Clare McAndrew Clare McAndrew

 

Vorsichtige Zuversicht, Am meisten wird in New York gekauft, aber bleiben Sie ruhig wo Sie sind und China ist und bleibt eine solide Zwischenzeitwette

Clare McAndrew von Art Economics erwartet eine weiterhin positive Entwicklung des Kunstmarktes über das Niveau von 2007, das Jahr vor der Rezession, hinaus. Der endgültige Marktwert des Jahres und die relative Performance sei jedoch erst am Ende der Herbstsaison absehbar.

80 Prozent der Verkäufe oberhalb der 10 Mio. Dollar gehen im big Appel New York vom Stapel. Ein Gründ hierfür wird in den günstigen Steuerregelungen der USA im Vergleich zu anderen Ländern gesehen. So wird viel Kunst in die USA importiert, um dort, trotz der Transportkosten, vorteilhaft verkauft zu werden.

Der chinesische Markt ist 2012 um 30 Prozent geschrumpft, über lange Sicht jedoch gibt es hier wohl einiges zu gewinnen. Der Anteil der oberen Mittelklasse an Chinas Bevölkerung in urbanen Regionen wird für das Jahr 2022 auf 55 Prozent prognostiziert, was ein Langzeitwachstum verspricht. Kunstfondmanager Serge Tiroch vertraut stark auf solche Prognosen. Sein Fond mit Assets im achtstelligen Bereich basiert auf einer Privatsammlung zeitgenössischer Kunst aus aufstrebenden Märkten.

Man muss keine Milliarden haben, um mitzuspielen, aber es hilft , das Interesse an Kunstfonds wächst weiter und das vermehrte Anleihengeschäft bringt größere Liquidität auf den europäischen Markt während Kunstaustausch und derivate Kunstinvestitionsprodukte ein unwahrscheinliches Szenario bleiben

Der größte Wachstum passiert derzeit im oberen Teil des Marktes, immer mehr mittelgroße Galerien schließen und high-end zeitgenössische Kunst ist die sicherste Investition derzeit. Allerdings sind nur 0,5 Prozent des Marktes im Bereich über 1 Mio. US Dollar, womit noch genügend Raum für Bäcker mit kleineren Broten besteht.

Das Interesse an der abgesichterten Seite im Gebiet des Kunstinvestments wächst weiterhin rapide, mein Fine Art Fund Group Gründer Philip Hoffman. Die gesamten Assets der Gruppe belaufen sich derzeit auf einen Wert von über 500 Mio. USD, bei einem Kunstankauf im Wert von 4 Mio. pro Woche und zu 98 Prozent gewinnbringenden Verkäufen, wobei die größten Verlust im etwas wankelmütigen chinesischen Markt zu verzeichnen waren.

Kunstanleihe ist in den USA schon länger ein übliches Prozedere, da die Regulierungen nur geringfügig sind. Europäische Kunstanleiher müssen das Werk physisch besitzen, wodurch größere Herausforderungen und Transaktionskosten entstehen. Dennoch sind Banken, wie die Berliner PrivatBank erfolgreich im Geschäft. Galerien, Sammler und Künstler können daraus Liquidität schöpfen, ohne Werke verkaufen zu müssen. Das ist ein mögliche Übergangsanleihe vor einem Verkauf oder als Langzeitkredit. Liquidität wird als Grundmotor für ein Wachstum des europäischen Marktes gesehen.

Das nächste Level wären dann wohl kollaterale Investmentprodukte, die Fonds und Finanzservice Firmen aus Kunst ziehen. Pierre Naquin, Gründer von Art Exchange, meint dass dieser Bereich noch in den Kinderschuhen steckt. Investoren können über Art Exchange Anteile von Kunstwerken kaufen und tauschen, allerdings gehen diese Prozesse nur sehr schleppend voran. Ein zukünftig größeres Potenzial wird jedoch auf Grund dem neuen Interesse von Banken und privaten Investoren an Kunst als Portfolioanteil gesehen.

Leidenschaft darf beim Kauf nicht die Oberhand haben. Gleichzeitig schließen sich leidenschaftliches sammeln und solide Gewinne nicht gegenseitig aus, wichtig bleibt auf Transparenz zu achten

Allzu leidenschaftliches Vorgehen, so warnt Hoffman, kann dazu führen, dass Kunst überteuert gekauft wird. Es führt kein Weg vorbei an strategischen Analysen der Preisspannen, um verheerende Verluste zu verhindern.

Einwenig mehr für einzelne Werke auszugeben, als ein Kunstfond tun würde, kann auch ganz gesund für private Sammler sein. Einwenig Disziplin, der richtige Rat und um sicherzugehen und die Begleitung durch eine Art Anstandsdame, die bei Gefahr den Arm des Bieters festhält, um weitere Gebote zu verhindern, können zu erfolgreichem Sammeln auf Dauer führen, solange man nicht glaubt man werde der erfolgreichste und beliebteste Sammler seiner Zeit.

Es ist kein Geheimnis, dass die Kunstwelt viel zu undurchsichtig ist, vorallem im erste Hand Markt. Mary Lane vom Wall Street Journal verwies auf den Erfolg von Künstlern wie Hugh Scott Douglas, Parker Ito, David Ostrowski, deren Marktwert nur schwer zu durschauen ist und von den Dealern als wohlbehütete Information gehandhabt wird. Dabei würde Transparenz nur dabei helfen potenzielle neue Käufer einzubringen, meinte Cornell DeWitt von Artnet.

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