1 Robilant + Voena zeigen auf der TEFAF dei von der Kunstwelt sogenannten "Blue Chip Artists"

Wenn Sie all die verschiedenen Berichte, die zurzeit erscheinen, berücksichtigen, werden Sie den Markt als sehr fragmentiert wahrnehmen.

Das Teure wird immer teurer, während die Preise am anderen Ende weiterhin fallen. Wie kann das sein und wie lässt sich dieses Muster ändern? Das ist die Frage, die sich die meisten Menschen in der Kunst- und Auktionsindustrie derzeitig stellen.

Niemandem ist es entgangen, dass 2015 die teuersten Verkäufe aller Zeiten vonstatten gegangen sind – sowohl auf Auktionen wie auch im Handel. Zur gleichen Zeit stand eine zunehmende Anzahl an Antiquitätenhändlern und Auktionshäuser in den roten Zahlen und musste ums Überleben kämpfen.

Als Dr. Clare McAndrew bei der TEFAF Maastricht auf der Bühne stand, um den TEFAF Art Market Report 2015 vorzustellen, bestätigte sie, dass die Kurve für Verkäufe über 10 Millionen USD steil nach oben geht, mit einer Steigerung von 19% im Vergleich zum Vorjahr. Wohingegen der Gesamtmarkt im Vergleich zu 2014 Einbußen von bis zu 7% hinnehmen musste. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass eine hohe Prozentzahl von Kunst, Design und Antiquitäten im niedrigeren Preissegment vermehrt abfällt.

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Zerplatzt die Blase?

Zugleich muss man bedenken, dass sich der Gesamtmarkt von rund 20 Milliarden USD im Jahre 2003 auf etwa 64 Milliarden USD im Jahr 2015 gesteigert hat. Eine beeindruckende Zahl, die auf die Globalisierung, die Digitalisierung und die monetäre Macht der neuen Wirtschaft zurückzuführen ist. Natürlich ist spekuliert worden, ob es sich um eine neue „Kunstblase“ handelt. 2008 war der Kunstmarkt mit voller Wucht zusammengebrochen, wobei am stärksten der US-Markt betroffen war. Der Markt wurde teilweise von den chinesischen Superdrachen und ihrem großen Appetit auf Warhol und Picasso gerettet. Clare McAndrew und ich waren uns einig, dass es Anreize dafür gibt, zu vermuten, dass eine mögliche Blase noch fortdauern könnte – zumindest noch für eine Weile.

3 Immer mehr Galerien aus Asien nehmen an den großen Kunstmessen teil

Vorsichtige Banken und langfristige Käufer

Hinzukommt, und darin sind sich Spekulanten und unterschiedlichen Ländern einig, dass der gefühlte Preisanstieg des Marktes stabiler geworden zu sein scheint. Genauso sind Banken vorsichtiger geworden, Kredite für Kunstankäufe zu vergeben. Aber natürlich verändert sich vieles sehr schnell und früher oder später, wird auch das sich wieder ändern.

Die Nachfrage von Museen und Sammlern steigt

Eine enorme Wachstumsrate neuer Museen auf der ganzen Welt hat einen Preisanstieg für einzigartige und qualitativ hochwertige Objekte bewirkt. In den letzten fünfzehn Jahren wurden auf der Welt mehr Museen eröffnet als im ganzen 19. Jh. In China gab es im vergangenen Jahr ein neues Museum pro Tag! Der Wettbewerb, Museen und Privatsammlungen mit den meisten hochwertigen Objekten zu füllen, macht das Gerangel und die Preiserhöhungen nachvollziehbar. Zugleich wird es eine Herausforderung sein, die außergewöhnliche Wertsteigerung des gesamten Marktes in den letzten zehn Jahren fortzuführen; aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit der interessantesten Objekte.

