Ein Set mit zwei bedeutenden Sutra-Manuskripten der Ming-Dynastie brach am 3. April 2018 bei Sotheby's Hongkong den bisherigen Auktionsrekord für buddhistische Manuskripte. Die Imperial Wisdom Sutras sind die bedeutendsten Schriften ihrer Art, die bislang auf dem Auktionsmarkt angeboten wurden, und erzielten umgerechnet etwa 24,8 Millionen Euro. Die besonderen Schriften entstanden im Goldenen Zeitalter der Ming-Dynastie zu Beginn des 15. Jahrhunderts auf Anordnung des Ming-Kaisers Xuande.

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Die Sutras-Manuskripte sind offizielle Schriften der Lehren Buddhas. Sie stammten ursprünglich aus Indien und wurden in China kopiert. Für die Kopien, die auf höchsten Befehl des Kaisers angefertigt wurden, wurden sowohl die besten Materialien als auch die besten Künstler und Handwerker herangezogen. Die Sutras, die 10 Alben des Prajnaparamita Sutra umfassen, waren von Hand mit goldener Tinte geschrieben und auf indigofarbenem Papier illustriert worden. Neben der herausragenden Handwerkskunst, ist auch der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand der Sutras sehr bemerkenswert. Sie sind das einzige Beispiel dieser Schriften außerhalb der Sammlung des Palastmuseums in Taipei.

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2014 waren die Sutras Teil einer Ausstellung über die Ming-Dynastie im British Museum in London gewesen. Die 100 Jahre davor hatte sie kaum jemand zu Gesicht bekommen. Nachdem sie 1917 für die Sammlung einer aristokratischen Familie in Kyoto registriert worden waren, befanden sie sich bis zur Ausstellung in Privatsammlungen in Japan, Amerika und in der Schweiz.

Einiges mit den Sutras gemeinsam hat eine Falangcai-Schale, die ebenfalls in der Auktion zum Aufruf kam. Sie erzielte den selben hohen Preis wie die Manuskripte und war zuvor ebenfalls für lange Zeit dem Blick der Öffentlichkeit entzogen worden - allerdings nur für 30 Jahre. Ein vergleichbares Exemplar befindet sich ebenfalls im Palastmuseum von Taipei.

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Dennoch ist die Schale ein Unikat, denn das Blumendekor auf dem rosa Grund ist ein anderes als bei dem Museumsstück. Gefertigt wurde die Schale für den damaligen Kangxi-Kaiser persönlich in den Brennöfen von Jingdezhen. In den Kaiserlichen Werkstätten an den Mauern der Verbotenen Stadt wurde sie bemalt.

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Die illustrierte Schriftrolle mit den Zehn glücksverheißenden Landschaften von Taishan wurde nach einem 40-minütigen Bietergefecht für etwa 15,3 Millionen Euro verkauft. Die Schriftrolle des Hofmalers Qian Weicheng zeigt zehn Ansichten des Tiantai-Berges in der Provinz Zhejiang, die mit zehn Gedichten des Qianlong-Kaisers versehen sind. Der Hofmaler Qian Weiheng (1720-1772) war ein besonderer Favorit des Kaisers, der ihn auf den Reisen durch sein Reich begleiten durfte.

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