Der größte Trend auf dem Massenmarkt war - und wird es vermutlich in den kommenden Jahren auch bleiben - der Qualitäts- und Umweltaspekt. Wie wir bereits in Barnebys’ Online Report berichtet haben, hat der „ökologische“ Ansatz einen großen Einfluss auf das Kaufverhalten, vor allem bei der Generation Y, also der Generation, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurde. Dabei geht es nicht nur um „political correctness“, sondern vielmehr darum, wie diese Generation den Konsum allgemein betrachtet und ihr Bedürfnis nach Qualität über die üblichen Produkte der Wegwerfgesellschaft stellt. Da qualitativ hochwertige Objekte bei Neuanfertigung aufgrund der Verwendung teuerer Materialien und der langen Fertigungsdauer wahre Unsummen kosten können, lockt der Sekundärmarkt unweigerlich die junge Generation an.

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Heutzutage bietet der Auktionsmarkt die Möglichkeit, die heimischen Vierwände mit einem Budget von 3.500 Euro einzurichten - also billiger als Ikea.

Neuware ist out - „Golden Oldies“ sind in. Immer wieder bemerken wir das Verlangen, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, sei es ein Rokoko-Revival, Marie Antoinette-Nostalgie oder das goldene Zeitalter des Hollywood-Glamour. Nichts ist mehr wirklich neu oder noch unentdeckt. Jeder wirft zur Inspiration einen Blick in die Vergangenheit, wenn es um Kunst, Design, Mode und Sammelobjekte geht.

Warum also so „retro“? Die Antwort: Qualität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Beim Recycling geht es nicht mehr nur um Pfandflaschen und -dosen - Recycling ist ein größerer Trend als jemals zuvor. Heutzutage bieten Auktionshäuser und Antiquitätenhändler umweltbewussten Kunden - und wer ist das eigentlich nicht - die Möglichkeit, ihr Zuhause mit schönen Dingen, die obendrein noch „Geschichte atmen“ einzurichten - und das für eine geringere Summer, die man sonst für ein Sideboard von Ikea ausgeben würde.

Die Design-Philosophie hat sich immer wieder verändert. Aber jetzt sind wir bereit, Altgedientes neu zu beleben. Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft. Die Zeiten der verantwortungslosen Massenproduktion sind vorbei, es geht um Qualität nicht Quantität. Also, weg mit den Möbelkatalogen! Suchen Sie lieber nach etwas, das es nicht zweimal zu kaufen gibt!

Dadurch, dass sich die globale politische Landschaft durch kontroverse Entscheidungen verändert, wird sich auch der Markt verändern. Auch wenn die Globalisierung auf dem Kunst- und Auktionsmarkt weiter anhält, werden es doch nationale Einflüsse sein, die stärker auf jeden Markt einwirken werden. Trumps Politik bezüglich der Globalisierung könnte einen Aufschwung für den nationalen Markt in den USA mit sich bringen, so wie es auch nach dem Brexit in Großbritannien der Fall sein könnte. 2017 wird es in Frankreich einen neuen Präsidenten geben, was den europäischen Markt verändern wird. Und auch in Deutschland findet im kommenden Jahr eine Bundestagswahl statt.

Die Trends der Branche

Das Leben ist nicht schwarz oder weiß. Es gibt nicht nur „entweder…oder.“ Auch in der Antiquitäten- und Auktionsindustrie ist das nicht anders. Es geht nicht um online oder offline. Es geht um den Erfolg von beidem. Bei der Digitalisierung geht es um soviel mehr, als den reinen E-Commerce. Es geht um Branding und Kundenbindung, es ist kein Geheimnis, dass der beste Kunde ein wiederkehrender Kunde ist.

Mit der Online-Revolution kommen Käufer aus der ganzen Welt und nicht nur aus der Nachbarschaft. 8 von 10 Käufern im Alter zwischen 18 und 35 Jahren beginnen ihren Kaufprozess im Internet.

Darüber hinaus gibt es Bereiche des Marktes, bestimmte Waren, die sich dem Online-Handel besser anpassen als andere. Im Einzelhandel ist es zum Beispiel einfacher Musik, Filme, Hotels und Reisen online zu kaufen oder zu buchen. Das gleiche gilt für Kunst und Antiquitäten im höheren Preissegment. Das Internet spielt aber auch eine wichtige Rolle, wenn es um den Kauf von Luxusgütern geht, zum Beispiel beginnt man zunächst online nach einem Mercedes Benz zu such. Käufer informieren sich zunächst im Internet, um dann persönlich an der Auktion teilzunehmen.

Das Wichtigste für die heutige Branche ist es, diese Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Das Leben ist nicht schwarz oder weiß. Es gibt nicht nur „entweder…oder.“ Es geht nicht um online oder offline.

