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Vintageabzug "Cigarette No 17, New York", aus dem Jahr 1972 von Irving Penn.Platin und Platina-Palladium-Fotografie auf Aluminium montiert. Wird bei Bukowskis Contemporary & Design mit einem Schätzpreis von ca. 21 600 – 24 300 EUR (200-225 000 SEK) angeboten.

In den Jahren 1973 – 1976 war der schwedische Fotograf Lennart Durehed Irving Penns Assistent und engster Vertrauter. Ich rief Lennart an, um ein paar Fragen zu stellen.

Lennart, wie kamen Sie an den Job?
Wir waren zwei, die nach der Ausbildung an der Fotoschule in Göteborg nach New York reisten und uns dort bei einer Reihe von Fotografen um eine Stelle bewarben. Ich blieb mit Penn im Kontakt und reiste ein paar Mal hinüber. Nach drei Jahren gab es dann eine Stelle und mir wurde die Assistentenposition angeboten.

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Irving Penn, "Lisa Fonssagrives-Penn (Woman with rose on her arm)", 1950. Signiert Irving Penn und nummeriert 17/40 sowie datiert November 1977 a tergo. Der Schätzpreis bei Bukowskis liegt bei ca. 108 000 – 162 000 EUR (1-1 500 000 SEK)

Sie waren Irving Penns Assistent als mehrere der ikonischen Bilder entstanden. Wie lief der Prozess des Fotografierens ab?
Irving Penn war sehr sorgfältig in der Planung, machte viele Tests und ließ keine Kompromisse gelten. Er konnte ein Stillleben einen ganzen Tag lang testfotografieren, Beleuchtung wurde sehr genau gesetzt und bemessen. Bei Modefotografien nahm er jedoch große Bildserien auf, um dann einzelnen Bilder auszuwählen.

Wie war er als Person?
Sehr fokussiert und motiviert würde ich sagen. Mit großem Interesse für Kunst im Allgemeinen.

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"Chanel feather headdress (B), New York", 1994 von Irving Penn hat in einer europäischen Sammlung gehangen und wird bei Sotheby's mit einem Schätzpreis von ca. 20 700 – 27 600 EUR (15 000 -20 000 Pfund) angeboten.

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Irving Penns "Butchers, Paris" aus dem Jahr 1950 wird bei Sotheby's mit einem Schätzpreis von ca. 20 700 – 27 600 EUR (15 000 — 20 000 Pfund) angeboten.

Und im Studio?
Da war es das Gleiche. Die Arbeitsrichtung wurde von Sorgfalt und dem starken Willen bestimmt, das Resultat so gut wie möglich zu machen. Man beendete ganz einfach nicht die Arbeit bevor ein maximales Resultat erreicht war.

In der Kunstwelt werden nur selten die Verdienste der Schüler und Assistenten hervorgehoben. Wie groß ist der Anteil den man einem Fotoassistenten zuschreiben kann?
Seine Kunst mit Hilfe des Einsatzes anderer zu realisieren macht den Künstler effektiver. Die Assistenten können einiges lernen, das Resultat ist aber vollkommen der Verdienst des Künstlers.

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Irving Penns Portrait von Pablo Picasso in Cannes 1957 ist ein ikonisches Bild einer Begegnung zweier Meister. Der Schätzpreis liegt bei 5 000 - 8 000 EUR im Auktionshaus Yann Le Mouel.

Welche Fotografie hinterlassen den stärksten Eindruck bei Ihnen?
Ziemlich einfache Bilder hinterlassen den stärksten Eindruck. Zum Beispiel sind da Sugimotos Bilder vom Meer (hier finden Sie derzeit in Auktionshäusern angebotene Fotografie von Sugimoto). Mehrere von Penns Stillleben haben eine außerordentliche Kraft. Viele Jahre später sind sie noch genauso stark.

Haben Sie einen besonderen Favoriten bei Penns Bildern?
Viele der Portraits sind natürlich Favoriten, wie zum Beispiel Capote, Picasso und Woman in Maroccan Palace. Sie wurden ja lange vor meiner Zeit dort fotografiert.

Warum?
Eine große Frage! Sie berühren wohl die Seele! Eine Art Resonanz, die inspiriert.

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Irving Penns Portrait von "John Marin, New York" erinnert an ein fotografisches Portrait aus dem 19. Jahrhundert. Das Bild wurde ursprünglich 1948 aufgenommen, dieses Foto ist aber 1977 entwickelt worden. Der Schätzpreis liegt bei ca. 8 900 – 13 400 EUR (10-15 000 US-Dollar bei Swann Auction Galleries)

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Im gleichen Auktionshaus wird auch "Dancer Series (Alexandra Beller, New York)" angeboten. Der Schätzpreis liegt bei ca. 5 400 – 8 000 EUR (6-9 000 US-Dollar)

Derzeit werden 22 Abzüge von Irving Penn zum Verkauf bei unterschiedlichen Auktionshäusern rund um die Welt, die bei Barnebys gelistet sind, angeboten. Bukowskis verkauft ein paar aus der Karin und Lars Halls Sammlung. Sie haben zusammen mit Lars ein Mal Camera Obscura, die erste Galerie Schwedens für Fotografie, gegründet. Erzählen Sie mehr darüber.

Als ich 1976 nach Stockholm zog, kontaktierte ich Lars um Aufträge als Fotograf zu suchen. Wir sprachen sehr bald darüber eine Fotogalerie aufzumachen und im Dezember 1977 eröffneten wir dann Camera Obscura. Das war eine gute Kombination mit Lars' Wissen und großem Interesse und meinem Hintergrund aus New York. Meine Freizeit hatte ich in New York in Museen und Galerien verbracht und hatte damals auch ein Netzwerk an Beziehungen in der Stadt geknüpft.

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Irving Penns Pigmentprint aus dem Jahr 2007, "Tuberous Begonia" aus New York, 1973 hat einen Schätzpreis von 30-40 000 Pfund bei Phillips i London, was umgerechnet ca. 41 300 – 55 100 EUR sind.

Sie haben mehrere Fotografien der größten Namen gezeigt. War es durch die Zeit bei Irving Penn, dass sich Türen öffneten?
Es gab sicherlich viele der internationalen Künstler, die wir ausstellten, die unsere neue Galerie respektierten, weil wir mit einer Penn Austellung eröffneten.

Danke Lennart!

Hier finden Sie bei Barenbys Fotografien von Irving Penn, die derzeit zum Verkauf angeboten werden bei unterschiedlichen Auktionshäusern rund um die Welt.

Hier können Sie Barenbys spannendes Interview mit Tom Penn lesen, dem Sohn von Irving Penn, der heute die Irving Penn Foundation leitet!

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