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Herbert Schauer wurde Anfang dieser Woche aus der Haft entlassen. Erst vor wenigen Wochen war der Direktor des Münchner Auktionshauses Zisska & Schauer, das für antike Bücher und Kunstauktionen bekannt ist, zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, da er an der illegalen Ausfuhr und dem anschließenden Verkaufs einer größeren Menge antiker Bücher aus der Bibilioteca die Girolamini in Neapel, Italien beteiligt gewesen sein soll.

Obwohl die Bücher, darunter Galilei-Erstausgaben, die angeblich aus einer „Privatsammlung in der Schweiz" stammten, im Mai 2012 sofort aus der Auktion entfernt wurden und die Anschuldigungen ausdrücklich bestritten worden waren, hatte die italienische Polizei vor einem Jahr, im August 2013, auf einen europäischen Haftbefehl reagiert und Schauer unter Hausarrest in Neapel gestellt.

Die Verteidigung macht nun auf unzureichende Beweisführung, fehlende Zeugen und Begründungen des Urteils aufmerksam. Das Gericht in Neapel hat zwar drei Monate Zeit eine Begründung vorzulegen, woraufhin die Verteidigung, die auf Freispruch plädiert, Rechtsmittel einlegen wird dürfen. Allerdings hat das Oberste Gericht in Rom in einem parallel laufenden Haftprüfungsverfahren die Entscheidung zur Haftverlängerung auf Grund von Mangel an Beweisen aufgehoben.

Die endgültige Entscheidung in Neapel bleibt abzuwarten, obwohl fünf Jahre auch von Außenstehenden im Fall Schauers als ungerechtfertigt harte Strafe berurteilt werden und das Rechtsystem in Italien lässt manch deutsche Richter den Kopf schütteln. Laut FAZ, gab der Anwalts Schauer zudem bekannt, dass Schauer von seinem Vorsitz von Zisska & Schauer zurück treten wird, um das Unternehmen nicht weiter mit diesem Fall zu belasten.

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