1 Zwei gleiche Staffordshire-Hunde der Rasse King Charles Spaniel, Mitte 19. Jh.
Dreweatts & Bloomsbury

Die sogenannten Staffordshire-Hunde waren im 19. Jahrhundert eines der begehrtesten Dekorationsstücke in England und Schottland. Die Staffordshire-Figuren, manchmal auch Kaminhunde genannt, standen meistens auf dem Kaminsims als hübsche und lustige Objekte der Innendekoration. Aber sie konnten – in Hinblick auf die Geschichte – auch eine ganz andere Funktion haben.

Oft sahen die Hunde aus wie Vertreter der Rasse King Charles Spaniel. Eine Rasse die seit dem 17. Jahrhundert am englischen Königshof beliebt war und ab den 1840er Jahren durch Königin Victoria ungemein populär wurde. Aber die Figuren konnten ebenso ein ganz andere Tiere darstellen. Exotischere, wie Löwen, Tiger und Zebras.

2 Zebras, hergestellt in der Staffordshire Porzellan-Fabrik, Mitte 19. Jh.
Dreweatts&Bloomsbury

3 Diese wundervollen Löwen- und Tiger-Figuren der 1820er Jahre stehen bei Christie’s zum Verkauf und sind Beispiele dafür, wie die Motive bei den Staffordshires Wendungen erfuhren – mit einem sehr erfolgreichen Ergebnis.

Der Name entstand durch die große Produktion, die seit den 1720ern in der Staffordshire Porzellan Fabrik herrschte, auch wenn sie ebenso in kleinerem Umfang in anderen Fabriken in England und Schottland hergestellt wurden.

Wie kam es nun dazu, dass diesen handbemalten Hundefiguren in Viktorianischer Zeit einen etwas schlüpfrigeres Image anhaftete?
Nun, es wird gesagt, dass die Staffordshire-Hunde – in Schottland auch Wally-Hunde genannt – mit der Zeit vom Kamin zum Fenster wanderten, um ihre neuentdeckte Bürgerlichkeit zu demonstrieren. Da standen sie nun: die Gesichter zur Begrüßung nach außen, die Schwänze einander zugewandt, wenn der Herr des Hauses daheim war. Wenn die Hausherren nun gerade auf Reisen waren, drehten deren Frauen die Hunde mit den Gesichtern zueinander gewandt, sodass die Vermutung entstand, dies wäre ein Hinweis für die Liebhaber der Frauen, dass „die Luft rein" war.

Besonders nach dem 2. Weltkrieg brachten schwedische Antiquitätenhändler Unmengen von Staffordshire-Figuren in ihre Heimat, wo sie sie an schwedische Haushalte als Dekorationsobjekte verkauften. Teilungen von Besitz oder Nachlässigkeit hatte leider oftmals zur Folge, dass Figurenpaare getrennt wurden. Das macht es schwierig, heute noch intakte Paare in gutem Zustand aus dem 18./19. Jahrhundert zu finden.

4 Kopie nach einem alten Modell

Heute sind die Staffordshire-Figuren in Großbritannien beliebte Sammelobjekte. Ein gut erhaltenes Paar kostet tausende Pfund.

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