wobei das Rekordniveau von 2008 deutlich überschritten wurde. Niemals ist zu modernen Zeiten die Nachfrage für hochwertige Kunst, Design und Antiquitäten größer gewesen. China, ein Markt der vor ein paar Jahren von 5% in rasantem Tempo auf 30% Weltmarktanteil anstieg, ist nun zum dritten Jahr in Folge zurückgegangen und liegt nun bei 22%. In Europa dominiert der englische Markt mit satten 64,5 %, gefolgt von Frankreich mit 17,3% und Deutschland bei 5,1 %. Österreich, Italien, Spanien und Schweden liegen zusammen auf Platz sieben.

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Exportanstieg im globalen Markt
Laut TEFAF Art Market Report 2015 wurden im Jahr 2014 insgesamt 1530 Kunstwerke für mehr als eine Mio. Euro verkauft. Das ist eine Steigerung von 17% im Vergleich zum Vorjahr. Beeindruckender aber ist, dass, obwohl diese 1530 Objekte nur 0,5 % der Verkäufe darstellen, diese doch für 48% des Gesamtverkaufswerts stehen.
Es wird deutlich, dass der Markt für Kunst, Design und Antiquitäten ein globaler Massenmarkt geworden ist. Das wird u.a. durch alle internationalen Gegenstände auf der Messe in Maastricht, die auch aus kleineren Ländern wie Schweden kommen, deutlich: Sie werden hier für beachtlich höhere Preise als im eigenen Land gehandelt. Zudem deuten die Zahlen auf einen historischer Exportanstieg: Der Anteil, der Kunst, die aus ihren „Heimatmärkten" exportiert wird, ist um 10% gestiegen und liegt bei einem unglaublichen Gesamtwert von 19,8 Milliarden Euro, wobei 60% der Werke aus den USA und UK kommen.

Modernes und zeitgenössisches an der Spitze
Nicht ganz unerwartet geht der bisherige Trend weiter: Es ist vor allem Post War & Contemporary gefragt. Der Verkauf dieser Kategorie steht für fast die Hälfte (48%) des Gesamtumsatzes. Hier haben weiterhin Galerien eine äußerst starke Position, auch wenn Auktionshäuser ihren Verkauf auf diesem Gebiet auf 5,9 Milliarden Euro erhöht haben, was einen Anstieg um 19% im Vergleich zu 2013 darstellt. Die moderne Malerei stand für 28% des Gesamtumsatzes, wobei der Gesamtverkauf bei Auktionen bei 3,3 Milliarden Euro lag.

Messen immer wichtiger
Für Händler werden Messen immer wichtiger. Im Jahr 2014 konnte man 180 größere internationale Messen zählen. Die 22 meistbesuchten Messen versammelten insgesamt mehr als eine Mio. Besucher. Der Verkauf auf den Messen sorgte für 40% des Gesamtumsatzes aller Händler und Galerien, d.h. schätzungsweise 9,8 Milliarden Euro.

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Neue Märkte, neues Wachstum
Barnebys hat schon früher und vor anderen Wachstumsbereiche für den Kunstverkauf veröffentlicht. Der Markt für afrikanische moderne und zeitgenössische Kunst legt derzeit eine sehr steile Aufwärtskurve hin. Glaubt man dem Bericht von ArtTactics, mit einer umfassenden Untersuchung, die auf Interviews mit einer großen Anzahl von Experten basiert, kann man konstatieren, dass es weiterhin Vertrauen in den amerikanischen und europäischen Markt gibt, während auch an weiteres Wachstum in Lateinamerika und Südostasien geglaubt wird. Die meisten sind jedoch davon überzeugt, dass der russische Markt stark zurückgehen wird und dass die Märkte in Indien, im nahen Osten und in China auf dem heutigen Niveau stagnieren werden.

Onlineauktionen wachsen
Keiner der Berichte fasst die Onlineauktionen zusammen, obwohl man schlussfolgern kann, dass der Trend einen wachsenden Bereich mit großem Potenzial anzeigt. Keiner scheint die Zahlen zu haben, die das generelle Bild untermauern, was der Marktwert des Fine Art Segments derzeit ist. Barnebys wird in kommenden Berichten Netzauktionen als ein wichtiges Parameter für den Branchenbericht für das Jahr 2015 berücksichtigen.

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