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Die britische Künstlerin Tracey Emin sitzt vor ihrer ikonischen Kunstinstallation „My Bed". AFP PHOTO/NIKLAS HALLE'N.

Ein unordentliches Bett umgeben von leeren Alkoholflaschen, Zigarettenpackungen, Kondomen, kurz dem intimen Müll, der zu einem verruchten Schlafzimmersetting gehört, sorgt schon seit 1999 für Schlagzeilen und Grundsatzdebatten zur Frage „was ist Kunst?". Damals war es für den Turner Preis nominiert worden.

Ein weiteres besonders berühmtes Werk von Tracey Emin, was 2004 einem Lagerbrand in New York zum Opfer fiel, war 'Everyone I Have Ever Slept With 1963-1995', ein Zelt mit den Namen aller ihrer Liebhaber aus 32 Jahren. Emin bescheinigt, dass die Arbeit „My Bed" die turbulente Phase ihres Privatlebens der 90 Jahre reflektiert, die unweigerlich auf ihre professionelle Entwicklung Einfluss nehmen musste.

 

Im Jahr 2000 hatte der wohlhabende und weltberühmte Kunsthändler Charles Saatchi „My Bed" für £150,000 erworben. Dieses „realistische" und „private" Werk der 50 jährigen Künstlerin ging nun für fast das 15 fache an einen neuen Besitzer, dessen Identität vom Auktionshaus zunächst nicht preisgegeben wurde.

 

Die enge Beziehung zu diesem Werk wurde auch während der Auktion deutlich: Selbst anwesend während des vom Saal bejubelten Verkaufs, dessen Erlös der Saatchi Stiftung zu Gute kommt, war Emin nicht besonders erfreut, da sie mit diesem anonymen Kauf ihre geliebte Arbeit aus den Augen verliert. Dass „My Bed" den höchsten Preis erzielte, der bisher für eine Arbeit der Künstlerin in Auktion gezahlt wurde, war für sie sehr viel weniger relevant. Sie hatte bis zum Schluss auf einen Benefitz-Kauf mit Schenkung an das Museum gehofft.

 

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