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Bei der Auktion am Dienstag, bei der wertvolles Porzellan unterschiedlichster Provenienz geboten wurde, waren vorallem einige der Speise- und Desserteller besonders begehrt. 12 Stück Speiseteller (Lot 356) mit gold gemaltem „Kurland-Dekor“ mit farbig gemalten Schmetterlingen und Blumenbuketts von KPM Berlin mit unterglasurblaue Zeptermarke mit roter Malermarke aus der Zeit 1913-1914 wurde ursprünglich 1790 für den Herzog von Kurland kreiert. Der Schätzpreis von 900 bis 1200 Euro wurde so gut wie verdreifacht mit dem Schlussgebot von 3250 Euro.

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Ein Teller mit bukolischen Landschaften (Lot 231 ) aus Porzellan erzielte mit einem Verkaufspreis von 4500 Euro an das vierfache des Schätzpreises von 1000 – 1200 Euro, wobei die Ausbietung bei 50% des unteren Schätzwertes bekonnen hatte und keine Limite gesetzt worden waren. Der Teller der weltberühmten Marke Meißen wartete mit einer Wandung mit Goldrand, mit bunt gemalten indianischen Blütenzweigen, umrahmt von goldenen Gitterrocailen und Laub- und Bandelwerk in Gold, Purpur und Eisenrot auf und wird auf das Jahr 1740 geschätzt.

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Die Deckelvase mit „Simson und Delila“ nach Rubens (Lot 324) aus Porzellan mit kobaltblauer Wandung und feinen Goldrändern, mit Blattranken und durchbrochenen Blattrocaillen sowie mit goldenen historisierenden Damenköpfen und goldenen Enden und Rosetten auf einem Sockel mit Bacchusszene erzält die Geschichte von Simson (Samson), im AT der letzte große Richter mit übermenschlich physischer Kraft, der aus Liebe zur Philisterin Delila das Geheimnis seiner Kraft verrät. Die Vase mit einer Höhe von 78 cm aus Dresden um Ende des 19 Jh.  Wurde in Anlehnung an Peter Paul Rubens 1609-1610 gemaltes Bild „Samson consegnato ai Filistei“ an, war im Vorfeld der Auktion auf 4500 bis 8000 Euro geschätzt und für 10 000 Euro verkauft worden.

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Am Mittwoch entwickelte sich wohl das Nestroy Album (Lot 73) am überraschendsten: ein Leporelle mit 12 Photos von Hermann Klee in Visitenkartenformat in Einsteckpassepartous aus dem Jahr 1861 in einem Mäppchen d.Zt. mit Messingschließe. Ursprünglich auf 300 Euro geschätzt fiel der Hammer nach einem abenteuerlichen Bieterwettbewerb bei 3200 Euro.

Desweiteren stachen besonders zwei Jugendstilbücher sowie zwei botanische Bücher hervor, welche das Vielfache ihres Rufpreises erzielten. Die Klimt Monografie mit 26 teils farbigen Tafeln auf Karton von M. Eisler aus dem Jahr 1920 (Wien, Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei) war für 400 Euro aufgerufen worden, aber erst bei 3000 Euro fiel der Hammer. Diese Ausgabe von 450 von ursprünglich 500 Exemplaren hat einen dinkelblauem Maroquinband im Stil der Wiener Werkstätte mit Rücken-, Deckel- sowie Innenkantenvergoldungen, der wahrscheinlich von W. Melzer hergestellt wurde.

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Der Band „Wiener Werkstätte“ von W. John aus dem Jahr 1913 (Lot 161)  mit 78 teils farbigen Tafeln und zahlreichen Textabbildungen und mit safrangelbem Maroquinband mit goldgeprägten Deckelbordüren sowie Wappen und Monogramm der Wiener Werkstätten war für 800 Euro aufgerufen worden, erzielte aber ca. das vierfache mit dem Schlusspreis von 3200 Euro . Es handelt sich hierbei um eine sehr limitierte Auflage von nur 60 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 404 Ex.).

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Bei „Icones plantarum“ (Lot 270) handelte es sich um eine besonders seltene zehnbändige Buchreihe aus dem Jahr 1186 mit dekorativen Kupfern mit Darstellungen von Pflanzen, Blumen und Früchten sowie Anwendungsbeschreibungen. Ein zusätzlicher 11. Band wurde im Jahr 1822 von J.L. Kerndl angefügt. Ursprünglich für 10000 Euro aufgerufen, erzielte diese Rarität einen Schlusspreis von 16 000 Euro und war somit das teuerste Objekt der Auktion.

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Der Sammelband „Naturselbstdrucke“ (Lot 265), mit 81 Naturselbstdrucken, darunter 72 Pflanzen, sechs Spitzen, zwei Schlangenhäute sowie eine Versteinerung enthält Tafeln unterschiedlicher Herkunft, wobei 38 Tafeln aus den Jahren 1855-1856 und 30 Tafeln aus den Jahren 1853 – 1860 stammen. Für 4000 Euro aufgerufen, war auch dieses Werk heiß umworben worden, sodass es einen Schlusspreis von 7500 Euro fand.

Unter den Werken des 20. Jahrhunderts waren zwei Objekte besonders zu bemerken: Ein Band mit 15 Gravuren des Künstlers Salvador Dali (Lot 96) aus dem Jahr 1979 erzielte mit 3000 Euro das doppelte seines Ausgangspreises. Die Egon Schiele Radierung „Bildnis Arthur Roessler“ von 1969 in der Größe 24 x 31,5 cm von einer Auflage von 80 Stück war auf 700 Euro geschätzt worden und erzielte solide 1200 Euro.

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In der kommenden Woche können Sie 7 vielversprechenden Auktionen bei Dorotheum beiwohnen!

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