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Wahrscheinlich ein Ölgemälde von Claude Monet mit Motiv von Sainte-Adresse. Foto: Artnet Price Database

Wir haben zu einem früheren Zeitpunkt schon über die Untersuchungen zur Sammlung des deutschen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt geschrieben. Nach Gurtlitts Tod am 6. Mai diesen Jahres hat man nun noch ein weiteres Werk entdeckt. Im Laufe der Untersuchungen zu den Werken, die man in Gurlitts münchener Wohnung gefunden hatte, hat der für diesen Zweck zusammengestellte Ermittlungsausschuss wohl ein weiteres Ölgemälde des französischen Impressionisten Claude Monet gefunden. Das Gemälde soll, laut The Guardian in einer Reisetasche gefunden worden sein, die der verstorbene Kunstsammler mit ins Krankenhaus genommen hatte. Er war für längere Zeit im Krankenhaus, um ein schweres Herzleiden zu behandeln und starb ein paar Wochen nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus nach Hause.

Im November 2012 entdeckten deutsche Behörden 1280 Gemälde und Zeichnungen von Künstlern wie Henri Matisse, Pablo Picasso und Max Beckmann in Gurlitts Wohnung in München. Der daraufhin eingesetzte Ermittlungsausschuss zur Untersuchung der Herkunft der Werke führte zur Entdeckung weiterer Werke, u.a. Skulpturen die wahrscheinlich Edgar Degas und Auguste Rodin zuzusprechen sind. Die Sammlung wird nun auf 1500 Werke geschätzt und der Gesamtwert auf mehrere Millionen Euro beziffert.

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Der verstorbene Kunstsammler Cornelius Gurlitt Foto: museumethics.org
Gurlitt wohnte für mehrere Jahrzehnte in der Wohnung und hatte zu mehrmals diskret Werke aus der Sammlung verkauft, die er von seinem Vater, dem Kunsthändler Hildebrand Gurlitt geerbt hatte, der zu Zeiten des 2. Weltkriegs tätig war. Die Ermittlungen ergaben, dass viele der Werke aus deutschen Museen gestohlen wurden und viele der Werke von Anfang an jüdischen Familien und Sammlern gehört haben sollen. Anfangs war Gurlitt nicht dazu bereit die Werke an ursprüngliche Besitzer zurückzugeben, da er die Werke von seinem Vater geerbt hatte. Gurlitt änderte jedoch zu guter Letzt seine Auffassung und im Krankenhaus in Ludwigsburg unterzeichneter er ein geheimes Dokument in dem er seinen Willen ausdrückte, dass diese Werke den rechtmäßigen Besitzern, u.a. zur Stiftung Kunstmuseum Bern, zurückgeführt würden. In einer Pressemitteilung des Kunstmuseums drückte die Leitung ihre Dankbarkeit und positive Überraschung aus, gleichzeitig unterstrich die Museumsleitung jedoch auch, dass sie damit dazu gezwungen worden sein sich äußerst schweren rechtlichen und ethischen Fragen und Aufgaben zu stellen.

Das Gericht, das vom Verwalter der Hinterlassenschaft Gurlitts beauftragt wurde, soll die Reisetasche vor Kurzem untersucht haben und den Fund des Ölgemäldes bekannt gegeben haben. Experten meinen, dass das Motiv sehr dem Garten Monets in Sainte-Adresse ähnelt. Gurlitt war ein Sammler und sagte in einem Interview mit dem Spiegel, dass es nichts auf der Welt gebe, dass er mehr liebte, als seine Bilder.

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