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Gekonntes Posieren vor Banksys Werk "Burger King c2006" in der ersten unautorisierten Retrospektive mit Werken des Britischen Graffitikünstlers Banksy in London am 6. Juni. Die Ausstellung  läuft in Sothebys S/2 Gallery vom 11. Bis 25. Juni 2014. AFP PHOTO / JUSTIN TALLIS.

Heute eröffnet in London eine Retrospektive mit Werken Banksys - und noch dazu unautorisiert. Banksy ist damit berühmt geworden, dass niemand seine Identität fassen kann. Das Untergraben klassischer Motive und Parolen, welche Kritik an Krieg, Kapitalismus, Hypokratie und Geiz üben, sind tongebend in den Werken des aus Bristol stammenden, anonymen Künstlers. Nun untergräbt Sotheby's in gewisser Weise Banksys offizielle Agenda. Wobei man hinzufügen muss, dass er sich ja auch teils mal gerne selbst wiederspricht. Ob das Vorhaben von Sotheby's wohl Gut geht?

Die Ausstellung zeigt 70 originale Malereien, Skulpturen und Drucke zwischen dem 11. Und 25. Juni in Sotheby’s Galerie und die Werke werden im Anschluss verkauft. Der Kurator Steve Lazarides gab AFP zufolge bekannt, dass Banksy von der Ausstellung wisse, aber keineswegs erfreut sei. Die Preise der Werke liegen zwischen £4000 und £500 000 (4900 – 615 000 Euro). Einpaar der frühen Leinwände in der Ausstellung wurden ursprünglich für 50 Euro verkauft.

Banksy Ausstellungen hat es natürlich schon häufiger gegeben, aber der retrospektive Charakter dieser Ausstellung ist neu, was zur endgültigen Etablierung des Künstlers beitragen sollte. Zudem bietet die Ausstellung einen noch nicht dagewesenen Überblick über Banksys Schaffen, da es das erste Mal ist, dass so viele seiner Werke an ein und dem selben Ort versammelt sind. Unter anderem wartet die Ausstellung mit den Werken "Bombing Middle England" (2000), "Monkey Queen" (2001), "Paranoid Pictures" (2003), "Pulp Fiction" (2004), "Kate Moss" (2005), und "Sunflowers from Petrol Station" (2005) auf.

Lazarides, der ursprünglich Banksys Agent war, als dieser am Anfang seiner Karriere stand, erwartet großes öffentliches Interesse und fügt hinzu, dass es 15 Jahre gedauert hat bis die Kunstszene diese Form von Kunst ernst genommen hat, sodass dieser Schritt eine starke Bestätigung des jahrelangen Kampfes ist.

Ob Banksy die Austellung wirklich nicht gut findet oder es ein Marketingtrick ist, wird wohl nicht so schnell zu ergründen sein. Besonders spannend ist, dass auch Werke Teil der Ausstellung sind, welche bisher noch nie der Öffentlichkeit gezeigt wurden, da sie direkt frischproduziert hinter den Türen privater Käufer verschwanden. „Banksus Militus Vandalus“ (2004) ist ein Werk, welches nur für kurze Zeit sichtbar war, als es auf illegalen Wegen im Londoner Museum für Naturgeschichte (Natural History Museum) für die Dauer von zwei sagenumwobenen Stunden installiert worden war, bevor Wärter es entdeckten und beseitigten. Statt nur schnöder Street Art Künstler kann Banksy als wahrhaftes kulturelles Phänomen unserer Zeit gesehen werden, meint Fru Tholstrup, der Direktor der S/2 Galerie.

Trotz des hohen Wiedererkennungswertes einzelner Werke, gelingt es der Ausstellung dennoch eine erfrischende Perspektive auf Banksys Arbeit zu werfen und es ist somit nicht verwunderlich, dass die Galerie mit einem äußerst starken Andrang zur Eröffnung der Ausstellung rechnet.

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