Damit hatte er zweifelsfrei Recht. Und dasselbe gilt auch für Antiquitäten. Auch wenn Jean Dubuffet Jahrzehnte später bemerkte, dass "alle Dinge zukünftige Antiquitäten sind". Dennoch werden existierende Antiquitäten nicht mehr sondern eher weniger, eine Tatsache, die sich auf ihren zukünftigen Wert auswirken wird, sowohl wirtschaftlich als auch historisch und emotional.

Åmells Stand bei der Grand Antique vor einigen Jahren Åmells Stand bei der Grand Antique vor einigen Jahren

Für eine grüne Zukunft

Dieses Jahr wird das Jahr sein, in dem sich unsere Einstellung gegenüber Antiquitäten ändern wird. Nachhaltigkeit wird unser Kaufverhalten beeinflussen und wird uns unser Geld verantwortungsvoller ausgeben lassen, für Objekte, die eine lange Lebensdauer aufweisen.

Patriotismus und Proteste

Genauso wie auf Nachhaltigkeit wird sich der Markt 2017 auf die historische, soziale und nationale Identität fokussieren. Das politische Klima hatte schon immer Einfluss auf den Kunst- und Antiquitätenmarkt. Fallende Preise, Konjunkturschwankungen und Sanktionen haben Einfluss, ob der Markt steigt oder fällt. Manchmal sogar buchstäblich von heute auf morgen. Das politische Klima von heute wird da keine Ausnahme bilden.

Etwas widersprüchlich, werden wir im Laufe des Jahres zwei unterschiedliche Mächte agieren sehen. Das eine wird der weltweit ansteigende Trend sein, sich für politische Kunst zu interessieren. Alles von der Karikatur bis zur kultivierteren Art der Meinungsmitteilung wird in der zeitgenössischen Kunstszene zu sehen sein. Schließlich hat künstlerische Provokation eine lange Geschichte. Kunst, die in früheren Zeiten politischer Revolutionen entstand, wird auf dem sekundären Kunstmarkt auf gesteigertes Interesse stoßen.

Gleichzeitig werden wir eine steigende Beliebtheit für "heimische" Kunst erleben. So haben in Großbritannien etwa britische Künstler und Sammlungen einen bleibenden Eindruck auf dem Kunstmarkt hinterlassen. Darunter auch die Versteigerung von David Bowies Kunstsammlung, die im November 2016, also nach dem Brexit, versteigert wurde und für unglaubliche Ergebnisse sorgte.

Künstlerinnen haben die Ehre

Jahrhundertelang waren es die männlichen Künstler und ihre Werke, auf die die Welt ihre Augen richtete. In den letzten Jahren waren es Hilma af Klint, Georgia O'Keefe, Frida Kahlo oder Yayoi Kusama, die weltweit im Mittelpunkt von vielgelobten und ausverkauften Versteigerungen standen. In diesem Jahr tun Kunsthändler, Galeriebesitzer und Kuratoren alles, um verborgene oder vergessene Künstlerinnen wiederzuentdecken, die einen Platz im Bewusstsein der Öffentlichkeit verdient haben.

Doppelportrait des dänischen Künstlerpaares Marie und Peder Severin. Für dieses Werk malte jeder den anderen. Doppelportrait des dänischen Künstlerpaares Marie und Peder Severin. Für dieses Werk malte jeder den anderen.

Wenn ich ein leeres Haus und ein volles Portemonnaie hätte, würde ich Antiquitäten kaufen. Aus dem einfachen Grund, dass es sich bei ihnen um sehr qualitätsvolle Arbeiten handelt, die die Generationen überdauern werden. Es gibt zweifellos keinen umweltbewussteren Weg, um sein Heim zu dekorieren. Dazu kommt, dass jedes Stück seine eigene Geschichte hat und von einem echten Experten hergestellt wurde.

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