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Es ist ein bisschen wie bei Pontius Pilatus: Alle wollen plötzlich an einem der schlimmsten historischen Geschehnisse teilgehabt haben. In den letzten Jahren hat die Bemühungen gestohlene, oder auf andere Weise verschollene Kunst an seinen rechtmäßigen Eigentümer zurückzuführen stark zugenommen.

Gründe dafür sind vielfältig, ein Hauptgrund ist sicherlich die erhöhte Transparenz auf dem Kunstmarkt. Ein weiterer Grund sind neue Gesetze und Vereinbarungen, wobei es gleichwohl auch besonders an wirtschaftlichen Interessen liegt. Niemand möchte auf hohe Summen verklagt werden und niemand möchte als gewissenlos gesehen werden.

Es war vor ca. einem Jahr dass der französische Kulturminister vor eine Gruppe internationaler Presseleute trat und kundgab, dass Frankreich viel größere Ressourcen auf die auf die Rückführung von Kunstwerken an betroffene Familien legen würde.

Vor Kurzem wurden nun drei sehr bedeutende Werke an verschiedene Familien zurückgeführt, welche unter vielen Jahren Prozesse geführt haben, um die Kunst wieder in ihren Besitz zu bekommen. Die Enkelkinder och Urenkelkinder der direkt Betroffenen nahmen die Kunst von der französischen Kulturministerin Aurelie Filippetti in einer feierlichen Zeremonie in Paris entgegen.

Die Kulturministerin sagte es sein ein wichtiger Schritt um die Entschiedenheit des französischen Staates zu unterstreichen, da es sich für viele bei diesem Thema um eine seit jahrzehnten offene Wunde handelt. Es wird geschätzt dass weitere 2000 Kunstwerke und Kunsthandwerksgegenstände in den französischen Museen identifiziert wurden, welche an frühere Besitzer zurückgegeben werden sollen. Es wurde kritisiert dass der Prozess der Rückführung zu langsam von statten geht, da erst ca. 100 Werke zurückgeführt wurden.

Eines der Gemälde, welche nun zurückgegeben wurden, eine Landschaft des Flamländischen Künstlers Joos de Momper, gehörte einst dem vermögenden Bankier Baron Cassel van Doorn und wurde 1943 von den Nazis beschlagnahmt. Das Gemälde war eines der Kunstwerke, welches die „Monument Men“ in der berühmten Salzgrube in der Nähe von Salzburg in Österreich fanden.

Joos-de-MOmper

Die anderen zwei zurückgeführten Gemälde sind ein Frauenportrait aus dem 18. Jahrhundert welches Rosa und Jacob Oppenheimer gehörte, sowie ein Madonnenbild des Künstlers Lippo Memmi, das 1944 in Cannes beschlagnahmt wurde. Das Gemälde gehörte damals der Enkeling des rumänischen Bankiers Richard Soepkez. Während die Gemälde zurückgehen, werden mehr Stimmen aus anderen Ecken laut, die darauf drängen weitere Kunstwerke schneller zurückzuführen.

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