pontus22 1 Le Free Port in Luxemburg liegt direkt am Flughafen.

Häufig handelt es sich um spektakuläre Coups auf die schwerstzugänglichen Orte dieser Welt. Diebstähle, die eigentlich als unmöglich gelten und dennoch passieren - aus diesem Stoff sind die nervenkitzelnden Bücher gemacht, auf die häufig eine Verfilmung folgt. Nicht selten bauen diese Geschichten mit mehr oder weniger erfolgreichen Dieben auf wahren Begebenheiten auf. Auch wenn Sie mit George Clooney und Pierce Brosnan die Wirklichkeit aufhübschen.

Der Schweizer Finanzmann Pierce Bouvier will dem nun ein Ende setzen: Er hat das Fort Knox der Kunstwelt bauen lassen. Die erste Anlage von Le Free Port am Luxemburger Flughafen ist nun schon seit ein paar Jahren in Betrieb und umfasst 22 000 Quadratmeter. Es handelt sich um das größte, sicherste und bestklimatisierte Lager für Kunst und Kunsthandwerk, Schmuck und Wein. Selbst Oldtimerautos und Zigarren kann man fachgerecht lagern.

Das aufwändig entworfene Gebäude ist heute das Zuhause von Kunst in der Höhe von hunderten von Millionen. Sammler und Businessmänner, die Werke auf Auktionen oder direkt von Sammlern oder Kunsthändlern in aller Welt kaufen, bringen diese direkt nach Le Free Port, wo sie bis zur nächsten Transaktion eingelagert werden.

pontus22 2 Neue Varianten des Fort Knox der Kunstwelt sollen in weiteren Ländern eröffnen, um die Nachfrage von Kunstsammlern nach einem ultrasicheren Lager zu stillen.

Das Lager verfügt nicht nur über eine ausgeklügelte Klimatisierung und elegante Showrooms sondern bietet auch als einen selbstverständlichen Service hervorragend ausgebildete Konservatoren, Kunstberater und Ramenmacher an. Die Konservatoren können in technischen Labors vor Ort arbeiten. Man könnte meinen, dass die Standortwahl auf Grund dieser Personalanforderungen erfolgte. Näher an der Warheit ist jedoch, dass es darum geht Steuern und Gebühren zu sparen, die bei Import-Export und Kauf-Verkaufprozessen anfallen, wenn Kunstgüter geografische Grenzen passieren.

Nun können die Geschäfte alle an ein und derselben Stelle abgewickelt werden. Teils werden die Werke dann in Ihre neue Heimat gebracht, teils auch in ein neues Lagerfach gestellt. Ein neues Le Free Port Lager wurde kürzlich in Singapur eröffnet. Weitere Lager in Dubai und Peking sollen wohl folgen.

pontus 22 3 In Le Free Port gibt es alles was man sich als Kunstsammler und Spekulant nur wünschen kann. Man kann die Werke vor Ort sowohl technisch untersuchen lassen, als auch Finanzierungspläne mit einer Bank abschließen.

Es kitzelt sicherlich in den Fingerspitzen des ein oder anderen Meisterdiebs, der davon träumt sich in diese uneinnehmbare Festung zu schleichen. Wir werden sehen, ob es jemandem gelingt. In jedem Fall können wir uns auf Hollywood verlassen uns in regelmäßigen Abständen mit Szenarien zu versorgen, wie mögliche Einbrüche ablaufen könnten.

Dass der Bauherr von Le Free Port, Yves Bouvier, derzeit nicht auf freiem Fuße ist, ist eine andere Geschichte. Er soll Kunsthändler um Millionenbeträge betrogen haben. Davon erzählen wir ein andermal.

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