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Es kamen einige Gemüter in Wallung als das Selbstportrait von Van Dyck, welches seit 400 Jahren im Besitz englischer Privatsammlungen ist, plötzlich an einen 28 jährigen Milliardär mit Wohnsitz in Los Angeles verkauft werden sollte. Sowohl Museen als auch Privatpersonen setzten alle Hebel in Bewegung um sicher zu gehen, dass soetwas niemals geschehen würde. Obwohl der junge Geschäftsmann James Stunt sowie Petra Ecclestone eigentlich schon das Gemälde für rund 12,5 Mio. Pfund gekauft hatten, wartete man darauf, dass die vorläufige Exporterlaubnis zurückgenommen würde bevor das Gemälde zum 123-Zimmer-Anwesen in Los Angeles verfrachtet werden könnte.

Das Portrait wird als eines der wertvollsten britischen Kulturschätze gewertet. Es wurde 2009 vom Briten Philip Mould ersteigert, welcher sowohl Kunsthändler als auch Antiquitätenexperte ist. Das Auktionshaus Sotheby’s welches das Portrait auktionierte rief das Gemälde für 3 Millionen Pfund auf, aber der Kunsthändler musste satte 8,3 Mio. Pfund blättern, als die Schwitzkastenauktion vorbei war. Vor ungefähr fünf Jahren verkaufte Mould das Gemälde an James Stunt für 12,5 Mio. Pfund.

Bevor ein Gemäde von solch großer Bedeutung und Provenienz das Land verlassen darf hat die National Portrait Gallery das letzte Wort. Nach viel Druckausübung wurde schließlich ein Vertrag um eine vorläufige Exportgenehmigung geschlossen, welche drei Monate Zeit gab, um Geld zu sammeln und damit das Bild für immer in England zu behalten. Die englische Regierung begann zusammen mit der National Portrait Gallerz und dem Art Fund die größte nationale Sammelaktion, die es jemals für ein Kunstwerk gegeben hat. Man hoffte darauf genügend Gelder zusammen zu bringen, um das Werk vom Käufer zurückzukaufen, der aus juristischer Sicht nach drei Monaten das Werk exportieren könnte. Als die drei Monate um waren, wurde eine Fristverlängerung um weitere fünf Monate erzielt.

Nun kan England endlich aufatmen da 10 000 Privatpersonen 1,44 Mio. Pfund, die National Portrait Gallery und der Art fund haben 1,2 Mio. Pfund eingesammelt und 1,2 Mio Pfund kommen von zwei privaten Spendern. Entscheidend war jedoch der Einsatz des Heritage Lottery Funds, HLP gab die restlichen 6,3 Mio. Pfund, welche noch fehlten um auf die 10 Mio. Pfund zu kommen, damit der Kunsthändler Mould das Werk an England verkaufen würde.

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Dame Jenny Abramsky, welche Vorsitzende des Heritage Lottery Fund ist, ist sehr damit zufrieden, dass dieses kunsthistorisch wichtige Portrait nun in England bleiben kann und gratulierte der National Portrait Gallerz und allen Einwohnern für die erfolgreiche Kampangne. Mould sollte auch recht froh sein, der nicht nur Publicity sondern immerhin auch 1,7 Mio. Pfund verdienst kann er verzeichnen.

Das Gemälde ist mit den Jahren eine Art Mona Lisa Englands geworden und wird nun in der National Portrait Gallery bis zum 31 August gezeigt bevor es auf eine drei Jahre lange Tourné durch Großbritannien geht, als Dank and das Volk für die tatkräftigen Spenden. Zunächst wird es in der Turner Contemporary in Margate gezeigt von wo aus es zur Manchester Art Gallery, Dulwich Picture Gallery, Birmingham Museum & Art Gallery, Laing Art Gallery, Newcastle-upon-Tyne und The Scottish National Portrait Gallery in Edinburgh weitergeht.

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