Die sechs Werke, die im Evening Sale bei Sotheby's in New York zur Auktion stehen, werden auf einen Gesamtwert von 78 Mio. Dollar geschätzt (umgerechnet derzeit ca. EUR). Vom 10. bis 14. April können diese Werke in London besichtigt werden, bevor Sie ab dem 1. Mai in New York gezeigt werden. Für viele Jahre waren die Werke in privaten Sammlungen unzugänglich für die Öffentlichkeit aufbewahrt.

2014 verkauft Sotheby's insgesamt 18 Werke von Monet an Käufer aus aller Welt für eine Gesamtsumme von 190.5 Mio. Dollar. Allen voran hatte eine andere Ausgabe der Nymphéas Serie aus dem Jahr 1906 für Schlagzeilen gesorgt, als es einen Preis von 54,1 Mio. Dollar (der zweithöchste Preis für einen Monet in Auktion) erzielte.

CLAUDE MONET. Nymphéas, 1905. Schätzpreis ca. 27,55 - 41,32 Mio. EUR. Foto von Sotheby's CLAUDE MONET. Nymphéas, 1905. Schätzpreis ca. 27,55 - 41,32 Mio. EUR. Foto von Sotheby's

Diese sehr schöne Arbeit aus der Nymphéas Serie aus dem Jahr 1905 hat der jetzige Besitzer seit 1955 besessen und wird auf estimate 30–45 US-Dollar (aktuell ca. 27,55 - 41,32 Mio. EUR) geschätzt. Die Seerosen, die Monet in seinem Garten in Giverny in der späteren Phase seines Lebens dutzende Male in einem sich graduell wandelnden und permanent von Innovation geprägtem Stil abbildete, sind ohne Zweifel das berühmteste Thema des Künstlers. Zum ersten Mal seit 45 Jahren kann die Öffentlichkeit das Bild nun betrachten.

Das Werk war auch Teil der berühmten Ausstellung in der Galerie Durand-Ruel im Jahr 1909. Da Monet für jedes der für die Ausstellung ausgewählten 48 Werke eine Bezahlung forderte, was den Kunsthändler Durand-Ruel finanziell dazu zwang die Gemälde zusammen mit den Bernheim-Jeune Brüdern zu ersteigern. Die Ausstellung war ein großer Erfolg und etliche Sammler zeigten großes Interesse.

Ein weiteres Werk der Nymphéas Serie – les rosiers von 1913 – steht ebenfalls zur Auktion mit einem Schätzpreis von 18-25 Mio. US-Dollar (aktuell ca. 16,53 - 22,96 Mio. EUR).

CLAUDE MONET. Bassin aux nymphéas, les rosiers, 1913. Schätzpreis 18–25 Mio. US-Dollar. Foto von Sotheby's CLAUDE MONET. Bassin aux nymphéas, les rosiers, 1913. Schätzpreis 16,53 - 22,96 Mio. EUR. Foto von Sotheby's

Es ist eines von drei Werken, die Monet aus der gleichen Perspektive malte, in dem Rosen und Seerosenteich eine friedvolle Einheit bilden. Eines der Werke kann heute im Phoenix Art Museum in Phoenix, Arizona bestaut werden. Der aktuelle Besitzer erstand das Werk im Jahr 1991.

Im Februar 2015 verkaufte Sotheby's im Evening Sale of Impressionist & Modern Art in London 5 Monets für einen Gesamtwert von 83,8 Mio. Dollar, allen voran mit der Venedig-Szene Le Grand Canal, dass allein 35,8 Mio. Dollar erzielte – der höchste Preis für ein Venedigbild von Monet aller Zeiten.

801L15002_7Y9RM.jpg.thumb.500.500 Claude Monet. LE GRAND CANAL. signiert und datiert, 1908, Öl auf Leinwand, 73 x 92 cm. Verkauft für umgerechnet ca. 31,4 Mio. EUR (23 669 000 GBP incl. buyers premium) am 3. Februar 2015.

Das meisterliche Gemälde mit dem Blick vom Palazzo Ducale auf den Grand Canal enstand 1908, als Monet im Herbst die Stadt besuchte. Aus einer süd-östlichen Perspektive sieht man den Palast im byzantinischen Stil neben dem Ponte della Paglia und einem Gefängnis auf der rechten Seite.

