Warum macht er das? Der Grund ist eine von der Regierung geplante Gesetzesänderung, was die Ausfuhr von nationalem Kulturgut betrifft. Dafür gibt es zwar bereits seit 1955 eine gesetzliche Regelung, diese soll nun aber verschärft werden, z. B. wenn deutsche Kunst in die EU verkauft werden soll. Dafür bräuchte man dann ebenfalls eine Ausfuhrgenehmigung, die gegebenenfalls verweigert werden könnte, wenn das Objekt als nationales Kulturgut von besonderem Wert, eingestuft wird.

baselitz-albertinum-dresden "Auf-dem-Kopf"-Gemälde von Georg Baselitz im Albertinum in Dresden.
Foto: DDP via Tagesspiegel

Die Kunstwelt ist empört. Die Besitzer von Kunst, die als national wertvoll eingestuft werden könnte, sehen sich ihrer Rechte als Eigentümer beraubt. So auch Georg Baselitz, der die Konsequenzen aus dieser Bedrohung zieht und seine Werke, die in deutschen Museen ausgestellt werden, wieder zurücknimmt.

Ob bei einer Gesetzesänderung vor allem der nationale Kunstmarkt oder vielleicht doch die bereits scharf in die Kritik geratene Regierung der Verlierer sein wird, wird sich zeigen. Derzeit stehen vor allem die Museen vor dem Problem, ihren Besuchern zukünftig teilweise nackte Wände präsentieren zu müssen. Denn andere deutsche Künstler wollen Baselitz' Beispiel folgen.

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