Das Wachstumspotenzial der unteren Segmente

Seit einigen Jahren schon verdeutlichen unterschiedliche Berichte das Problem mit den weltweiten finanziellen Mittel. Die Reichen sind vor allem immer reicher geworden, während die breite Mittelschicht mit ihren eingeschränkten Vermögensverhältnissen einen negativen Einfluss auf den Kunstmarkt hat. In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt darauf verlagert, das Publikum auf das „Beste“ zu fokussieren, was die diesjährigen Zahlen bestätigen. Es gibt ein enormes Potential in den niedrigeren Segmenten, vorausgesetzt, man schafft es, die breite Mittelschicht für Kunstkäufe im Inland zu begeistern. Die wachsende Mittelschicht der neuen Wirtschaft muss miteinkalkuliert werden. Wie das geschehen soll, steht meines Wissens noch in den Sternen. Aber im nächsten Jahr sind wir bestimmt schon schlauer.

4 Die Kukje Galerie bei der Eröffnung der TEFAF

Jeder will „Neues“

Moderne und zeitgenössische Gemälde und Skulpturen haben zweifelsohne in den vergangenen Jahren am meisten dazugewonnen und machen nun 76% des Gesamtmarktes der sogenannten „Fine Art“ aus. Gemälde Alter Meister ist eine der wenigen Kategorien, die in den letzten zehn Jahren konstant auf dem absteigenden Ast geblieben ist. Festzuhalten ist, dass die USA und vor allem New York die unbestreitbar große Antriebskraft für das Wachstum des Marktes moderner Kunst darstellt. Hingegen hat das Vereinigte Königreich den Markt für Alte Meister noch immer fest im Griff (was in diesem Zusammenhang nur einen sehr kleinen Marktanteil von 9% darstellt).

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...und alle wollen das gleiche

Käufer aus den USA machten 2015 47% des Gesamtumsatzes der Verkäufe von Nachkriegs- und zeitgenössischer Kunst aus. Zwanzig Künstler repräsentieren zusammen 45% des Wertes, während alte Werke gerade einmal 14% für sich beanspruchen. Wenn es um moderne Kunst geht, dann macht der rund um New York konzentrierte US-Markt 45% des Gesamtwertes aus. Und die zwanzig bestbezahlten Künstler bringen es auf unglaubliche 59% (!), die teuersten Künstler auf 24% des Umsatzes. McAndrews Bericht sagt außerdem, dass 61% des Gesamtwertes für Kunst ausgegeben wird, die mehr als 1 Million USD kostet, was gerade einmal 1% der Gesamtmenge ausmacht.

6 Barnebys macht den Kunst- und Auktionsmarkt zugänglicher - sowohl für neue als auch für erfahrene Käufer

Das Internet ist der Weg in die Zukunft

Wenn es um den Übergang des Kunstmarktes in die digitale Welt geht, hat sich schon viel getan und 2015 entfielen 4,7 Milliarden USD der weltweiten Kunstkäufe auf solche, die im Internet vollzogen worden waren. Das bedeutet für die Online-Märkte ein Umsatzwachstum von 7%.

Es sind wohl die großen Auktionen mit einer großen Anzahl an Objekte, die sich am besten für Online-Auktionen eignen. Wohingegen für die Versteigerung der teuersten Objekte der „direkte Kontakt“ von Käufer und Kunstwerk von Bedeutung bleiben wird. Barnebys bietet die Möglichkeit verschiedene Varianten zu präsentieren – sowohl Online-Auktionen als auch die klassische Saal-Auktion. Die perfekte Lösung für Sie, das zu finden, wonach Sie suchen. Und manchmal auch, um etwas zu finden, wonach Sie überhaupt nicht gesucht haben – etwas aufregendes und unerwartetes.

Der Markt ist nach wie vor ziemlich wohlhabend. Obwohl es in einigen Sektoren großen Rückgang gab, so hatte er dennoch den zweithöchsten Umsatz aller Zeiten. Letztendlich kommt es darauf an, wie man ihn betrachten möchte.

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