CLAUDE MONET. Le Palais Ducal, 1908. Estimate $15–20 million. Photo via Sotheby's CLAUDE MONET. Le Palais Ducal, 1908. Schätzpreis 13,77 - 18,37 Mio. EUR. Foto von Sotheby's

Dieses Werk hatten die Nazis im Februar 1941 von Jakob Goldschmidt beschlagnahmt und in einer Zwangsversteigerung im September 41 an den Industriemann Dr. Albert Vögler versteigert, der auch ein früherer Kunde Goldschmidts gewesen sein soll und von ihm profitiert hat. Erwin Goldschmidt, der Sohn des Sammlers, forderte das Werk in einem zehn Jahre andauernden rechtlichen Streit 1960 zurück. Es wird auf 15–20 Mio. US-Dollar (derzeit umgerechnet um die 13,77 - 18,37 Mio. EUR) geschätzt. Der Enkel Anthony Goldschmidt, der das Werk erbte, verstarb 2014.

Der erste Evening Sale den Sotheby's je abgehalten hat fand 1958 statt, damals lag der Fokus auf einer Auswahl von Werken, die Jakob Goldschmidt aus Deutschland hatte herausschmuggeln können. Es war eine Rekordauktion, die ein neues Zeitalter für Werke des Impressionismus und der Modern einläutete. Da das nun angebotene Werk zum damaligen Zeitpunkt noch nicht zurückerstattet worden war, wurde es seit dem Ankauf durch Jakob Goldschmidt noch nie öffentlich ausgestellt.

somonet-2 Claude Monet, Le Chemin d'Epinay, effet de neige. Schätzpreis ca. 5,5 bis 7,35 Mio. EUR Foto: Courtesy Sotheby's.

Le Chemin d'Epinay ist eine zauberhafte Schneelandschaft mit dem Blick auf einen Weg der am Rande von Paris zur Ortschaft Epiany-sur-Seine führt. Es stammt aus einer frühen Phase Monets als er als vorrangiger impressionistischer Landschaftsmaler in Paris galt. Es ist möglich, dass dieses Werk in der zweiten Gruppenausstellung der Impressionisten im Jahr 1876 gezeigt wurde, da es, wie auch ein anderes Werk Monet's aus der Sammlung der Albright-Knox Gallery mit der Beschreibung im Ausstellungskatalog übereinstimmt. 1984 hatte Sotheby's das Werk schon einmal auktioniert. Damals hatte der aktuelle Besitzer es in New York ersteigert.

CLAUDE MONET. La Seine à Vétheuil, 1901. Estimate $6–8 million. Photo via Sotheby's CLAUDE MONET. La Seine à Vétheuil, 1901. Schätzpreis ca.5,5 bis 7,35 Mio. EUR. Foto von Sotheby's

La Seine à Vétheuil, von 1901 wird zu einem Schätzpreis von 6–8 Mio. US-Dollar (derzeit umgerechnet ca.5,5 bis 7,35 Mio. EUR) angeboten. In dieser kleinen Ortschaft lebte Monet mit seiner Familie von 1878 bis 1880. Auch später war er weiterhin von der dortigen Landschaft fasziniert und inspiriert. Von den insgesamt 15 Vétheuil Werken können heute viele in führenden Museen in Chicago, Toronto Paris und Moskau bestaunt werden. Dieses Werk war seit 1955 in Privatbesitz.

Eine dramatische Szene auf einer Klippe an der Atlantikküste – das bietet Au Val Saint-Nicolas près Dieppe, matin, aus dem Jahr 1897. Es wird mit einem Schätzpreis von 3–4 Mio. US-Dollar (derzeit umgerechnet ca. 2,76 bis 3,67 Mio. EUR) angeboten. Es stammt aus einer Zeit in der er sehr davon fasziniert war die ständige Veränderung von Licht und Atmosphäre, die unsere Wahrnehmung von Landschaften so stark beeinflusst, einzufangen.

CLAUDE MONET. Au Val Saint-Nicolas près Dieppe, matin, 1897. Estimate $3–4 million. Photo via Sotheby's CLAUDE MONET. Au Val Saint-Nicolas près Dieppe, matin, 1897. Schätzpreis: 2,76 bis 3,67 Mio. EUR. Foto von Sotheby's

Simon Shaw, einer der Leiter des Sotheby's Worldwide Impressionist & Modern Art Department freut sich außerordentlich darüber diese berühmten Szenen aus angesehenen Privatsammlungen dem Markt zu präsentieren; schließlich handelt es sich um einen außerordentlichen Moment: neue Sammler treffen auf selten gebotene ikonische Meister, was auch einen starken Wettbewerb zwischen den Bietern mit sich bringt.

Ein weiterer Meister, der derzeit für Rekorde sorgt ist Picasso - Im Evening Sale bei Sothebys werden auch Werke von ihm auktioniert. Zudem hat Barenbys erst kürzlich über die kommende Auktion bei Christies berichtet. Das Werk „Les Femmes d'Alger" könnte alle bisherigen Rekorde in den Schatten stellen. Auch bei Christies werden Sie ein paar Monets finden!

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