Heian-Zeit (794-1185)

Links: Detail der Jūnihitoe-Schichten | Foto via flickr.com ©Otomodachi || Rechts: Jūnihitoe der Heian-Zeit | Foto via Pinterest Links: Detail der Jūnihitoe-Schichten | Foto via flickr.com ©Otomodachi || Rechts: Jūnihitoe der Heian-Zeit | Foto via Pinterest

Kimonos, wie wir sie heute noch kennen, wurden in Japan erstmals in der Heinan-Zeit getragen, die mit einer Dauer von rund 400 Jahren eine der längsten und stabilsten der japanischen Kultur war. Die Hofdamen im kaiserlichen Palast trugen damals einen speziellen Kimono, der jūnihitoe hieß und aus bis zu 12 Lagen Seidenstoff bestand. Heutzutage wird der jūnihitoe nur noch zu besonderen Gelegenheiten getragen, wie royalen Hochzeiten, großen Zeremonien und Krönungen, und ist bei Sammlern heiß begehrt.

Kamakura-Zeit (1185-1333)

Links: Niu Myōjin, Kamakura-Zeit | Foto via Metropolitan Museum of Art || Rechts: Kosode und Hakama | Foto via Reconstructing History Links: Niu Myōjin, Kamakura-Zeit | Foto via Metropolitan Museum of Art || Rechts: Kosode und Hakama | Foto via Reconstructing History

Der Aufstieg der Samurai-Familien in dieser Zeit hatte auch Einfluss auf die Mode. Die Frauen der Samurai waren nicht bereit, die zwölf Schichten Stoff des jūnihitoe zu tragen. Die Samurai-Ästhetik war nüchtern und praktisch, da sie die Verwendung von Rüstung auf Kleidung ermöglichen sollte. Ihre Frauen wählten zwei Schichten Stoff, die beim jūnihitoe lediglich als Unterwäsche gedient hatten: Den weißen kosode (Hemd) und den roten hakama (Hose). Lediglich ältere Damen oder die Frauen der Shogun bevorzugten fünf Schichten Stoff, um ihre Macht zu demonstrieren.

Muromachi-Zeit (1336-1573)

Links: Kleidung der Muromachi-Zeit | Foto via Reconstructing History || Rechts: Katō Kiyomasa trägt einen Kataginu | Foto via Pinterest Links: Kleidung der Muromachi-Zeit | Foto via Reconstructing History || Rechts: Katō Kiyomasa trägt einen Kataginu | Foto via Pinterest

Die Muromachi-Zeit behielt weitestgehend den nicht-aristokratischen Look der vorigen Periode bei. Für Männer kam der ärmellose kataginu auf. Frauen der höchsten Schichten trugen jedoch einen Schleier (katsugu) oder den uchikake, ein Kimono, der heute als besonders formell gilt und beispielsweise von Bräuten an ihrem Hochzeitstag getragen wird. Auch in Aufführungen des Nôgaku-Theaters werden Kostüme aus der Muromachi-Zeit verwendet.

Azuchi-Momoyama-Zeit (1568-1603)

Kosode der Momoyama-Zeit | Foto via Pinterest Kosode der Momoyama-Zeit | Foto via Pinterest

Die Azuchi-Momoyama-Periode ist eine der kürzesten in der japanischen Geschichte, für die Mode aber eine der wichtigsten. Denn in diesem Zeitabschnitt kamen Seidenbrokate, feiner Krepp, Damast und Satin in Gebrauch.

Edo-Zeit (1603-1868)

Links: Kimono der Edo-Zeit gefärbt mit der Kanoko-Shibori-Technik | Foto via Pinterest || Rechts: Kimono der Edo-Zeit | Foto via Boston Museum of Fine Arts Links: Kimono der Edo-Zeit gefärbt mit der Kanoko-Shibori-Technik | Foto via Pinterest || Rechts: Kimono der Edo-Zeit | Foto via Boston Museum of Fine Arts

Während der Ido-Zeit machten Handel, allgemeiner Reichtum und die Handwerkskunst in Japan einen gewaltigen Sprung nach vorn, was sich auch auf die Gestaltung des kosode auswirkte, der in der Edo-Zeit zum traditionellen Kleidungsstück wurde, das von Männern und Frauen gleichermaßen getragen wurde. Der aristokratische Prunk der frühen Vergangenheit kam wieder in Mode und drückte sich in feinen Stickereien, Verzierungen mit Goldfäden oder im Batik-Stil, dem kanoko shibori, aus, der jedoch ausschließlich der Oberschicht vorbehalten war.

