In den 1950er Jahren schuf der Künstler Manolo Millarés dramatische Zusammenstellungen, in denen er Öllagen mit Sand, Holzstücken und groben Sackleinen mischte. Das Sackleinen diente der Provokation, um die etablierte Sicht auf den Platz der Kunst in der Gesellschaft in Frage zu stellen. Er formte es, nähte es um, riss es entzwei, tränkte es in Farbe.

Millarés schuf Kunst in einer Zeit, die große Wunden von den Geschehnissen des Bürgerkriegs in Spanien trug. Die Ungeheuerlichkeiten, die sich im Dorf Guernica ereignet hatten, die Konzentrationslager in Europa; Krieg, Schrecken und Ungerechtigkeit. Seine Kunstwerke wurden sowohl zum Träger einer Ehrung der Menschheit aber auch einer Warnung an sie.

Der kaputte Zustand des groben Textils wurde zu einer Metapher für den Menschen, die Bedingungen des Lebens und die Risse des Stoffes konnte man als menschliche Wunden interpretieren. Die abstrakten Kunstwerke kamen durch einen Mix diverser Materialien zustande, in dem das uralte und das moderne, das archäologische und das zeitgenössische in Einklang gebracht wurden. Durch die zerschlissenen und gerissenen Materialien erhält seine brutale Poesie eine klare Stimme und besonders kraftvolle Ausstrahlung zu der es in der Geschichte der Postmodernen Malerei des 20. Jahrhunderts nur wenige Entsprechungen gibt.

Das Kunstwerk kommt aus einer der bedeutendsten Sammlungen Chicagos, der Morton G Neumann Collection des Ehepaars Neumann. Sie kauften das Werk 1961 in der Galerie Daniel Cordier in Paris und nach ihrem Tod erbten die Kinder die umfassende Sammlung, die einen Teil der Sammlung verkauften, um die Erbschaftsteuer zu finanzieren. U.a. wurde Manolo Millares „Cuadro 51" am 2 Mai 1985 bei Christie's "Sale Shaler" Auktion in New York verkauft. Das Kunstwerk kam danach in eine bedeutende europäische Sammlung, in der es bis heute gewesen ist.

Zusammen mit seiner Frau Rose startete der erfolgreiche Industriemann Morton G Neumann die Sammlung in den 1940er Jahren nach einer Reise nach Europa. Mit Leidenschaft und guten Beziehungen zu den führenden Galeristen Pierre Matisse, Daniel Cordier, Henry Kahnweiler und Sidney Janis kauften sie zeitgenössische Kunst und besuchten in Europa die Künstler Pablo Picasso, Fernan Léger und Man Ray, von denen sie auch Kunst kauften.

Mit den Jahren nahmen auch die Kinder am Sammeln teil, womit eine Familientradition entstand, die über drei Generationen fortgesetzt wurde. Moderne Werke von Rothko, Rauschenberg, Warhol, Lichtenstein, Basquiat und Koons wurden nach und nach Teil der Sammlung.

Millares Kunstwerke strahlen eine Mystik aus, die er mittels einer dunklen und begrenzten Palette erzielte. Dabei tragen die Farben schwarz und rot eine äußerst starke Bedeutung. Das Gemälde der Auktion, auf 1959 datiert, trägt die unverkennbare Leidenschaft und Kompromisslosigkheit Millares. Sand, Sackleinen, Schnur und Farbklumpen formten eine explosive Mischung gleich einer vulkanischen Eruption. Millares wurde früh von mumifizierten Grabungsfunden der Urbevölkerung der Kanarischen Inseln inspririert. Die Überreste der „Guanchen" hatte er im Museum in Las Palmas gesehen.

Der Schätzpreis für Manolo Millares Werk bei Bukowskis "Moderna" Auktion liegt bei 646 600 bis 862 100 EUR.

Hier finden Sie Bukowskis gesamten Katalog!

Kommentar