Zunächst versteigern Sie bei Bassenge am 28. Mai Druckgrafik des 15. bis 19. Jahrhunderts und am 29. Mai Gemälde und Zeichnungen des 15.-19. Jahrhunderts. Was können Interessenten dieser Kategorien erwarten? Das heißt, bei welchen Auktionshighlights erwarten Sie eine besonders rege Beteiligung?

Wir bieten in unseren Katalogen der Alten Kunst wie immer ein sehr breites Spektrum an Kunst aus fünf Jahrhunderten.

Herausragende Stücke sind zum Beispiel die Zeichnung Welker Blätter von Friedrich Olivier, die im Dezember 1816 im künstlerischen Wettstreit mit seinem Freund Julius Schnorr von Carolsfeld entstanden. Die in dieser Zeit entstandenen Studien sind herausragende Arbeiten der Romantik und auf dem Kunstmarkt so gut wie nicht verfügbar.

Wir hatten das große Glück im letzten Jahr ein anderes Exemplar anbieten zu können, welches von 120.000 Euro Schätzung auf 2.600.000 Euro hochgesteigert wurde.

Weiterhin haben wir ein wunderbares Gemälde von Franz Skarbina in der Auktion, „Das rote Service", in welchem er das Motiv des bekannten Schokoladenmädchens Jean-Etienne Liotards paraphrasiert und in das reale Interieur von Schloss Rheinsberg versetzt, wie wir bei unseren Recherchen herausfinden konnten.

Ebenfalls spannend sind wunderbare Maaslandschaft von Aelbert Cuyp aus Skandinavischem Adelsbesitz und der großformatige Kupferstich James Barrys „Hiob von seinen Freunden ermahnt" in einem extrem seltenen Druckzustand.


Im Anschluss geht es dann am 30. Mai in zwei Teilen mit moderner Kunst und am 3. Juni mit dem Sonderkatalog Keiko Minami sowie Fotografie des 19. bis 21. Jahrhunderts weiter. Wer war Keiko Minami und woher stammen die Objekte der Auktion?

Die bei uns angebotene Sammlung zeigt einen bisher unvergleichlich reiches Angebot an Zeichnungen und Druckgraphik der im Jahr 1911 geborenen japanischen Künstlerin, die in ihren märchenhaft träumerischen Arbeiten Elemente der japanischen Zeichenkunst und der europäischen Moderne verbindet. Nachdem zuerst bei der Schriftstellerin Sakae Tsuboi studierte besuchte sie in den späten 1920er Jahren die Kunsthochschule in Tokio bei Yoshio Mori.

Ihr späterer Ehemann Yozo Hamaguchi brachte Ihr die Kunst des Kupferdrucks nahe. Zusammen zogen sie 1953 nach Paris, wo sie Bekanntschaft mit Heinz Berggruen schlossen und auch das kanadische Sammlerehepaar Rachel und Saul Muhlstock kennenlernten aus deren Nachlass die hier angebotene Sammlung stammt.

Über die Jahre entwickelte sich eine enge Freundschaft, die sich unter anderem in der einzigartigen Fülle und Qualität der über die Jahrzehnte gewachsenen Sammlung widerspiegelt - von ganz seltenen frühen Druckgraphiken bis hin zu den farbig leuchtenden Zeichnungen der späten siebziger Jahre.

Hier geht es zu allen Werken von Keiko Minami in der Auktion bei Bassenge!


Im Bereich der modernen und zeitgenössischen Kunst werden derzeit immer wieder Rekorde für diverse Künstler erzielt. Was erhoffen Sie sich von dieser Auktion?

Das Interesse an moderner und zeitgenössischer Kunst ist ungebrochen hoch. Dabei sind nicht nur im oberen, sondern auch im mittleren und unteren Preissegment immer noch viele Entdeckungen zu machen und wir sind froh, ein breites Angebot von der klassischen Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst anbieten zu können.

Darunter sind einige herausragende Arbeiten, beginnend mit einer wunderbaren, frühen Zeichnung von Käthe Kollwitz , sowie einem extrem seltenen Holzschnitt Ernst Ludwig Kirchners, oder einem Aquarell Emil Noldes von 1925 über Andy Warhols „Marylin" bis hin zu frühen Arbeiten von Martin Eder, die sicher auf reges Interesse der Sammler stoßen.

Vielen Dank für das Interview, Herr Bassenge!
Hier geht es zur Liste aller Lose der kommenden Auktionen bei Bassenge!

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