Vergangenes und Trends, die 2017 eine Rolle spielen werden

Das Auktionsjahr 2016 hat sich recht launenhaft verhalten oder zumindest keine konsequente Stimmung gezeigt. Gelegentlich wurden wir von einer Welle der Auktionsrekorde überrollt, dann wieder legten sich unverkaufte Objekte wie eine nasse Decke über die Versteigerungen.

Daraus lässt sich schließen, das die besten und einzigartigsten Werke noch immer ein so hohes Preisniveau erreichen, wie man es seit den Krisen von 1990 und 2008 nicht mehr gesehen hat. Während das mittlere Preissegment kämpfen muss, erlebt das untere Preissegment wahre Höhenflüge, dank des breiten Publikums, das die Auktionshäuser heute durch das Internet anzieht. Damit werden völlig neue Kunden erreicht.

Im Laufe des Jahres änderten mehrere Auktionshäuser ihren Auktionskalender sowie die Themen ihrer Auktionen, was sich auf die Quartalsergebnisse auswirkte. Ein Tend ist, das einige Auktionshäuser öfter als jemals zuvor in ihren kuratierten Besichtigungen Antiquitäten, modernes Design und Zeitgenössische Kunst mischen. Damit möchten sie eine neue Käufergeneration und allgemein ein breiteres Publikum anziehen.

Provenienz

Die Herkunft wird immer wichtiger. 2016 gab es viele Auktionen, bei denen 100% der Lose verkauft wurden. Vor allem bei Auktionen, die einer berühmten Person gewidmet waren oder deren Sammlungen umfassten. Dieser Trend wird weitergehen.

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Der Markt für Sammlerstücke wie Uhren, Münzen und Classic Cars, also Bereiche, die von der Globalisierung und der fortschreitenden Verlagerung ins Internet profitieren, wird ebenfalls weiter wachsen.

Wachsende Bereiche, die 2017 im Fokus stehen werden

Afrika - Die Aufmerksamkeit des Auktionsmarktes wird 2017 vermehrt auf afrikanische Kunst mit ihren Möbeln, Skulpturen und Masken gerichtet sein. Einige aufstrebende Regionen werden interessanter sein als andere. Noch immer besteht ein Mangel an Galerien, die inländischen Märkte sind begrenzt und schwer zu überblicken. Daher wird es, wenn es um Auktionsergebnisse geht, am interessantesten sein, Kunst aus Ländern wie Südafrika, Nigeria, Ghana sowie den nordafrikanischen Staaten im Auge zu behalten. Dem Markt wird immer stärker bewusst, dass Afrika kein Land ist, sondern ein Kontinent mit einer reichen und riesigen Kunstszene.

Lateinamerika & Kuba - Bereits 2016 haben wir Preisanstieg erlebt, der 2017 weiter fortschreiten wird. Die Kunstszenen für Zeitgenössische Kunst öffnen sich den globalen Märkten (vor allem dem US-Markt) und lässt das Interesse von Sammlern für lateinamerikanische Kunst des gesamten 20. Jahrhunderts wachsen.

Indien & Persien - Die Nachfrage für Kunst aus diesen Ländern wird im In- und Ausland ansteigen. Interessante Objekte werden in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, vermutlich auch intakte Sammlungen. Das wird gewiss den einen oder anderen Rekordpreis für ein herausragendes Los mit sich bringen.

Weibliche Künstler und die Suche nach neuen Namen und den besten Werken - Die hohen Preise für Künstlerinnen, die zu ihren Lebzeiten oder auch erst später, Kunstgeschichte geschrieben haben, werden in nächster Zeit in den Museumsausstellungen eine zentrale Rolle spielen. Dies wird den Kunstmarkt in die richtige Richtung beeinflussen. Galeriebesitzer, Händler und Museen werden großen Wert darauf legen, neue und bisher verborgene Kunst zu entdecken. Die besten Arbeiten von Künstlerinnen wie Georgia O’Keeffe, Louise Bourgeois, Irma Stern oder Frida Kahlo haben ihren Siegeszug bereits angetreten und erzielen hohe Preise auf dem Sekundärmarkt.

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Design des 20. Jahrhunderts - Seit den späten 1990er Jahren geht es durch die Decke. Mittlerweile greift es sogar schon nach den Sternen und erzielt sowohl Rekordpreise als auch eine wachsende Nachfrage im mittleren und niedrigen Preissegment.

Keramik - Im Jahr 2017 werden Keramikarbeiten vermehrt im Rampenlicht stehen. Ebenso wird er mehr Museumsausstellungen zu diesem Thema geben, die sich auch auf neue Namen fokussieren.

 

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