Meiji-Zeit (1868-1912)

Toyohara Chikanobu, Kleidung der Meiji-Zeit | Foto via Ukiyo-e.org Toyohara Chikanobu, Kleidung der Meiji-Zeit | Foto via Ukiyo-e.org

Während der Meiji-Zeit kam der Begriff "Kimono" erstmals auf, um die japanische Kleidung von der westlichen zu unterschieden. Japan öffnete sich der Welt und die Welt sog japansiche Einflüsse auf, was um 1900 im europäischen "Japonismus" zum Ausdruck kam. Die Kimono-Mode begann sich nun in immer kürzeren Abständen zu verändern. Und die Elemente, die man am häufigsten mit einem Kimono assoziiert, traten immer stärker hervor. So wurde der obi, der Gürtel, seit der Ido-Zeit immer breiter. Ebenso entwickelte sich das ursprüngliche Kindergewand (furisode) einem Kimono, der ausschließlich von unverheirateten jungen Frauen getragen wurde (und zu formellen Ereignissen auch heute noch von ihnen getragen wird). Das auffälligste Merkmal der furisode sind die langen Ärmel, die seit der Edo- und Meiji-Zeit Längen von bis zu 145 Zentimetern erreichen.

Taishō-Zeit (1912-1926)

Links: Kimono der Taishō-Zeit | Foto via Montgomery Collection of Japanese Folk Art || Rechts: Die beiden Geishas Momotarō und Tomikoma (1920) | Foto via Pinterest Links: Kimono der Taishō-Zeit | Foto via Montgomery Collection of Japanese Folk Art || Rechts: Die beiden Geishas Momotarō und Tomikoma (1920) | Foto via Pinterest

Das frühe 20. Jahrhundert war in Japan die Zeit, in der die Frau ihr Zuhause verließ, um außerhalb der eigenen Vierwände einer Arbeit nach zu gehen. Schlichte Kimonos wurden nun in Kombination mit westlicher Kleidung getragen. Dank moderner Produktionstechniken und künstlich hergestellten Farben, konnten Kimonos nun kostengünstiger hergestellt und erworben werden, was die Vielfalt im heimischen Kleiderschrank erhöhte.

Shōwa-Zeit (1926-1989)

Links: Kimono der Shōwa-Zeit (um 1940) | Foto via Wort Through || Rechts: Kaizan, Beauty under Sakura Tree, Shōwa-Zeit (ca. 1930-40) | Foto via Catawiki Links: Kimono der Shōwa-Zeit (um 1940) | Foto via Wort Through || Rechts: Kaizan, Beauty under Sakura Tree, Shōwa-Zeit (ca. 1930-40) | Foto via Catawiki

Ab den 1920er Jahren verschwand der Kimono allmählich aus dem Alltag. Nur ältere Frauen trugen ihn noch jeden Tag. Bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder Universitätsabschlüssen war der Kimono jedoch weiterhin nicht wegzudenken. Auch zu einer traditionellen Teezeremonie oder dem Unterhaltungsprogramm einer Geisha gehörte er weiterhin dazu. Die meisten der Kimonos, die man heute in Second Hand-Läden findet, stammen aus der Shōwa-Zeit, die moderne japanische Designer wie Issey Miyake, Kenzo, Hanae Mori, Rei Kawakubo und Yohji Yamamoto hervorgebracht hat.

Heisei-Zeit (1989 bis heute)

Der Kimono - Neu erfunden von der Musikgruppe Heisei Kotohime (2014) | Foto via Hyper Japan Der Kimono - Neu erfunden von der Musikgruppe Heisei Kotohime (2014) | Foto via Hyper Japan

Im 21. Jahrhundert hat die japanische Modeszene weitestgehend mit allen Traditionen gebrochen. Kimonos in abgewandelter Form dienen meist der Ergänzung des eigenen Stils, der als Lolita, Gyaru, Kogal, Bōsōzoku oder Visual kei bezeichnet wird und seine Träger wie direkt einem Manga oder Anime entsteigen erschienen lässt.

Damit endet unsere kleine Geschichte des Kimonos. Sollten Sie nun auf den Geschmack gekommen sein, können Sie hier bei Barnebys nach den traditionellen japanischen Kleidungsstück stöbern!

Kommentar