Am 15. Juni starten die Auktionen mit der Versteigerung von Kunst aus China, Tibet, Nepal, Indien und Südostasien. Aus letztgenannter Region stammt eine Sandstein-Statue des vierarmigen Hindu-Gottes Vishnu. Das im 11. Jahrhundert in Kambodscha angefertigte Kunstwerk weist die Merkmale des Baphuon-Stils auf, der sich dort während der Angkor-Zeit (9.-15. Jahrhundert) herausgebildet hatte.

Aus der Sammlung des belgischen Kenners für tibetische und nepalesische Kunst Leo Verleye (1914-1990) stammt unter anderem eine feuervergoldete Bronzefigur des transzendenten Buddha Vajrasattva. Die mit jadegrünen Steinen verzierte Figur wurde im Tibet des 17. Jahrhunderts angefertigt.

Ein Highlight unter den chinesischen Porzellanen der Auktion ist eine Flaschenvase mit unterglasurblauem und kupferrotem Dekor, das die Fruchtzweige der Drei Reichtümer (sanduo) Granatapfel, Fingerzitrone und Pfirsich darstellt. Durch die Sechszeichenmarke des Qianlong kann die 24,8 cm hohe Vase in jene Periode (1735-96) datiert werden.

Unter den vielen herausragenden Stücken der chinesischen Malerei sind zwei Hängerollen zu nennen, die aus unterschiedlichem deutschen Privatbesitz stammen. Mit der Fahrt zur Roten Wand schuf der bedeutende chinesische Maler Zhang Daqian eine Illustration zu einer Sage, die bis in die Zeit der Tang-Dynastie (618-907) zurückreicht. Die die kolorierte Tuschzeichnung Vogelpaar auf Felsen an blühendem Aprikosenbaum stammt aus den begabten Händen des Malers Qi Baishi, der im vergangenen Jahr als erster chinesischer Künstler auf einer Auktion die 100 Millionen USD-Marke knacken konnte.

Eine Zeichnung, die China und Europa verbindet, stammt vom zeitgenössischen Künstler Tan Swie Hian und basiert auf einer Fotografie von Henri Cartier-Bresson, die den Bildhauer Alberto Giacometti 1961 in Paris zeigt.

Ganz außergewöhnlich sind auch zwei kaiserliche Drachenroben aus dem China des 19. Jahrhunderts. Eines der beiden aufwändig bestickten Gewänder ist mit Hamster- oder Waschbärfell gefüttert und war somit für den Winter gedacht.

Den Abschluss des ersten Auktionstages bilden Kunst und Kunsthandwerk aus Japan, die bereits einen Vorgeschmack auf die folgenden Versteigerungen geben. Umfangreich vertreten sind hochqualitative Holzschnitte (Ukiyo-e), die aus 17 verschiedenen Privatsammlungen stammen. Vom bedeutenden Künstler Katsushika Hokusai stammt Farbholzschnitt Roter Fuji, der zu seiner Serie  36 Ansichten des Berges Fuji von 1829-33 gehört. Das bekannteste Werk aus dieser Reihe ist Die große Welle vor Kanagawa.

Der 16. Juni ist vollständig japansicher Kleinkunst gewidmet. Erstmalig werden dabei in einem eigenen Katalog zeitgenössische Netsuke und Sagemono angeboten. Der nur 39 Positionen umfassende Katalog präsentiert hauptsächlich detailreiche Arbeiten von internationalen Künstlern des 21. Jahrhunderts.

Den Abschluss der Asiatika-Auktionen von Lempertz bildet die Versteigerung des ersten Teils der Sammlung Papp. Die 192 Netsuke, die zum Aufruf kommen, wurden über viele Generationen hinweg zusammengetragen und bilden eine überaus interessante Kollektion dieser faszinierenden Gürtelkunst. Der zweite Teil der Sammlung Papp wird im Dezember bei Lempertz versteigert werden.

Die Versteigerungen beginnen an beiden Auktionstagen um 11:30 Uhr. Die Netsuke aus der Sammlung Papp kommen am 16. Juni ab 16:30 Uhr zum Aufruf. Veranstaltungsort ist das Auktionshaus Lempertz am Kölner Neumarkt. Dort können alle Lose aus den Auktionen vom 9.-15. Juni vorab besichtigt werden.

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