Unter den feuervergoldeten Bronzefiguren der Auktion ist vor allem ein Exemplar aus der Mongolei zu nennen, das Buddha Amitabha, also einen transzendenten Buddha zeigt. Angefertigt wurde die Figur im 17. oder 18. Jahrhundert in der Schule des Dsanabadsar (1635-1723), eines Gelehrten, der als Lebendiger Buddha verehrt und nach einer Ausbildung beim Dalai Lama in Tibet zum ersten religiösen Oberhaupt des Lamaismus in seiner mongolischen Heimat wurde. Ebenso bekannt war Dsanabadsar für sein Talent als Bildhauer. Die vorliegende Figur ist eine typische Arbeit des Meisters, die in diesem Fall von seinen Schülern ausgeführt wurde.

Jeweils vor einer Mandorla stehen bzw. sitzen ein Buddha Maitreya aus Nepal oder Tibet sowie eine vielarmige Chamundra, die im Nepal des 18. Jahrhunderts aus Kupfer geformt wurde. Die Mandorla der Chamundra ist zudem mit roter Seide ausgekleidet.

Die individuellen Züge der Bronzefigur mit Silber- und Kupferintarsien unten rechts deuten bereits an, dass es sich nicht um eine Götterfigur handelt, sondern um das Portrait einer bestimmten Person. Es handelt sich um Dusum Kyenpa (1110-1193), dem ersten Karmapa des Karma-Kagyü, einer der vier großen Schulen des tibetischen Buddhismus.

Eine Darstellung des Buddha aus grauem Schiefer stammt aus der antiken Region Gandhara, die in der Grenzregion der heutigen Staaten Afghanistan und Pakistan lag. Der Kunststil jener Region ist für die Vermischung von buddhistischen, hinduistischen und hellenistischen Einflüssen bekannt.

Mit einer bemalten Figur des Mahasiddhas Tilopa aus Papiermaché schließen wir den Kreis und kehren in die Mongolei zurück, wo das plastische Bildnis im 19. Jahrhundert angefertigt wurde. Mahasiddha sind Gelehrte im tantrischen Buddhismus, die für ihre besonderen Fähigkeiten (siddha) verehrt werden. Tilopa lebte im 10./11. Jahrhundert in Indien und ist einer der Vorväter der Kagyü-Schule (s.o.). Eines seiner typischen Attribute ist der Fisch, mit dem er auch im vorliegenden Beispiel wiedergegeben ist.

Die Asiatika-Auktion von Hardt Auctions beginnt am 23. Juni um 11 Uhr. Die Ausstellung zur Versteigerung mit allen 117 Losen ist noch bis zum 21. Juni für interessierte Besucher und zukünftige Bieter geöffnet.

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