Aus einer privaten Sammlung wurde es zur Auktion eingeliefert: Egon Schieles Werk Danaë, welches er 1909 im Alter von 19 Jahren malte. In einigen Elementen ist das Vorbild der Werke Gustav Klimts zu erkennen, der seine Interpretation der Danaë 1907/08 angefertigt hatte. Dennoch ist es ein eigenständiges Werk des jungen Künstlers, welches als sein frühestes Meisterwerk angesehen wird.

Als Motiv diente die Geschichte der schönen Danaë aus der griechischen Mythologie. Diese wurde von ihrem Vater in einem bronzenen Gefängnis eingesperrt, da ihm ein Orakel prophezeit hatte, dass er von seinem Enkel getötet werden würde. Danaë sollte also kinderlos bleiben. Göttervater Zeus begehrte die schöne Gefangene jedoch so sehr, dass er sich, einfallsreich wie er in solchen Fällen immer war, in einen Goldregen verwandelte und so ins Gefängnis gelangen konnte, wo er mit Danaë den Heros Perseus zeugte. Perseus tötete später nach vielen Heldentaten tatsächlich seinen Großvater.

GUSTAV KLIMT - Danaë, 1907/08 Abb. commons.wikimedia.org GUSTAV KLIMT - Danaë, 1907/08
Abb. commons.wikimedia.org

Getreu der Vorlage ließ Schiele in seinem Gemälde einen Goldregen auf seine Danaë hinab regnen, die wie ein beinahe körperloses, mystisches Wesen erscheint. Dicht gesetzte Punkte aus Rosa-, Gelb- und Grüntönen erzeugen eine irisierende Oberfläche bei der kauernden jungen Frau, deren Körperumrisse lediglich durch zarte, hellviolette Linien dargestellt wurden, die bereits Schieles Stil und Genie erkennen lassen.

EGON SCHIELE - "Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II)", 1914 Abb. Sotheby's EGON SCHIELE - "Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II)", 1914
Abb. Sotheby's

Den bisherigen Rekord für ein Gemälde Egon Schieles hält Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II) von 1914, welches im Juni 2011 bei Sotheby's in London versteigert wurde. Der Endpreis betrug damals etwa 27,6 Millionen Euro. Der Schätzpreis für Schieles Danaë liegt bereits bei ca. 28 bis 37 Millionen Euro. Die Zeichen stehen auf Rekord!

Entdecken Sie noch mehr rekordverdächtige Kunst in den aktuellen Auktionen bei Barnebys.

Kommentar